LONDON (IT BOLTWISE) – Michael Saylor unterstützt mit einem Post auf X die Rivalin Strive (ASST) und fordert, dass gut geführte Digital-Credit-Unternehmen im Bitcoin-Markt gewinnen. Die positive Resonanz lässt sowohl MSTR- als auch ASST-Aktien zeitweise um rund 2% steigen. Technisch spannend bleibt der gemeinsame Kernansatz: beide Firmen wandeln Kapital über Aktienemissionen in Bitcoin-Reserven um. Gleichzeitig skizziert Saylor eine künftige Bitcoin-Welt mit potenziell 120 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung bis 2035.

Bitcoin-Treasury im Wettbewerb: Saylor stärkt Strive und setzt auf 120-Billionen-Boom
Bitcoin-Treasury im Wettbewerb: Saylor stärkt Strive und setzt auf 120-Billionen-Boom (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Wettbewerb um Bitcoin-Treasuries bekommt eine neue Dynamik: Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy (MSTR), hat öffentlich die Rivalin Strive (ASST) gestärkt. In dem Beitrag auf X stellte er das Ziel in den Mittelpunkt, dass Strive und andere solide aufgestellte Digital-Credit-Unternehmen gewinnen sollen. Die direkte Marktreaktion fiel für beide Aktien sichtbar aus; laut Bericht legten MSTR und ASST am selben Handelstag jeweils um etwa 2% zu. Für Tech- und Finanz-Entscheider ist das mehr als ein PR-Moment, weil es die strategische These untermauert, die hinter mehreren kettenbasierten Wertschöpfungsmodellen steht: Wer Bitcoin als knappe, langfristig „fixe“ Reserve betrachtet, kann Nachfrage verstetigen, sobald mehr börsennotierte Firmen Bitcoin kaufen und halten.

Das Muster, das MSTR und Strive dabei teilen, wirkt zunächst banal, ist aber in der Kapitalmarktmechanik wirkungsvoll: Beide Unternehmen beschaffen Geld am Aktienmarkt und setzen dieses Kapital dann zur Ergänzung ihrer Krypto-Reserven ein. Strategy wird in dem Kontext als aktuell größter öffentlicher Unternehmenshalter eingeordnet: Laut Quelle hält das Unternehmen 847.666 Bitcoin, bewertet mit rund 70,4 Milliarden US-Dollar. Strive liegt deutlich darunter, aber ebenfalls in einer relevanten Größenordnung: 27.462 Bitcoin, damit auf Platz fünf unter den börsennotierten Unternehmenshaltern. Dass der CEO von Strive, Matt Cole, Saylor zustimmte und die gegenseitige Verstärkung betonte, liefert zudem einen Hinweis auf die Logik „Ökosystem statt Nullsummenspiel“: Wenn mehrere öffentlich handelnde Vehikel Kapital in ähnliche Bitcoin-Strategien lenken, profitieren beide von einem wachsenden öffentlichen Aufmerksamkeitsschub auf das Thema Treasury statt nur von einzelnen Kurswetten.

Verstärkt wird die Verbindung durch konkrete Kapitalverflechtungen außerhalb reiner Preisbewegungen. Die Quelle nennt, dass Strive bereits im März 50 Millionen US-Dollar in die bevorzugten Anteile von Strategy investierte, bezeichnet als STRC. Diese Querverbindung ist wichtig, weil sie die Grenze zwischen „Bitcoin als Vermögenswert“ und „Finanzierung als Produkt“ stärker verschiebt. In derselben Woche legten beide Firmen ihre Krypto-Bestände weiter nach: Strategy kaufte 1.665 Bitcoin, nachdem zuvor eine zehnwöchige Kaufpause im späten August beendet worden war. Strive wiederum erwarb 1.355 Bitcoin am 21. September und erhöhte dabei den Großteil seiner Mittel (85%) durch den Verkauf von SATA-Income-Aktien. Aus technologischer Sicht ist das weniger eine reine Krypto-Theorie als eine wiederholbare Pipeline aus Kapitalbeschaffung, Portfolio-Entscheidungen und anschließender Verwahrung – also ein Betriebskonzept, das sich an Metriken wie Marktliquidität, Cash-Kosten und Timing von Emissionen koppelt.

Während die Aktienkurse kurzfristig reagieren, liefert Saylor im langfristigen Narrativ den Treiber für die Investmentstory: In einem Interview mit Binance ordnete er Bitcoin einer Phase zu, die er als „BTC gold rush“ bezeichnete. Zentral ist seine Prognose, dass bis 2035 99% aller Bitcoin bereits gemintet sein sollen, während der verbleibende Rest über das folgende Jahrhundert entsteht. Die Rechnung, die er daraus ableitet, zielt auf Marktkapitalisierung statt auf Technik im engeren Sinne: Saylor setzt globale Wertevermögen bei 1.200 Billionen US-Dollar an und verortet den gesamten Krypto-Markt bei ungefähr 3 Billionen US-Dollar. Wenn Bitcoin dann etwa 10% der globalen Assets absorbiert, würde das seiner Argumentation zufolge zu einer individuellen Marktkapitalisierung von 120 Billionen US-Dollar führen. Zusätzlich stellt er die angebliche Preis- und Angebotsdynamik gegenüber traditionellem Gold heraus: Goldangebot wachse jährlich um rund 2%, während Bitcoin angeblich keine Inflation im klassischen Sinn kennt.

Der eigentliche Unterschied zur „reinen“ Bitcoin-Haltedirektinvestition liegt jedoch in der Struktur der Kapitalrückflüsse. Saylor beschreibt einen drei Schritte umfassenden Weg von Bitcoin als digitalem Kapital hin zu digitalem Kredit und schließlich digitalem Geld. Als Beispiel nennt er Strategy’s bevorzugte Aktien STRC: Demnach könne STRC Investoren jährlich Dividenden im Bereich von 10% bis 12% bieten – mit weniger starken Preisbewegungen als beim direkten Halten von Bitcoin. Außerdem spricht Saylor über potenzielle zukünftige Bitcoin-gestützte Stablecoins, die Anlegern eine Rendite von 7% ermöglichen könnten, während der Wert stabil bleiben soll. Für die praktische Bewertung ist dabei entscheidend, dass solche Rendite-Mechanismen typischerweise nicht aus der Bitcoin-Wertsteigerung „magisch“ entstehen, sondern aus Kredit- und Ertragsstrukturen, die sich in die Krypto-Ökonomie einbetten: also aus der Frage, wie sich Cashflows generieren, wie Sicherheiten funktionieren und wie die Renditenrisiken im Portfolio verteilt werden. Dass Strategy bislang keinen eigenen Stablecoin eingeführt hat, aber davon spricht, dass andere Protokollentwickler bereits „yield“-Tools bauen, zeigt dabei: Das Feld bewegt sich von Spot-Exposure hin zu Finanzierungsprodukten, in denen Bitcoin als Sicherheiten- oder Wertanker dient.

Auch auf der klassischen Marktseite wird die Story mit Zahlen unterfüttert. Für Strategy führt die Quelle aus, dass Wall Street aktuell eine „Strong Buy“-Konsensbewertung nennt – basierend auf 13 einstimmigen Buy-Empfehlungen, die innerhalb der letzten drei Monate veröffentlicht worden sein sollen. Das durchschnittliche Kursziel wird mit 226,85 US-Dollar beziffert; daraus ergibt sich laut Bericht ein Aufwärtspotenzial von etwa 45%. Unabhängig davon, wie man solche Kursziele methodisch gewichtet, zeigt die Kombination aus Equity-Analysten-Tracking und Corporate-Treasury-Strategie, wie stark sich der Investmentfall mittlerweile „hybridisiert“: Bitcoin bleibt der Kern, aber der Renditeanspruch wird über Kapitalmarktinstrumente, bevorzugte Aktien und potenzielle Kredit-/Stablecoin-Mechanismen in ein anderes Risikoprofil übersetzt. Für Unternehmen heißt das: Wer in der Krypto-Nachbarschaft investiert oder Technologien dafür entwickelt, beobachtet nicht nur Preisbewegungen, sondern auch die entstehende Infrastruktur aus Emissionen, Verwahrung, Ertragsquellen und Kommunikationsstrategie zwischen Wettbewerbern.


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