WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Erkenntnisse aus der DART-Mission der NASA zeigen, dass Asteroiden ihre Monde durch einen langsamen Materialaustausch formen. Diese Entdeckung liefert erstmals visuelle Beweise für den theoretisch vermuteten Prozess, bei dem Gesteinsbrocken und Staub vom Hauptasteroiden Didymos auf seinen Begleiter Dimorphos übertragen werden.

Die jüngsten Ergebnisse der DART-Mission der NASA haben faszinierende Einblicke in die Dynamik von Doppelasteroidensystemen geliefert. Ein Team um die Astronomin Jessica Sunshine von der University of Maryland hat herausgefunden, dass der Asteroidenmond Dimorphos fächerförmige Streifen aufweist, die als Beweis für einen Materialaustausch zwischen ihm und dem Hauptasteroiden Didymos gelten. Diese Entdeckung stützt die Theorie, dass Asteroiden und ihre Monde über Millionen von Jahren durch einen langsamen Transfer von Gesteinsbrocken und Staub umgeformt werden.
Der zugrunde liegende Mechanismus für dieses Phänomen ist der Yarkovsky-O’Keefe-Radzievskii-Paddack-Effekt (YORP-Effekt), bei dem die Sonneneinstrahlung die Rotation kleiner Asteroiden beschleunigt. Wenn die Fliehkräfte auf dem Hauptasteroiden zu stark werden, löst sich Material von der Oberfläche ab und driftet als Trümmerwolke zu dem kleineren Mond. Diese Trümmerteile bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von nur 30,7 Zentimetern pro Sekunde, was erklärt, warum sie keine typischen Krater hinterlassen, sondern sich als flache Ablagerungen auf dem Mond absetzen.
Die Entdeckung dieser Strukturen war jedoch keine einfache Aufgabe. Auf den ursprünglichen Aufnahmen der Raumsonde DART waren diese Spuren zunächst nicht zu erkennen. Erst durch die Entwicklung spezieller Bildverarbeitungstechniken durch die Forscher Tony Farnham und Juan Rizos konnten die Schatten der Felsbrocken und störende Lichtartefakte entfernt werden, um die Muster sichtbar zu machen. Diese Entdeckung wurde durch physikalische Laborexperimente und Computersimulationen ergänzt, die die Bildung der fächerförmigen Muster bestätigten.
Obwohl diese Entdeckungen faszinierend sind, gibt es noch Einschränkungen. Die Kamera der DART-Sonde konnte nur einen kleinen Teil der Oberfläche unter einem konstanten Lichteinfallswinkel aufzeichnen. Es bleibt unklar, ob diese spezifischen Strukturen auch in anderen Bereichen des Mondes vorkommen oder ob sie durch den DART-Einschlag zerstört wurden. Die im Dezember 2026 geplante Hera-Mission der ESA soll detailliertere Aufnahmen liefern und könnte letzte Klarheit über die Ausmaße dieses natürlichen Materialtransfers geben.
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