WASHINGTON D.C. / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neuer Gesetzesentwurf in den USA sorgt für Aufruhr in der Kryptowährungsbranche. Der PARITY Act, der von den Abgeordneten Max Miller und Steven Horsford eingebracht wurde, sieht eine ungleiche steuerliche Behandlung von Bitcoin-Mining und anderen Blockchain-Technologien vor. Kritiker argumentieren, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit von Bitcoin-Mining gefährdet und die Branche ins Ausland treiben könnte.

Der kürzlich vorgestellte PARITY Act, ein parteiübergreifender Gesetzesentwurf zur Besteuerung digitaler Vermögenswerte, hat in der Kryptowährungsbranche erhebliche Kontroversen ausgelöst. Während der Entwurf darauf abzielt, den Internal Revenue Code zu überarbeiten und Klarheit in der Besteuerung digitaler Vermögenswerte zu schaffen, sehen Bitcoin-Befürworter darin eine unfaire Behandlung von Mining-Aktivitäten.
Im Zentrum der Kritik steht die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Blockchain-Konsensmechanismen. Der Entwurf sieht vor, dass Einnahmen aus der Produktion von Kryptowährungen als Bruttoeinkommen klassifiziert werden, das zum Marktwert bei Erhalt berechnet wird. Teilnehmer von Proof-of-Stake-Netzwerken wie Ethereum und Solana können diese Steuern jedoch bis zum Verkauf der Vermögenswerte aufschieben. Bitcoin-Miner, die auf einem Proof-of-Work-System basieren, sind von dieser Steueraufschiebung ausgeschlossen.
Conner Brown, Geschäftsführer des Bitcoin Policy Institute, kritisiert, dass der Entwurf eine zweistufige Steuerregelung schafft, die Stakern Erleichterungen bietet, während Miner mit denselben Phantom-Einkommensproblemen konfrontiert bleiben. Diese Regelung könnte die Wettbewerbsfähigkeit von Bitcoin-Mining erheblich beeinträchtigen und die Branche ins Ausland treiben.
Darüber hinaus würde der Entwurf die steuerliche Behandlung der Verwendung bestimmter stabiler Zahlungskryptowährungen im Alltag erleichtern. Dies könnte es Verbrauchern erschweren, Bitcoin für kleine Einzelhandelskäufe zu verwenden, da diese Transaktionen weiterhin Kapitalertragsmeldepflichten auslösen könnten. Branchenexperten fordern daher eine breitere de-minimis-Ausnahme, die auch Bitcoin-Transaktionen umfasst.
Während Bitcoin-Puristen gegen die Ausnahmen protestieren, versuchen breitere Branchenlobbygruppen, den Entwurf als Ausgangspunkt für umfassendere gesetzgeberische Reformen zu nutzen. Cody Carbone, CEO der Digital Chamber, begrüßte den PARITY Act, betonte jedoch die Notwendigkeit erheblicher Überarbeitungen, um zu verhindern, dass die Branche ins Ausland abwandert. Er fordert unter anderem, dass sowohl Staking- als auch Mining-Belohnungen nur beim Verkauf oder der Veräußerung besteuert werden und dass grundlegende technische Aktionen wie das Verschieben von Krypto zwischen persönlichen Wallets von der Besteuerung ausgenommen werden.
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