LUDWIGSHAFEN / LONDON (IT BOLTWISE) – BASF bleibt trotz geopolitischer Spannungen rund um die Straße von Hormus vergleichsweise robust. Finanzvorstand Dirk Elvermann verweist auf integrierte Wertschöpfungsketten, eine regionale Aufstellung und vor allem auf die Möglichkeit, Rohstoffe flexibel umzuschichten, wenn einzelne Inputs stark teurer werden. Der Konzern sieht derzeit keine unmittelbaren Lücken bei Lieferungen, beobachtet aber bei Kunden wieder mehr Vorsicht bei Nachfrage und Preisen. Gleichzeitig macht BASF klar, dass Wettbewerbsdruck und Überkapazitäten weitere Effizienz- und Umbauprogramme verlangen.

BASF versucht, die aktuelle Irankrise nicht als isolierten Krisenherd zu behandeln, sondern als Belastungsfaktor, der sich vor allem über Kosten und Nachfrage auf die Chemieindustrie auswirkt. Laut Aussagen von Finanzvorstand Dirk Elvermann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX bleibt der Konzern in Summe widerstandsfähig. Der Chemieriese kombiniert dafür drei Bausteine: regionale Präsenz, integrierte Wertschöpfungsketten und eine hohe Flexibilität bei Rohstoffen in der Produktion. In einer weltwirtschaftlich schwierigen Lage sieht Elvermann genau darin einen Grund, warum BASF bislang gut durch die Phase kommt.
Technisch betrachtet entscheidet in der Chemie weniger die Schlagzeile über eine Seestraße als vielmehr, wie schnell sich Inputströme und Produktportfolios anpassen lassen. Elvermann nennt als Beispiel Naphtha- und Alternativrouten: Wenn Naphtha besonders teuer wird, kann BASF in großen Upstream-Anlagen verstärkt Butan und Propan einsetzen. Solche Umschichtungen sind nicht nur Einkaufsthemen, sondern greifen in die Prozesskette ein, weil Anlagen auf bestimmte Feedstocks optimiert sind und sich Ausbeute sowie Nebenprodukte verschieben können. Die Chance für BASF liegt darin, diese Produktionsfenster operativ zu steuern und damit Margenschwankungen zu dämpfen.
Die Straße von Hormus wird vor allem dann zum Risiko, wenn Einschränkungen länger anhalten und sich im Weltmaßstab die Wirtschaftsaktivität abkühlt. BASF ist nach den vorliegenden Angaben bislang nur begrenzt im Nahen Osten engagiert und müsse keine wesentlichen Lieferungen direkt über die Meerenge abwickeln. Dennoch kann sich der Druck indirekt übertragen: Sinkende Nachfrage in Industrien wie Bau, Automobil oder Konsumgüter führt in der Regel zu niedrigeren Abnahmemengen und damit zu Preis- und Volumeneffekten. Interessant ist, dass Elvermann auch eine Veränderung im Kundenverhalten beschreibt: Kunden in Europa seien sensibler geworden, wollten Lieferketten absichern und mindestens als zweiten Anbieter ein europäisches Unternehmen haben.
Diese Dynamik wirkt wie ein Markt-Reset, bei dem kurzfristige Absicherung Vorrang vor aggressiver Bestellpolitik bekommt. Branchenexperten beobachten in solchen Phasen häufig eine zweistufige Preisbildung: Auf der einen Seite steigen Risikoaufschläge und Vorlaufkosten für Materialflüsse, auf der anderen Seite verhandeln Abnehmer härter, sobald Nachfragetrends kippen. Elvermann spricht zugleich von einer wieder stärkeren Preissetzungsmacht als in den Vorquartalen. Das ist ein wichtiger Unternehmenshebel, weil Preissetzungsmacht in der Chemie stark davon abhängt, ob Kapazitäten in der Industrie insgesamt unter Druck stehen oder ob zusätzliche Mengen den Markt fluten. In Wettbewerbsrecherchen wird BASF dabei regelmäßig mit Spielern wie INEOS oder LyondellBasell verglichen, die ebenfalls an Portfoliostrategien und Kostendisziplin arbeiten.
Hinter der operativen Robustheit steckt jedoch ein Strukturthema, das BASF nicht aus der Welt argumentieren kann: Überkapazitäten in der Chemie. Elvermann betont deshalb die Bedeutung weiterer Spar- und Effizienzprogramme sowie die Anpassung von Produktionsstrukturen. Der Konzern setzt dabei schon länger auf einen Umbau, inklusive Stellenabbau vor allem im Stammwerk Ludwigshafen. Solche Maßnahmen sind im Markt ambivalent: Sie können kurzfristig Kosten senken und die Produktivität erhöhen, verschärfen aber die Diskussion um soziale Folgen und Investitionsfähigkeit. Gleichzeitig fordert BASF bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen in Europa, weil Produktivität, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit sonst nicht nachhaltig steigen. Hier spielen auch regulatorische Faktoren hinein, etwa durch Anforderungen im Zusammenhang mit Exportkontrollen und Sanktionen, die Handelsströme und Compliance-Prozesse beeinflussen.
Für Unternehmen und Entwickler in der Lieferkette bedeutet das konkret: Resilienz ist mehr als ein Notfallplan für Seewege. Im Tagesgeschäft entscheidet, wie gut Daten über Lieferanten, Frachtwege, Rohstoffalternativen und Vertragslogik modelliert und in Planungszyklen integriert sind. Sobald geopolitische Risiken Preissignale, Lieferzeiten und Verfügbarkeiten verändern, braucht das Supply-Chain-Management schnelle Szenarien, um Bestellungen und Produktionspläne anzupassen. Der Vergleich zu Wettbewerbern zeigt außerdem, dass die Innovationsachse oft dort liegt, wo Anlagen flexibel genug sind, um Rohstoffwechsel und Produktmix-Justierung umzusetzen. Für KI-gestützte Planungssysteme im Hintergrund entsteht damit eine klare Aufgabenstellung: bessere Prognosen für Nachfrage, Risikoaufschläge und Preisverläufe, damit das Unternehmen nicht nur reagiert, sondern proaktiv disponiert.
Aus heutiger Sicht scheint BASF vor allem deshalb gelassen, weil der Konzern einen Puffer aus Orderbuchvolumen und Lieferketten-Absicherung sieht. Elvermann erwähnt derzeit „auskömmliche Orderbücher“ und stellt damit indirekt die Verbindung zur realen Nachfrage her. Gleichzeitig bleibt die Lage dynamisch: Wenn die Einschränkungen rund um die Straße von Hormus länger dauern und die Weltwirtschaft spürbar stärker belastet wird, kann das über sinkende Nachfrage auch BASF treffen. Der Ausblick für die nächsten Quartale hängt daher an zwei Faktoren: Wie schnell sich die Preisbildung normalisiert und wie konsequent BASF Effizienzgewinne aus dem laufenden Konzernumbau in stabile Kostenstrukturen überführt. Unterm Strich spricht vieles dafür, dass BASF zwar nicht immun ist, aber die richtigen Stellhebel besitzt, um Schwankungen abzufedern.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "BASF trotzt Irankrise: Resilienz durch Rohstoff-Flexibilität und Supply-Ketten" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "BASF trotzt Irankrise: Resilienz durch Rohstoff-Flexibilität und Supply-Ketten" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »BASF trotzt Irankrise: Resilienz durch Rohstoff-Flexibilität und Supply-Ketten« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!