LIESTAL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) ordnet ihre CFO-Rolle neu: Luca Pertoldi tritt nach rund fünf Jahren per Ende Juni 2026 zurück. Ab 1. Juli 2026 übernimmt Pascal Berli interimistisch die Aufgaben des CFO und leitet damit den Nachfolgeprozess an. Für den Bankbetrieb bedeutet das vor allem Kontinuität bei Profitabilitäts- und Ertragsinitiativen sowie im Finanz- und Risikomanagement. Gleichzeitig rückt die Frage in den Fokus, wie Unternehmen solche Übergänge technisch, prozessual und regulatorisch absichern.

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) stellt ihre CFO-Funktion um, und das ist mehr als eine formale Personalentscheidung. Luca Pertoldi, CFO und Leiter des Geschäftsbereichs Finanz- & Riskmanagement, verlässt die operative Geschäftsleitung nach rund fünf Jahren zum Ende Juni 2026. Bereits ab dem 1. Juli übernimmt Pascal Berli interimistisch die CFO-Aufgaben; parallel startet der Nachfolgeprozess. Für IT- und Compliance-Verantwortliche in Banken ist genau dieser Zeithorizont entscheidend: Der Zeitraum zwischen Übergabe, Budgetzyklen und Risikomodell-Updates ist oft der Moment, in dem Prozesse „hart“ werden müssen, damit keine Lücke in Steuerung, Reporting oder Kontrollen entsteht.
Technisch betrachtet ist ein CFO-Wechsel in einer Bank immer auch ein Wechsel an der Schnittstelle zwischen Steuerungslogik und Datenlieferketten. Der Geschäftsbereich Finanz- & Riskmanagement ist bei Kantonalbanken typischerweise eng an die Auswertung von Kapital- und Liquiditätskennzahlen, Stresstests sowie an die Governance der Risikomodelle gekoppelt. Wenn Berli interimistisch übernimmt, muss er kurzfristig die Verantwortungszuordnung für Fachkonzepte, Freigabeprozesse und Ergebnis-Interpretationen übernehmen: Welche Parameter wurden in den letzten Quartalen angepasst? Welche Abweichungen sind im aktuellen Reporting erklärungsbedürftig? Und wie werden Änderungen nachvollziehbar dokumentiert, damit Audit-Trails und Kontrollnachweise stabil bleiben.
Historisch kennen Banken diese Muster: In den Jahren nach der Finanzkrise wurden CFO- und CRO-Rollen stärker verschränkt, weil Regulatorik, Modellrisiken und Datenqualität zusammengewachsen sind. In der Praxis bedeutete das, dass Führungskräfte nicht nur „Zahlen“ verantworten, sondern auch Modellgüte, Datenlinien und interne Kontrollen. In den letzten Jahren kam zusätzlich die Systemebene dazu: Automatisiertes Risiko-Reporting, Data-Warehousing und zunehmend auch KI-gestützte Analysekomponenten für Frühwarnindikatoren. Gerade bei Übergaben zeigt sich, ob die Organisation solche Funktionen entkoppeln kann: Wenn Schlüsselprozesse in Datenpipelines, Berechtigungskonzepten und Genehmigungsworkflows verankert sind, reduziert sich das Risiko, dass Wissen an einzelne Personen gebunden bleibt.
Der Markt liest die Meldung zwar zuerst als Nachfolge, ordnet sie aber auch in den breiteren Kontext der Banksteuerung ein. Wie aus Branchenberichten hervorgeht, achten Investoren und Aufsicht bei Personalwechseln besonders auf die Kontinuität der finanziellen Leitplanken und auf die Fähigkeit, operative Themen in Transformationen zu überführen. Dabei ist ein Blick zu Wettbewerbern hilfreich: Großbanken wie UBS haben in den letzten Jahren ihre Governance-Strukturen rund um Risikomanagement und Technologie-Change stärker formalisieren müssen, weil regulatorische Erwartungen an Modelländerungen und Datenkonsistenz gestiegen sind. Für die BLKB kann das bedeuten, dass der Nachfolgeprozess nicht nur die Rolle besetzt, sondern auch die strategische Ausrichtung für Profitabilität und Ertragssteigerung organisatorisch „verankert“.
Auch die Aussagen der Beteiligten zeigen die Stoßrichtung. CEO Alexandra Scriba betont, Pertoldi solle die „wichtigen Arbeiten“ im Stammhaus zur Profitabilität und Ertragssteigerung fortführen und die Aufarbeitung der Ereignisse rund um radicant unterstützen. Bankratspräsident Thomas Bauer hebt vor allem Zusammenarbeit, Engagement und Kompetenz hervor. Übersetzt in IT- und Governance-Sprache heißt das: Kontinuität in Projektportfolios, Verlässlichkeit bei Status- und Kontrollberichten sowie eine saubere Übergabe von Verantwortlichkeiten in laufenden Vorhaben. Genau hier kommt Enterprise-Software ins Spiel: Workflow-Engines für Freigaben, Dokumentenmanagement mit Versionierung und rollenbasierte Zugriffe sind die unsichtbare Infrastruktur, die eine Führungslücke im Kernbetrieb abfedert.
Regulatorisch ist die Meldung zudem in einen klaren Rahmen eingebettet: Die Ad-hoc-Mitteilung verweist auf die Veröffentlichung gemäß Art. 53 KR. Für Unternehmen bedeutet das, dass öffentliche und interne Kommunikation sowie die dokumentierte Beschlusslage konsistent sein müssen. Gleichzeitig steigt mit jedem Personalwechsel die Erwartung an Security und Datenschutz entlang der Prozesskette: Wer erhält welche Berichte? Wer darf Modell-Parameter anpassen? Wie werden sensible Daten in Reporting- und Planungssystemen geschützt? In modernen Banklandschaften sind diese Fragen eng mit Identity & Access Management, Protokollierung und Change-Management verknüpft. Wenn Berli interimistisch übernimmt, werden diese Kontrollmechanismen zum „Default“—nicht zum Sonderfall.
Ein wichtiger Punkt ist die Rolle, die Pertoldi künftig behält. Laut Mitteilung bleibt er Verwaltungsrat bei der radicant holding ag und begleitet die BLKB-Mehrheitsbeteiligung auf dem Weg zur geplanten Liquidation. Dadurch bleibt strukturell ein Know-how-Transfer vorhanden, aber organisatorisch verschiebt sich der Fokus: vom operativen CFO-Betrieb hin zu strategischer Beratung mit Schwerpunkt Profitabilität und Ertragssteigerung. Branchenexperten formulieren dazu oft sinngemäß, dass „Nachfolge nicht nur Nachbesetzung ist, sondern die Konsistenz von Entscheidungen über Systeme und Zeit hinweg sichert“. Für die BLKB wird das insbesondere dann relevant, wenn Liquidations- und Beteiligungsprozesse mit Risikoauswirkungen in die Finanz- und Risikoberichte gespiegelt werden müssen.
Für die kommenden Monate ergibt sich damit ein klarer Ausblick: Der Nachfolgeprozess startet, während der Interim-Status ab 1. Juli die operative Brücke schlägt. Für Entwickler und IT-Verantwortliche in Bankumgebungen ist das eine Gelegenheit, bestehende MLOps- und BI-Setups (auch ohne KI-Overclaim) auf Robustheit zu prüfen: Läuft das Reporting auch dann, wenn eine Schlüsselrolle wechselt? Sind Berechtigungen sauber entkoppelt? Gibt es definierte Freigabeketten, die nicht an Personen hängen? Die BLKB wird ihren Kurs zur nachhaltigen Entwicklung der Region und zur Ausrichtung des Leistungsauftrags weiter verfolgen; technologische Kontinuität bei Finanzsteuerung und Risikodokumentation wird dabei zu einem stillen, aber zentralen Erfolgsfaktor. Wer diese Übergänge früh technisch auditierbar macht, reduziert später Aufwand bei Prüfungen und unterstützt die Unternehmensführung, Entscheidungen schneller und nachvollziehbarer zu treffen.
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