LONDON (IT BOLTWISE) – Das Open-World-Zombie-Rollenspiel Ardem von Techtive Games ist auf Steam bereits im Playtest zugänglich. Wer sich für den Zugriff anmeldet, startet zunächst kostenlos in die 64 Quadratkilometer große Welt voller mutierter Monster. Die Freischaltung erfolgt nicht sofort, denn Steam verlangt nach der Anmeldung eine Zulassung. Für späteren Rollenspiel-Fans steht zusätzlich der geplante Early Access mit einem zunächst niedrigen Einstiegspreis im Raum.

Mit Ardem kommt ein Genre-Mix auf Steam, der sich weniger nach „kurzer Wartezeit“ als nach einem langen Atem anfühlt: Survival trifft Rollenspiel und Action in einer Open-World-Welt, die groß genug dimensioniert ist, um aus „einmal kurz reingehen“ sehr schnell „ganze Abende durchspielen“ zu machen. Laut Ankündigung sollen dafür im aktuellen Playtest die Türen geöffnet werden, obwohl die eigentliche Veröffentlichung erst später ansteht. Der Kernreiz liegt dabei auf der Hand: Spieler*innen sollen die 64 Quadratkilometer Spielwelt direkt erkunden können, statt sich nur anhand von Trailern ein Bild zu machen.
Technisch betrachtet ist ein Playtest auf Steam in der Regel mehr als nur ein früher Zugang. Für ein Spiel wie Ardem bedeutet das vor allem, dass die Entwickler*innen Feedback zu Kernmechaniken sammeln können, bevor ein breiterer Early-Access-Start anläuft. In der Beschreibung wird explizit auf „grundlegende Mechaniken und Funktionen“ verwiesen, was darauf hindeutet, dass der Testbau vor allem die wichtigsten Schleifen abprüft: Ressourcen einsammeln, Basen aufbauen und das Überleben in einem Setting durchhalten, in dem es permanent um Risiko und Fortschritt geht. Genau diese Schleifen sind bei Survival-lastigen Spielen besonders störanfällig, etwa wenn Balance, Progression oder Interaktionen zwischen Spielerfahrung und Spielsystem nicht sauber greifen.
Inhaltlich setzt Ardem auf ein Zombie-Szenario mit einem aus der Welt-Erzählung abgeleiteten Ausgangspunkt: Der RHAB-14-Virus ist ausgebrochen, die „Zombieapokalypse“ bildet damit die Klammer für die gesamte Spielwelt. Als Einzelgänger*in oder im Team sollen Spieler*innen Ressourcen zusammentragen, während die Welt gleichzeitig von mutierten Monstern geprägt wird. Das klingt nach vertrautem Zombie-Gameplay, aber der Unterschied liegt oft im „Wie“: Wie stark die Basisaktivitäten mit den restlichen Systemen verzahnt sind, wie sich Exploration anfühlt und wie flexibel die Action- und Rollenspiel-Elemente ineinandergreifen. Ardem ordnet sich hier in die Linie ein, die Fans von 28 Days Later, Dying Light oder Dead Island kennen, was weniger auf eine einzelne Innovation als auf ein Gesamtpaket abzielt.
Der zeitliche Ablauf ist dabei der wichtigste Stolperstein für alle, die „lieber heute als morgen“ starten wollen. Der Playtest wird auf Steam als offen angekündigt, dennoch heißt das nicht, dass nach dem Klick sofort freie Bahn ist: Nach dem Ausfüllen des „Am Spieltest von Ardem Playtest teilnehmen“-Kästchens und dem anschließenden „Zugriff anfordern“-Button muss erst Geduld aufgebracht werden, bis eine Zulassung erfolgt. Genau diese Form der Zugriffssteuerung ist für Entwickler*innen sinnvoll, weil sie damit Last und Testkohorten kontrollieren können. Für Spieler*innen bedeutet es, dass sie nicht nur die Neugier mitbringen, sondern auch eine gewisse Wartebereitschaft, bis das Spiel tatsächlich auf der eigenen Steam-Umgebung freigeschaltet ist.
Während der Playtest auf Steam kostenlos bleibt, soll sich das bei der nächsten Stufe ändern: Der kostenpflichtige Early Access ist noch dieses Jahr geplant. Zu Preisen nennt die Ankündigung keine konkrete Preisspanne, legt aber fest, dass der Kaufpreis zunächst niedrig angesetzt werden soll, bevor beim Übergang zur vollständigen Veröffentlichung eine Korrektur nach oben erfolgen dürfte. Das ist in der Praxis ein häufiges Modell, weil Early Access sowohl Finanzierung als auch reale Nutzung als „Entwicklungsinstrument“ dienen soll. Für die Spielerschaft ist dabei vor allem relevant, ob die frühen Builds bereits ausreichend „Spielwert“ liefern oder ob die spürbare Lücke zwischen Testphase und Early Access zu groß wird.
Was bleibt, ist eine ganz konkrete Frage nach dem Nutzen des kostenlosen Zugangs: Lohnt sich der Sprung, wenn die finale Vollversion noch Monate entfernt ist? Für Fans dürfte der wichtigste Vorteil im unmittelbaren Erleben liegen: Zombie hauen, Zombie vermöbeln und das Überleben als Loop direkt ausprobieren, statt nur auf Inhalte des Early Access zu warten. Und wer sich in der Zombie-Unterhaltung ohnehin auch außerhalb des Gaming-Genres gut auskennt, findet in der Spielwelt-Referenz zu Resident Evil Requiem und der Figur Claire Redfield zumindest eine vertraute Tonalität: Survival ist hier nicht nur Kampf, sondern auch Atmosphäre und stetige Bedrohung. Bis 2027 ist das jedoch Zukunftsmusik; bis dahin ist der Steam-Playtest der konkrete Ankerpunkt, an dem sich entscheiden kann, ob Ardem als Rollenspiel-Futter dauerhaft überzeugt.
Am Ende geht es für Unternehmen und Entwickler*innen um etwas sehr Bodenständiges: Ein Playtest ist eine Qualitätsmaßnahme, die sich erst in den Systemdetails auszahlt. Wenn Ressourcenmanagement, Basisaufbau und Kampforchestrierung bereits im Testbau gut funktionieren, sinkt später das Risiko von Frust in der breiteren Early-Access-Phase. Für Spieler*innen wiederum ist die niedrigschwellige Einstiegshürde attraktiv, weil sie das Spiel früh bewerten können, ohne sofort Geld zu binden. Und falls der Early Access tatsächlich mit einem niedrigen Preis startet, verschiebt das die Schwelle weiter Richtung „ausprobieren“, statt „abwerten, weil es sich noch nicht fertig anfühlt“. Für alle, die auf Open-World-Survival mit Rollenspiel-Tiefe stehen, ist Ardem damit im Moment vor allem eins: ein echter Slot im Kalender, den man testet, solange der Zugang noch kostenlos möglich ist.
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