LONDON (IT BOLTWISE) – In Code-Rückschlüssen aus audioOS 27 beta 8 deutet Apple auf eine Vier-HomePod-Surround-Konfiguration hin, inklusive automatischer Raumkalibrierung und Positionsmapping. Für Stereo scheint das System entweder alle vier Lautsprecher räumlich zu nutzen oder klassisch nur die Front zu bedienen. Zusätzlich arbeitet Apple an einem „Party Mode“, der eine diffusere Klangfläche für gleichmäßigeres Hören im Raum erzeugen soll. Unklar bleibt, wann und ob diese Funktionen in der Home-App auch konfigurierbar erscheinen.

Apple testet Vier-HomePod-Surround und „Party Mode“ in HomePod-Code
Apple testet Vier-HomePod-Surround und „Party Mode“ in HomePod-Code (Foto: IT BOLTWISE)
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Bei Apple wirkt das Smart-Home-Audio offenbar in Richtung „echtes Heimkino“: In Referenzen, die in audioOS 27 beta 8 in der Software auftauchen, wird eine Surround-Anordnung mit vier HomePods beschrieben. Konkret nennt der Code eine Abstimmung für front-left, front-right sowie rear-left und rear-right. Damit rückt das Setup näher an die typischen 4.-Kanal-Layouts heran, die Nutzer aus klassischen Soundbars und Mehrkanal-Receivern kennen, nur eben ohne zusätzliche Hardware außerhalb der HomePods.

Technisch spannend ist dabei weniger die Anzahl der Lautsprecher als die Funktionskette, die der Code für die Kalibrierung und Wiedergabe skizziert. Genannt werden automatische Raumkalibrierung, Speaker-Position-Mapping, Timing-Anpassungen sowie Bass-Management. Dazu kommt Equalizer-Unterstützung, ebenso eine „Dialogue Enhancement“-Funktion, die beim Filmton vor allem die Stimmen verständlicher machen soll. Außerdem verweist der Text auf unterschiedliche Verarbeitungsmodi für Movies und Music, was darauf hindeutet, dass das System je nach Inhaltssparte nicht nur die Lautstärke verteilt, sondern die Signalverarbeitung bewusst umschaltet.

Für Stereo-Inhalte zeigt der Code zwei Betriebsarten: Entweder lässt sich der Klang über alle vier Speaker „spatialize“ – also räumlich aufteilen – oder Stereo läuft im traditionellen Sinne nur über die beiden Frontkanäle. Diese Unterscheidung ist in der Praxis relevant, weil sie Konflikte zwischen „Breitbild“-Effekten und klassischer, liniennaher Wiedergabe entschärfen kann. Gerade wenn ein Nutzer häufig gemischte Inhalte hört, kann eine Umschaltung zwischen räumlicher Darstellung und frontfokussiertem Stereo dafür sorgen, dass der Klangcharakter nicht ständig wechselt, nur weil die Quelle zweikanalig ist.

Zusätzliche Hinweise liefert ein neues Abstimmungs- bzw. Tuning-System namens „Forklift“. In den Dateien wird beschrieben, dass zwei zweite-Generation-HomePods mit zwei Lautsprechern einer „AID12007“-Hardwarefamilie kombiniert werden sollen. Der Identifier taucht nach den Angaben im Umfeld der Entdeckung nicht in bekannten HomePod-Modellen auf, was technisch zwei Lesarten offen lässt: Entweder handelt es sich um eine noch unveröffentlichte Hardware innerhalb des HomePod-Ökosystems oder um eine Sonderkonfiguration, die nicht 1:1 als aktuelles Modell am Markt verfügbar ist. In jedem Fall zeigt schon dieser interne Mechanismus, dass Apple das Surround-Setup nicht nur für „vier identische Boxen“ denkt, sondern auch für heterogene Lautsprecherteams.

Noch stärker in Richtung Nutzererlebnis zielt die Arbeit an „Party Mode“ für stereo-pairte HomePods. Laut den Codehinweisen soll dieser Modus ein „more diffuse sound field“ erzeugen, damit sich der Klang gleichmäßiger im Raum verteilt und nicht auf einen einzelnen Hörplatz optimiert wird. Genau dieses Verhalten kennen viele Anwender von Bluetooth- oder Multiroom-Lösungen, bei denen der Center-Hörer nicht im Fokus steht, sondern die gesamte Fläche. Für Wohnzimmer, Küche oder eine kleine Party wäre das eine spürbare Veränderung: statt klarer Sweet-Spot-Inszenierung eher gleichmäßige Präsenz über mehrere Sitzpositionen hinweg.

Ein wichtiger Bremsklotz liegt allerdings in der aktuellen Produktlage: Weder die Home-App noch Apple TV bieten derzeit eine Möglichkeit, vier HomePods als Surround-System zu konfigurieren. Außerdem wurden die genannten Features zuvor nicht in der sichtbaren Produktkommunikation gespiegelt. Für Unternehmen und Technikverantwortliche ist das zugleich ein Signal, wie Apple solche Audio-Funktionen entwickelt: Erst wird die Logik im Betriebssystem vorbereitet, dann folgt später die Bedienoberfläche, die für Mehrkanal-Setups typischerweise mehr als „einfach verbinden“ erfordert – nämlich Kanalzuordnung, Kalibrierungsschritte und einen klaren Moduswechsel zwischen Stereo, Musik und Film.

Auch die weitere Roadmap spielt in die Bewertung hinein. In Berichten wird von einer anstehenden Aktualisierung rund um Home-Produkte gesprochen, einschließlich neuer Hardware wie HomePod mini, einem neuen Apple TV sowie einem neuen smarten Home-Hub mit zusätzlichen Funktionen. Das passt inhaltlich zu der Idee, dass Apple die Vier-HomePod-Surround-Logik und den Party Mode in einem größeren Refresh bündeln könnte, damit die Basisgeräte (Lautsprecher, Steuerzentrale, TV-Integration) gemeinsam „rund“ werden. Ob die AID12007-Komponente dabei tatsächlich einem künftigeren HomePod-Modell entspricht, bleibt aber offen; bis eine öffentliche Ankündigung oder eine Konfigurationsmöglichkeit in der Home-App erscheint, ist es vorerst ein Bild aus internen Softwarehinweisen.

Für die Branche bedeutet das: Die Konkurrenz im Smart-Home-Audio wird zunehmend daran gemessen, wie fein sich Lautsprecher-Topologien und Raumparameter softwareseitig steuern lassen. Apple zeigt mit den genannten Bausteinen (Timing, Position-Mapping, Bass-Management, EQ, Content-spezifische Modi), dass die nächste Stufe nicht nur mehr Lautsprecher ist, sondern ein orchestriertes System aus Signalpfad, Automatisierung und Benutzerlogik. Sobald die Funktionen konfigurierbar werden, dürfte außerdem die Frage nach „Upgrade-Pfaden“ wichtig werden: Wer heute zwei oder drei HomePods besitzt, wird prüfen wollen, ob später eine Erweiterung auf vier Kanäle problemlos möglich ist – inklusive der sauberen Übergänge zwischen Stereo-Spatialization und klassischem Front-Stereo.


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