FRANKFURT / LONDON (IT BOLTWISE) – Der anhaltende Konflikt im Iran und die Blockade der Straße von Hormus könnten erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung mit wichtigen chemischen Rohstoffen haben. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt vor Engpässen bei Ammoniak, Phosphat und anderen Materialien, die für die Produktion unerlässlich sind. Die Unsicherheit belastet die Branche, während China seine eigenen Vorräte zurückhält.

Der Konflikt im Iran und die damit verbundene Blockade der Straße von Hormus stellt die chemische Industrie vor erhebliche Herausforderungen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat in seinem jüngsten Bericht auf die Risiken hingewiesen, die über die Öl- und Gasversorgung hinausgehen. Besonders betroffen könnten Rohstoffe wie Ammoniak, Phosphat, Helium und Schwefel sein, die für viele Produktionsprozesse unerlässlich sind.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten für chemische Rohstoffe, und ihre Blockade könnte zu erheblichen Störungen in den internationalen Lieferketten führen. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI, betonte, dass viele dieser Produkte direkt von der Durchfahrt durch die Straße von Hormus abhängen. Die Unsicherheit und die hohen Preise setzen die Unternehmen unter Druck, was sich auch auf die Produktionskapazitäten auswirkt.
Zusätzlich zu den geopolitischen Spannungen hält China, ein bedeutender Akteur auf dem Chemikalienmarkt, seine Produkte zurück, um mögliche eigene Knappheiten zu vermeiden. Diese Entwicklung könnte die Lage weiter verschärfen, da China ein wichtiger Lieferant für viele chemische Rohstoffe ist. Die anhaltende Unsicherheit und die hohen Preise belasten die Unternehmen, die bereits mit rückläufigen Umsätzen und Produktionszahlen zu kämpfen haben.
Der VCI hat aufgrund der aktuellen Lage seine Prognose für 2026 zurückgezogen. Trotz eines moderaten Wachstums der Industrieproduktion weltweit und ersten Anzeichen einer Erholung in Deutschland bleibt die Unsicherheit groß. Die Investitionsprogramme des Bundes könnten zwar die Bauwirtschaft und damit auch die Chemieindustrie beleben, doch die Unternehmen zweifeln, ob sich diese Impulse in ihren Auftragsbüchern niederschlagen werden.
Im Schlussquartal 2025 setzte sich der Abwärtstrend in der deutschen Chemiebranche fort. Die Produktion ging um 2,4 Prozent zurück, besonders betroffen war die Erzeugung von Kunststoff-Polymeren mit einem Minus von 5,8 Prozent. Ein Lichtblick war die Pharmabranche, die trotz der Herausforderungen ein Produktionsplus verzeichnen konnte. Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich leicht, blieb jedoch unter der Rentabilitätsschwelle.
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