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LONDON (IT BOLTWISE) – Bitcoin scheitert laut Daten zur Kostenbasis wiederholt an der Marke von 87.700 US-Dollar, während Käufer dort zuletzt im Schnitt etwa 5% über dem aktuellen Kurs liegen. Gleichzeitig haben starke ETF-Zuflüsse im September die Widerstandszone zunächst nicht aufgelöst, weil das Tempo der Zuflüsse später nachließ. K33 rechnet vor dem nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank und den US-Midterms am 3. November mit größeren Preisschwankungen, während die Volatilität nahe Jahrestiefs liegt. Für Trader entscheidet sich damit, ob das Rebound-Momentum anhält oder ob Rückverkäufe die Aufwärtsbewegung abbremsen.

Bitcoin-Kostenbasis bei 87.700 US-Dollar: Bremsen Käufer-Verkäufe die Rally?
Bitcoin-Kostenbasis bei 87.700 US-Dollar: Bremsen Käufer-Verkäufe die Rally? (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Diskussion um Bitcoin rückt in dieser Woche weg vom reinen Kurschart und hin zu einer konkreten On-Chain-Kennzahl: der Kostenbasis, also dem durchschnittlichen Einstiegspreis bestimmter Käufergruppen. Laut Glassnode-Daten, die in der aktuellen Marktbetrachtung zitiert werden, liegt diese Kostenbasis bei rund 87.700 US-Dollar. In der Praxis bedeutet das: Wenn der Markt wieder in diesen Bereich zurückläuft, treffen zwei psychologische Effekte aufeinander – das Bedürfnis nach Verlustausgleich („Break-even“ wird greifbar) und die Frage, ob Halter eher verkaufen oder eher auf einen nachhaltigen Ausbruch setzen.

Technisch betrachtet entsteht die Kostenbasis aus der Kette selbst: Das Modell schätzt den Preis, zu dem Coins zuletzt bewegt wurden, und mittelt diesen Wert über unterschiedliche Halter hinweg. Genau deshalb wird diese Zahl von Tradern als potenzieller Widerstand interpretiert, nicht als magische Kursmarke. Die Herleitung macht aber deutlich, warum der Mechanismus funktionieren kann: Viele Adressen sind über Wochen „unter Wasser“, weil der Preis nach dem Einstieg fiel. Kommt Bitcoin zurück auf das Niveau der durchschnittlichen Kaufpreise, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil der Inhaber Coins realisiert, um wieder im Gewinn zu landen – und damit kurzfristig zusätzliche Verkaufsorders in den Markt bringt.

Im konkreten Kursbild zeigt sich der Widerstand bereits mehrfach: Bitcoin konnte die Zone knapp unter 87.700 US-Dollar laut der genannten Auflistung drei Mal nicht überwinden. Der Kurs erreichte am 21. September 87.397 US-Dollar, am 23. September 87.283 US-Dollar und am 2. Oktober 87.249 US-Dollar; jedes Mal schloss der Markt danach tiefer. Gleichzeitig steht die Marktseite unter Spannung, weil Bitcoin innerhalb der letzten 90 Tage um 27,7% zugelegt hat und laut der Zusammenfassung große Wallet-Inhaber weiter akkumulieren. Das ist eine wichtige Gegenkraft, aber sie verhindert den möglichen „Supply-Overhang“ nicht automatisch: Wenn die Käufergruppe oberhalb des aktuellen Preises im Schnitt etwa 5% über dem Kurs liegt, entsteht rechnerisch ein Gebiet, in dem Rückverkäufe besonders plausibel werden.

Zusätzlichen Druck liefert der Blick auf die Kapitalflüsse über börsengehandelte Produkte. Berichtet wird, dass im September ein ETF-Inflow-Tag fast 1 Mrd. US-Dollar erreicht habe, ohne Bitcoin dennoch über die 87.700-US-Dollar-Marke zu drücken. Noch entscheidender ist jedoch die Dynamik danach: Die erwähnten aktuellen ETF-Zuflüsse sind seitdem deutlich zurückgegangen. Für die Marktmechanik heißt das übersetzt, dass der bisherige „Nachschub“ an frischem Kapital nicht mehr denselben Impuls liefern dürfte wie in der stärksten Zuflussphase. Damit können selbst relativ kleine Verkaufswellen – etwa genau in der Kostenbasis-Zone – stärker ins Gewicht fallen als in Phasen mit anhaltend hohem Zustrom.

Der makrogetriebene Teil der Story verschiebt den Zeithorizont. In der Einschätzung von K33 heißt es, vor dem nächsten Zinsentscheid der US-Notenbank (Fed) und vor den US-Midterms am 3. November sei mit größeren Preisschwankungen zu rechnen. Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass die Bitcoin-Volatilität nahe Jahrestiefs liege, aktuell bei 1,2%. Diese Kombination ist für viele Marktteilnehmer ein Warnsignal: Niedrige Volatilität kann auf „aufgestauter“ Unsicherheit beruhen – und sobald ein externer Auslöser kommt, kann sich die Bewegung stärker entladen als erwartet. Ob die Kostenbasis bei 87.700 US-Dollar dabei tatsächlich als Bremsklotz wirkt, hängt dann weniger von einer einzelnen Marke ab, sondern davon, wie viel der früheren Käufergruppe in dem Moment verkaufsbereit ist.

Praktisch folgt daraus eine zweistufige Handelslogik, die viele Marktteilnehmer inzwischen verknüpfen. Solange Bitcoin im Bereich knapp über der Kostenbasis handelt, bleibt die Rückkehr zum Break-even ein realistischer Verkaufsgrund; die potenzielle Selling Pressure liegt dann grob etwa 5% über dem aktuellen Kurs, was in der Meldung als zentrale Spannweite genannt wird. Dreht der Markt dagegen und hält sich nachhaltig oberhalb der 87.700-US-Dollar-Zone, kann sich das Verhalten verschieben: Aus Widerstand wird dann eher Unterstützung, weil Halter aus einer Verlustsituation in den Gewinnbereich wechseln und damit die Motivation zum kurzfristigen Realisieren sinkt. Interessant ist dabei die in der Community kursierende Gegenbehauptung, dass sich Halter nicht zum Zeitpunkt 87.700 US-Dollar trennen würden; die erwähnten Inhalte liefern dafür jedoch keine belastbaren Daten, sodass der reale Markt weiterhin der beste „Beweis“ bleibt.

Unterm Strich zeigt die aktuelle Analyse, wie On-Chain-Daten und klassisches Markt-Sentiment zusammenwirken können. Für Unternehmen und Plattformbetreiber, die Krypto-Produkte anbieten, ist das relevant, weil solche Kostenbasis-Mechaniken typischerweise zu sichtbaren Orderbuch-Effekten führen können: mehr Aktivität nahe technischer/psychologischer Marken, stärkere Spreads in kurzen Intervallen und eine schnellere Korrelation mit makrogetriebenen Risikoentscheidungen. Gleichzeitig bleibt die Investoren-Perspektive zweigeteilt: Einerseits locken Promotions für neue Nutzer die Aufmerksamkeit auf den Markt, andererseits bleibt für die langfristige Bewertung entscheidend, ob sich Kapitalflüsse wie bei den ETF-Zuflüssen stabilisieren oder ob ausgerechnet im Bereich der Kostenbasis ein „Rebalancing“ stattfindet, das den nächsten Ausbruch verzögert.


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