LONDON (IT BOLTWISE) – Ckrd bringt mit dem Nitro Deck 2 einen Pro-Controller für die Switch 2 auf den Markt, der driftresistente Sticks, zusätzliche Tasten und eine anpassbare Stick-Spannung bietet. Das Konzept ist als „Backbone“-ähnliche Lösung ausgelegt und passt sich an verschiedene Switch-Modelle an, inklusive Switch 2. In der Praxis überzeugt die Haptik in vielen Details, doch Bluetooth- bzw. Verbindungsabbrüche im Spielverlauf trüben den Eindruck. Unterm Strich richtet sich das Upgrade vor allem an Spieler, die viel unterwegs zocken und mehr Tasten sowie langlebigere Analogsticks wollen.

Der Nitro Deck 2 positioniert sich im Kern als Upgrade für alle, die bei der Switch 2 nicht bei den Standard-Controls stehen bleiben wollen. Ckrd erweitert dabei nicht nur die typische „Pro Controller“-Schublade um mehr programmierbare Eingaben, sondern setzt stärker als bei früheren Varianten auf ein mechanisches Docking-Konzept, das sich um die Konsole legt. Während der Reiz für viele genau in solchen Komfort-Details steckt, entscheidet sich der Mehrwert im Alltag daran, wie stabil die Verbindung ist und ob sich die zusätzlichen Bedienelemente wirklich ergonomisch auszahlen. Genau dort zeigt sich die Ambivalenz des Geräts: In vielen Bereichen fühlt sich der Deck 2 wie ein durchdachtes Upgrade an – an anderer Stelle gibt es für ein „Pro“-Produkt ungewöhnlich ärgerliche Schwächen.
Optisch und mechanisch bleibt Ckrd seinem Materialkonzept treu: halbtransparenter schwarzer Kunststoff, der sich optisch an das Look-and-Feel der Switch 2 anlehnt, aber im Detail durchaus wertiger wirkt. Entscheidend ist jedoch der Aufbau ohne „Boden“ wie bei den früheren Deck-Varianten. Stattdessen wird die Switch 2 über einen Regler an der Rückseite in zwei Hälften gezogen, wobei seitliche Pads die Konsole schützen und der Mechanismus sie in Position hält. Im Test fällt vor allem auf, dass das Einschnappen nicht nur theoretisch stabil wirkt: Beim Einsetzen ist kein „Wackeln“ zu spüren und es kommt nicht zu einem Herausfallen während der Nutzung. Damit adressiert Ckrd ein zentrales Problem vieler Clip- oder Wechsel-Ansätze – nämlich das Gefühl, dass die Konsole nicht wirklich „sitzt“, wenn man schnelle Bewegungen oder längere Sessions spielt.
Die Tastenanordnung weicht spürbar von den Joy-Cons ab. Die +/–-Buttons sind jeweils mit Program- und Capture-Funktion gekoppelt, wodurch unten an den einzelnen Controller-Hälften mehr Platz für zusätzliche Bedienelemente entsteht. Auf den Schultern gibt es außerdem noch einmal eine zweite Button-Ebene, was vor allem bei Spielen mit komplexen Eingabebäumen interessant wird. Unterhalb des Geräts sitzen vier weitere Tasten, die standardmäßig auf die Face-Buttons gemappt sind; sie lassen sich über die Ckrd-Mobile-App neu zuweisen oder deaktivieren, je nachdem, ob man maximalen Zugriff oder lieber ein entschlacktes Layout bevorzugt. Dazu kommt die Einstellung der Stick-Tension über Ringe um die Sticks – eine Funktion, die man nicht ständig braucht, aber im kompetitiven oder strafend präzisionslastigen Gameplay schnell „on the fly“ anpassen möchte. Auch der Austausch von Stick-Tops und dem D-Pad ist vorgesehen, wobei die Alternativen separat erhältlich sind.
Komfort und Präzision sind beim Nitro Deck 2 insgesamt solide, wobei Ckrd die Material- und Mechanikentscheidung sichtbar macht: Die Trigger arbeiten mit kapazitiven Elementen und werden als präzise beschrieben, besonders im optionalen „no deadzone“-Modus. Die Face-Buttons fühlen sich ebenfalls gut an, allerdings stören sich die Tester in einem Punkt an der Ausrichtung auf „Premium“: Statt klickigeren Mikro-Switches kommt eine Membran-Konstruktion zum Einsatz, was sich bei ambitionierten Nutzern eher wie „funktional“ als wie „hochwertig“ anfühlen kann. Das Gewicht ist dabei ein weiterer Faktor, der sich nicht kleinreden lässt: Der Deck 2 wiegt 370 Gramm. Addiert man das Gewicht der Switch 2, landet man laut Test bei insgesamt rund 792 Gramm – deutlich mehr als beim ursprünglichen Steam Deck bzw. Steam Deck OLED. Das ist nicht zwingend ein Showstopper, aber es verschiebt den Sweet Spot: Wer lange im Handheld-Modus spielt, spürt das Mehrgewicht eher als bei kompakteren Standard-Controller-Setups.
Technisch lässt Ckrd dem Nutzer mehrere Verbindungsoptionen: Der Nitro Deck 2 kann per Bluetooth arbeiten oder über einen mitgelieferten, U-förmigen USB-C-Stecker verbunden werden, der den unteren Port der Switch 2 nutzt. Im Prinzip sollte der kabelgebundene Betrieb für konstante Eingaben sorgen. Genau hier zeigt sich jedoch ein gravierender Kritikpunkt: Im Test verliert der Controller trotz Wired-Modus zeitweise die Verbindung mitten im Spiel, was als eine der größten Schwachstellen des Geräts beschrieben wird. Besonders irritierend wirkt das, weil bei einem wirklich „verkabelten“ Controller weniger Interpretationsspielraum bleibt. Die naheliegende Vermutung im Test lautet, dass sich die Switch 2 im Griff minimal bewegt und dadurch eine Unterbrechung auslöst – ein Argument, das die Designentscheidung für ein „Drop-in“ statt eines „Clip-/Backbone“-Mechanismus eher stützt als entkräftet. Zusätzlich kann der Nitro Deck 2 die Switch 2 nicht einschalten. Im Handheld-Betrieb ist das weniger relevant, sobald man einmal „an“ spielt, dockt es aber den Komfortvorteil eines voll integrierten Systems deutlich ein.
Über die reine Belegung hinaus liefert der Nitro Deck 2 typische Pro-Controller-Funktionen, die vor allem in bestimmten Genres spürbar werden: Turbo-Modi erlauben schnelles „Spam“-Eingeben durch Halten der Taste. Das wird im Test mit Fire Emblem Engage verknüpft, das offenbar eine mini-gameartige Wiederholungsaufgabe vorsieht, bei der das ständige Drücken einer Taste bis zur Ermüdung reicht. Auch auf PC und Mobilgeräten kann der Controller genutzt werden – allerdings bleibt der Faktor Formfaktor: Selbst wenn die Switch 2 entfernt ist und der Nitro Deck 2 in seiner schmalsten Konfiguration sitzt, wirkt er nicht so bequem wie ein klassischer Controller. Dafür bekommt man „im Notfall“ eine konsistente Eingabelösung. Abgerundet wird das Ganze durch die Mobile-App-Experience: Die Kopplung erfolgt per NFC schnell und nachvollziehbar, das Handbuch ist leicht erreichbar, und Remapping-Workflows sind unkompliziert. Am Ende bleibt das Gesamtbild daher: Wer überwiegend unterwegs spielt, erhält mit driftresistenten Sticks, mehr Tasten und Stellschrauben wie Stick-Tension und austauschbaren Aufsätzen eine spürbare Komfortsteigerung.
Trotzdem fällt das Fazit nicht ohne Vorbehalt aus. Der Tester vergleicht den Nitro Deck 2 mit den früheren Deck-Varianten und wünscht sich eher eine „dedizierte“ Switch-2-Version, die sich weniger sperrig anfühlt und den Mechanismus schneller „droppen“ lässt. Auch die Verbindungsthemen in Wired-Setups sorgen dafür, dass selbst ein funktional breites Feature-Set nicht vollständig überzeugt. Gleichzeitig nennt der Text eine klare Abwägung: Für Spieler, die vor allem im Handheld-Modus bleiben und einen messbaren Upgrade bei langlebigen Sticks sowie frei belegbaren Tasten wollen, rechtfertigt der Preisrahmen von 80 US-Dollar (bzw. 80 US-Dollar im Textkontext) die Anschaffung eher. Wer dagegen gemischtes Handheld- und Docking-Gameplay priorisiert, schaut laut Test eher auf alternative Lösungen wie ein Killswitch-Case, allerdings mit dem Hinweis, dass diese dann auf die potentiometerbasierten Joy-Cons für die Feinheiten der Eingabe setzen und pro-komfortorientierte Funktionen des Deck 2 fehlen. Interessant ist zudem, dass Ckrd mit dem Ansatz zeigt, wie stark „Adapter-Design“ in der Switch-Welt inzwischen Teil der Hardwarestrategie geworden ist – und damit die Erwartungen an Stabilität und Ergonomie deutlich höher setzt, als man von einem reinen Zubehör erwarten würde.
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