CUPERTINO / LONDON (IT BOLTWISE) – Apple arbeitet weiterhin an einem großen faltbaren iPad, das Berichten zufolge dieselbe knickfreie Scharnier-Ästhetik wie ein kommendes „iPhone Ultra“ übernehmen soll. Damit würde der Konzern ein neues Segment für riesige Foldable-Tablets anstoßen, allerdings nicht ohne technische Hürden bei Gewicht, Display und Bedienbarkeit. Die möglichen Einsatzdaten verschieben sich in Richtung 2029, während ein 18-Zoll OLED-Panel und ein noch zu perfektionierendes Hinge-/Crease-Konzept die Kosten treiben könnten. Parallel steht ein faltbares iPhone für den Herbst im Raum, inklusive ultradünnem Design und belastbarer Mechanik.

Apples faltbares iPad: hinge-Design wie beim iPhone Ultra – Zeitplan bleibt offen
Apples faltbares iPad: hinge-Design wie beim iPhone Ultra – Zeitplan bleibt offen (Foto: IT BOLTWISE)
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Apple scheint seine Faltstrategie trotz früherer Entwicklungsbremsen nicht aufgegeben zu haben. Während in den letzten Jahren vor allem die Smartphone- und Tablet-Roadmap im Fokus stand, deutet ein neuer Bericht darauf hin, dass Cupertino ein großes, faltbares iPad weiterentwickelt und dabei offenbar auf ein ähnlich gestaltetes Scharnier setzt wie bei einem kommenden faltbaren „iPhone Ultra“. Für die Branche ist das ein Signal: Es geht nicht nur um ein einzelnes Produkt, sondern um den Aufbau einer konsistenten Hardware-Plattform, bei der Mechanik, Display-Stack und Software-UX zusammenpassen müssen.

Technisch bleibt der Sweet Spot anspruchsvoll. Ein großes Foldable-Device ist besonders ungnädig, weil sich mehrere Limits gleichzeitig verschärfen: Das Gewicht steigt mit dem Display-Backplane- und Chassis-Aufbau, während die Faltmechanik zugleich maximale Stabilität bei minimaler sichtbarer Kante liefern muss. Berichtet wird, dass Apple an einem Gerät arbeitet, das geschlossene Zustände optisch an ein MacBook anlehnt, weil außen kein zweites Display sichtbar ist, aber beim Öffnen in etwa auf eine Fläche anwächst, die in der Größenordnung eines 13-Zoll MacBook Air liegt. Ohne physische Tastatur stellt sich zusätzlich die Frage, wie schnell sich Nutzer in eine praktikable Schreib- und Produktivitätsroutine einfinden.

Als Display-Zulieferer wird ein Samsung-18-Zoll-OLED-Fenster genannt, was in der Praxis mehrere Konsequenzen hat. OLED-Faltpanels erfordern einen sehr präzisen Materialaufbau, um sowohl eine hohe Bildqualität als auch eine ausreichende Lebensdauer über Tausende von Faltungen zu gewährleisten. Gleichzeitig sind Kostenhebel hier besonders stark, weil die Komponenten im Vergleich zu etablierten iPad-Pro-Konfigurationen teurer sind und zudem in kleineren Stückzahlen gefertigt werden. Wenn Apple für ein 13-Zoll iPad Pro bereits 1.299 US-Dollar aufruft, wirkt ein Premium-Preisbereich im Foldable-Segment deutlich wahrscheinlicher – etwa bis in die Größenordnung von mehreren Tausend US-Dollar, sofern Skalierungseffekte ausbleiben oder die BOM (Bill of Materials) nicht zügig sinkt.

Im Marktkontext wäre ein faltbares Groß-Tablet eine echte Verschiebung der Konkurrenzlandschaft. Samsung hat mit eigenen Foldables zwar die Grundtechnologie vorangetrieben, aber ein Apple-Ansatz mit „macOS-/iPadOS-naher“ Interaktionslogik könnte ein anderes Nutzerprofil anziehen: eher Enterprise- oder Kreativ-Workflows statt reinem Smartphone-Ersatz. Gleichzeitig existiert mit Microsoft Surface und anderen 2-in-1-Geräten bereits eine etablierte Erwartungshaltung an Tastatur- und Produktivitätsqualität, sodass Apple bei der Bedienbarkeit nicht nur „funktionieren“, sondern überzeugen muss. Analysten rechnen zudem damit, dass sich die Serienreife für mechanische Designs erst nach einer mehrmonatigen Iterationsschleife bei Haltbarkeitstests und Falt-Performance stabilisiert.

Die Zeitschiene wirkt dabei wie eine typische Enterprise-orientierte Reifeprüfung: Berichte verweisen auf eine anfängliche Entscheidung, Arbeiten an einem größeren Foldable-iPad zeitweise zu pausieren, während späteres Branchenfeedback weiterhin eine Fortsetzung der Entwicklung nahelegt. Für das konkrete Zieljahr werden 2028 und 2029 diskutiert, wobei Probleme bei Gewicht und Display-Technologie als Hauptbremsen genannt werden. Gerade beim Gewicht ist der Trade-off zentral: Aluminium-Chassis und große Displayflächen bringen zwar Verarbeitungsgefühl und Stabilität, erhöhen aber die Transportlast. Für Unternehmen zählt das im Alltag – von Meetings bis zu Außendienst – und kann die Akzeptanz stärker beeinflussen als reine Benchmarkwerte.

Auch das faltbare iPhone („iPhone Ultra“) könnte die Lernkurve verkürzen. Es wird für den Herbst erwartet, parallel zu neuen iPhone-18-Pro-Modellen, und soll beim Schließen eine Displaydiagonale von 5,5 Zoll sowie geöffnet etwa 7,8 Zoll erreichen. Entscheidend ist hier weniger die reine Größe als die Kombination aus minimaler sichtbarer Kante, superdünnem Formfaktor und langlebigem Scharnierkonzept. Damit kann Apple parallel zwei Plattformen weiterentwickeln: Einerseits reduziert es Risiken, indem Mechanik und Fertigungslogik wiederverwendet werden; andererseits zwingt es sich, eine integrierte Software-UX für Wechsel zwischen Zuständen zu liefern. Der Vergleich zu bisherigen Foldable-Generationen zeigt: Wer die Übergänge (Animationslogik, Touch-Targeting, Layout-Reflow) glatter macht, gewinnt spürbar im täglichen Use.

Aus regulatorischer und datenschutzbezogener Sicht verschiebt sich bei solchen Geräten weniger „Rechtsthemen“ an sich, als die Angriffsfläche. Große, stets aktive Sensor- und Kamerapipelines (z. B. für Inhalt, Authentifizierung oder Umgebungserkennung) sind in modernen Apple-Ökosystemen ohnehin ein Thema, doch Foldables erhöhen die Komplexität im Zusammenspiel von Hardwarezuständen, Power-States und Zugriffsrechten. Für IT-Abteilungen bedeutet das: Verwaltung und Policy-Konsistenz über verschiedene Gerätemodes hinweg werden wichtiger, etwa bei MDM-Konfigurationen, Gerätesperren, Zertifikatsketten und der Nachvollziehbarkeit von Authentifizierungsereignissen. Zusätzlich sollte man vor Rollouts prüfen, wie zuverlässig Software-Restarts und Offlinedatenschutzfunktionen (z. B. für gespeicherte Inhalte) im Falt-/Entfaltungszustand arbeiten.

Für die Zukunft ist vor allem eine Frage entscheidend: Kann Apple ein Foldable-Design liefern, das nicht nur ästhetisch wirkt, sondern auch Produktivität im Alltag ermöglicht. Wenn Apple bei der Mechanik noch „Arbeit“ am Hinge/Crease-Konzept hat, deutet das auf iterative Entwicklungsphasen hin – mit Folgen für Produktionsstart, Yield (Ausbeute) und damit Stückkosten. Die Branche dürfte dann im Zeitfenster bis 2029 genauer beobachten, ob die Preise mit steigender Material- und Fertigungsreife sinken und ob Tastatur-/Eingabeparadigmen für ein 18-Zoll-ähnliches Erlebnis tragfähig sind. Für Entwickler eröffnet sich parallel ein klarer Anreiz: Apps müssen Layoutwechsel, Multi-Window-Logik und Interaktionsmuster so abbilden, dass „flach“ und „aufgeklappt“ nicht wie zwei verschiedene Geräte wirken, sondern wie ein konsistentes Arbeitswerkzeug.


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