CARMEL, CALIFORNIA / LONDON (IT BOLTWISE) – BRABUS stellt das BODO Cabriolet als offene Ergänzung zur BODO Gran Turismo Coupe vor. Das 2+2-Sitzer-Modell ist auf 77 Fahrzeuge limitiert und kombiniert einen coachgebauten Carbon-Faser-Aufbau mit aktiven aerodynamischen Elementen. Unter der Haube arbeitet ein 5,2-Liter-V12 Biturbo mit 735 kW/1.000 PS und 1.200 Nm. Neu ist zudem ein blockchainbasiertes Digital Product Passport, das die Spezifikationen und Herkunft des Fahrzeugs dokumentieren soll.

Wenn ein Luxus- und Bossierfahrzeug wie das BRABUS BODO Cabriolet in Szene gesetzt wird, geht es selten nur um eine stärkere Motorisierung. Im Kern verfolgt der Hersteller eine sehr klare Idee: ein offenes 2+2-Fahrzeug als eigenständige Ergänzung zur BODO Gran Turismo Coupe, mit einem Design- und Technikpaket, das sich wie ein durchgängiges Gesamtkonzept anfühlt. Der weltweite Debütauftritt findet im Rahmen eines Live-Stage-Umfelds in Carmel, Kalifornien statt, und BRABUS positioniert das Modell zugleich als separates Limited-Series-Projekt mit genau 77 Einheiten.
Technisch beginnt die Besonderheit dort, wo bei vielen offenen Sportwagen der Kompromiss beginnt: beim Aufbau. BRABUS setzt auf einen coachgebauten Carbon-Faser-Karosserieansatz, gefertigt mit dem Pre-preg-Prozess und einem eigenen Composites-Fertigungsumfeld, in dem Komponenten im Autoklav unter Druck hergestellt werden. Dieses Verfahren zielt darauf, Bauteilpräzision und Oberflächenqualität zusammenzubringen, was gerade bei komplexen Formen wichtig ist, weil sich Verwindung und Passungen im Cabrioalltag stärker bemerkbar machen als in einem reinen Coupé. Dazu kommt eine elektrisch betätigte, weitgehend isolierte Klappdach-Lösung, die laut Hersteller in weniger als 15 Sekunden per Knopfdruck öffnet oder schließt.
Leistungsseitig ist das BODO Cabriolet mit dem 5,2-Liter-V12 Biturbo ausgestattet, der 735 kW beziehungsweise 1.000 PS leistet und maximal 1.200 Nm Drehmoment zwischen 2.900 und 5.000 Umdrehungen bereitstellt. Die Kraft geht an die Hinterräder über ein Achtgang-Automatikgetriebe, das auch manuell über Schaltpaddles ansteuern lässt. Für die Fahrdynamik nennt BRABUS messbare Eckwerte: 0 bis 100 km/h in 3,0 Sekunden, 0 bis 200 km/h nach 8,5 Sekunden und 0 bis 300 km/h in 23,9 Sekunden; die Spitze ist elektronisch auf 360 km/h begrenzt. Ergänzt wird das Paket durch ein elektronisch gesteuertes Differenzial mit bis zu 100 % Sperrmöglichkeit, das die Leistungsübertragung zwischen den zwei angetriebenen Rädern optimieren soll.
Damit das offene Konzept nicht nur schnell, sondern auch aerodynamisch konsistent bleibt, arbeitet BRABUS mit aktiven und funktional erklärbaren Komponenten. Vorderseitig prägen LED-Matrixscheinwerfer und ein markanter Kühlergrill das Gesamtbild; daneben sitzen RAM-AIR-Durchlässe, die die Zuluftzufuhr für den V12 unterstützen. Kühlfunktionen werden über integrierte Luftöffnungen im Frontspoilertyp-Umfeld gebündelt, die laut Beschreibung auch Luftstrom zu Kühlern sowie zu den vorderen Bremssystemen lenken. Hinten übernimmt ein elektrisch ausfahrbarer Carbon-Heckspoiler den aktiven Part: Er deployt in mehreren Stufen, um die Anpresskräfte am Heck gezielt zu erhöhen, und wird bei starkem Bremsen oberhalb von 140 km/h in eine vertikale Stellung gebracht, um als Luftbremse zu wirken und die Verzögerung zu unterstützen.
Dass BRABUS das Modell über reine Fahrdaten hinaus als Sammlerobjekt versteht, zeigt sich bei den Launch-Konfigurationen und dem Interieur. Zur Wahl stehen zwei Varianten: „Piano Black“ mit passendem schwarzen Soft-Top und „Silk Stone“ mit einem zweifarbigen Jacquard-Dachbezug in Schwarz und Grau. Auffällig ist dabei nicht nur die Farbdramaturgie, sondern die Art der Ausführung: Das „77“-Motiv soll als invertiertes Muster direkt in den tragenden Stoff eingewoben sein und nicht als reine Aufbringung per Print oder Beschichtung. Im Innenraum übertragen sich diese Entscheidungen in jeweils unterschiedliche Material- und Farbkompositionen, inklusive feiner Details wie in den Türbereichen integrierter Namensschriftzüge, abgestimmten Leder-/Carbon-Finishes und einer „Shell“-Quilting-Optik über mehrere Sitz- und Flächenbereiche.
Auch beim Thema Technologie jenseits der Antriebsstrang-Mechanik setzt BRABUS einen Akzent: Jede einzelne Einheit soll mit einem blockchainbasierten Digital Product Passport ausgeliefert werden. Das Dokumentationskonzept ist im Herstellertext als System beschrieben, das im Rahmen einer BRABUS Spec Plate im Gepäckraum integriert ist und in Zusammenarbeit mit dem Aura Blockchain Consortium entstanden sein soll. Der Zweck wird konkret benannt: verifizierte Angaben zur Authentizität, zum Eigentum und zur Fahrzeugspezifikation bereitzustellen, um Transparenz und Nachverfolgbarkeit für jedes „BRABUS Masterpiece“ aus Bottrop sicherzustellen. Gerade für Käufer, die Wert auf Nachweise und Historie legen, verschiebt so ein digitales Dokument die übliche Besitzlogik von reinen Servicepapieren hin zu einer stärker strukturieren Produktakte.
Zum Gesamtbild gehören schließlich die fahrwerksnahe Abstimmung und das Sicherheits-Setup. BRABUS nennt eine Kombination aus 22-Zoll-Monoblock-Z-GT-Felgen in „Platinum Edition“ und speziell entwickelten Pirelli P Zero Reifen mit 285/30 ZR 22 vorne und 335/25 ZR 22 hinten, optimiert auf hohe Stabilität bei Geschwindigkeit und präzise Kraftübertragung. Der Hersteller ergänzt ein Fahrwerkskonzept mit Doppelquerlenkerachse vorn und Multi-Link-Hinterachse sowie einstellbaren Modi, darunter „Wet“, „GT“, „Sport“, „Sport+“ und „Individual“. Für den Alltag wird außerdem ein Lift-System genannt, das das Fahrzeug um etwa 25 Millimeter anheben soll, sowie eine moderne Assistenz- und Sicherheitspalette inklusive automatischer Notbremsfunktion, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Toter-Winkel-Hinweisen, Verkehrszeichenerkennung und Traktionskontrolle. Die Basis für die Vermarktung ist klar: Der Einstiegspreis wird mit 1.077.000 Euro beziffert, exportiert ohne Mehrwertsteuer in Deutschland.
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