LONDON (IT BOLTWISE) – Ein prominenter Marktstratege erwartet rund um Mitte Oktober einen „Run for the ages“ und begründet das mit veränderten Marktstrukturen. Er verweist unter anderem auf US-Stablecoin-Regeln, den Trend zur Tokenisierung realer Vermögenswerte sowie auf den Marktzugang durch Spot-Bitcoin-ETFs. Gleichzeitig zeigt die Historie, dass „Supercycle“-Prognosen in der Vergangenheit oft zu früh oder zu absolut formuliert waren. Entscheidend wird daher weniger der Begriff selbst als die Frage, welche Mechanismen diesmal wirklich tragen.

Die Diskussion um einen möglichen Bitcoin-Superzyklus wirkt wie ein Klassiker aus dem Krypto-Jahrbuch: Ein bullischer Ausblick, ein präziser Zeitrahmen und die Behauptung, diesmal sei alles anders. James Thorne, Chief Market Strategist beim kanadischen Wealth-Manager Wellington-Altus Private Wealth, setzt dabei auf einen „Run for the ages“ und verbindet seine Einschätzung mit mehreren strukturellen Veränderungen im Finanzsystem rund um digitale Assets. Dass viele frühere Supercycle-Vorhersagen nicht eingetroffen sind, wird zwar erwähnt, soll den Optimismus aber nicht entkräften. Für Anleger ist genau diese Mischung aus neuen Treibern und alter Terminlogik das Spannende – und zugleich der Punkt, an dem das Wort „Supercycle“ eher als Narrativ denn als messbare Definition taugt.
Technisch und marktmechanisch betrachtet knüpft Thorne an das klassische Krypto-Modell an, nach dem Bitcoin-Booms und -Einbrüche stark mit dem vierjährigen Rhythmus der sogenannten Halvings verknüpft sind. Seine Kernthese lautet jedoch, dass diese Logik dieses Mal an Relevanz verliert, weil sich der Markt seit der letzten großen Phase verändert habe. Ein zentraler Baustein ist dabei der US-Regulierungsrahmen für Stablecoins, der in dem Beitrag als „Genius Act“ bezeichnet wird. Stablecoins sind für den Kryptomarkt mehr als nur ein Zahlungsinstrument: Sie dienen oft als schnelle Liquiditätsbrücke zwischen Fiat-Währung und on-chain Handel, weil sie in der Praxis Handelsvolumen dort abbilden können, wo direkte Fiat-Zugänge noch langsam oder kompliziert sind. Wenn Stablecoin-Regeln die Nutzung vereinheitlichen oder verlässlicher machen, kann das die Geschwindigkeit erhöhen, mit der Kapital in Krypto-„Rails“ fließt – auch wenn dadurch nicht automatisch dauerhaft höhere Kurse garantiert sind.
Daneben rückt Thorne den Trend zur Tokenisierung von Vermögenswerten in den Vordergrund. Gemeint ist, dass Eigentums- und Nutzungsrechte an realen Assets – etwa Staatsanleihen – zunehmend als Token auf einer Blockchain abgebildet werden können. Für die Preisbildung von Bitcoin ist das indirekt, aber potenziell bedeutsam: Tokenisierte Assets können laut der Argumentation Kapital aus dem traditionellen Finanzsystem in die Krypto-Ökonomie „umlegen“, weil sie neue Anwendungsfälle und neue Marktmechanismen für Verwahrung, Handel und Abwicklung schaffen. Gleichzeitig ist Tokenisierung auch ein Ökosystem-Thema: Entscheidend ist weniger die Existenz von Token als die tatsächliche Liquidität in den jeweiligen Märkten, die institutionelle Verankerung (z. B. über Treuhand- oder Custody-Modelle) und die Integrationsfähigkeit mit bestehenden Handels- und Settlement-Prozessen. Genau hier entscheidet sich, ob Tokenisierung lediglich ein weiterer Krypto-Use-Case bleibt oder ob sie dauerhaft Volumenströme verstetigt.
Ein dritter, in der Quelle sehr konkret genannter Hebel ist der institutionelle Zugang über Spot-Bitcoin-ETFs: Regulierer hätten solche Produkte am 10. Januar 2024 genehmigt, wodurch Wall Street laut Darstellung während des letzten Marktzyklus deutlich einfacher an Bitcoin herankam. Für den konkreten Status werden bis zum 20. Oktober kumulierte Nettozuflüsse von 57,8 Milliarden US-Dollar genannt. Diese Zahl ist mehr als Statistik; sie beschreibt, wie stark Kapital über einen „regulierten“ Vertriebskanal in den Bitcoin-Preis einwirken kann – und warum das Halving-Thema allein möglicherweise zu grob wird, um kurzfristige oder mittelfristige Bewegungen zu erklären. Dennoch bleibt die zentrale Kritik bestehen: Der Beitrag betont selbst, dass der Begriff „Supercycle“ keine fest definierte, überprüfbare Kennzahl besitzt. Damit lässt sich jede Phase eines Bullenmarkts rückwirkend als Teil eines größeren Zyklus interpretieren – und eine spätere Enttäuschung fällt umso schmerzhafter aus.
Dass solche Prognosen scheitern können, wird in der Vorlage mit einem Beispiel aus 2021 untermauert: Der Kryptofonds-Manager Su Zhu habe 2021 einen weitgehend stetigen Anstieg ohne lang anhaltende Bärenmärkte erwartet, diese These aber später im Mai 2022 zurückgenommen. Zusätzlich wird beschrieben, dass auch der jüngste Marktzyklus rund um das Halving 2024 zahlreiche Supercycle-Erzählungen hervorgebracht habe, die nicht wie erwartet eintrafen – unter anderem, weil Bitcoin sein vorheriges Allzeithoch erstmals vor dem Halving durchbrach. Genau darin liegt der methodische Kern: Wenn Prognosen an einen bestimmten Zyklusanker geknüpft werden, aber der Markt den Zeithorizont vorzieht, wird das Narrativ zwar nicht zwingend „falsch“ – es wird aber unbrauchbar für die zeitliche Steuerung von Risiken. Für Investoren bedeutet das: Nicht nur die Richtung, auch die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Timing-Unsicherheit müssen in die Planung.
Der Markt lässt sich aus heutiger Sicht daher eher als Multi-Treiber-System lesen als als reines Halving-Spiel. Spot-ETFs liefern eine potenziell stabile Nachfrage-Mechanik, Stablecoin-Regulierung kann die Kapitalumschichtung in Krypto beschleunigen, und Tokenisierung kann – falls sie tatsächlich breite Liquidität erzeugt – zusätzliche institutionelle Pfade öffnen. Gleichzeitig bleibt Krypto anfällig für Stimmungswechsel, Liquiditätszyklen und Risiken, die außerhalb klassischer makroökonomischer Modelle liegen. Dass der Beitrag Thorne als richtig darin einstuft, dass Kryptoasset-Preise langfristig wahrscheinlich steigen können, ist insofern konsistent: Langfristige Preisannahmen profitieren von strukturellen Effekten eher als kurzfristige Zeitfenster. Wenn man „Supercycle“ ernst nehmen will, sollte man den Begriff daher weniger als Versprechen über einen bestimmten Zeitpunkt verstehen, sondern als Hypothese darüber, ob mehrere Faktoren gleichzeitig die Angebotsdynamik und die Nachfragefähigkeit über Jahre hinweg verstärken.
Für die Praxis ergibt sich daraus eine klare Konsequenz für Unternehmen und vermögende Anleger: Wer in Krypto investiert, sollte den Fall prüfen, ob die beschriebenen Treiber – regulierte ETF-Zuflüsse, robuste Stablecoin-Ökonomie und funktionierende Tokenisierung – im eigenen Szenario tatsächlich zu anhaltender Liquidität führen. Dazu gehört auch, die Abhängigkeit von Kapitalzuflüssen über Intermediäre zu bewerten: Wenn institutionelle Zuflüsse kippen oder Risikoaufschläge im Markt steigen, kann der Preis trotzdem kurzfristig stark reagieren, selbst wenn langfristige Narrativen bestehen bleiben. Unterm Strich ist die Debatte weniger ein Duell zwischen „Superzyklus ja oder nein“ als eine Diskussion darüber, welche Marktstrukturänderungen in der Realität stark genug sind, um alte Zyklusregeln zu überlagern.
Ob rund um den genannten 15. Oktober ein „Run“ tatsächlich einsetzt, lässt sich aus den vorliegenden Argumenten nicht eindeutig ableiten. Die Historie liefert zumindest einen Dämpfer: Supercycle-Erwartungen wurden wiederholt zu absolut formuliert, und selbst wenn der langfristige Trend aufwärts gerichtet ist, kann der Weg dorthin Brüche und Timing-Fehler enthalten. Genau deshalb lohnt es sich, die Grundlage der These zu prüfen: Gibt es messbare Indikatoren für nachhaltige Nachfrage (z. B. anhaltende ETF-Zuflüsse), und lässt sich die Tokenisierungs-Story über echte Liquidität und nutzbare Abwicklungsmechanismen untermauern? Wenn diese Signale zusammenkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass „Supercycle“ mehr ist als ein Slogan. Wenn nicht, bleibt es ein Begriff, der vor allem im Aufwind der frühen Phase nützlich ist.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Bitcoin-Superzyklus: Warum ein Strategist Optimismus zeigt – und wo Zweifel bleiben" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Bitcoin-Superzyklus: Warum ein Strategist Optimismus zeigt – und wo Zweifel bleiben" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Bitcoin-Superzyklus: Warum ein Strategist Optimismus zeigt – und wo Zweifel bleiben« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!