LONDON (IT BOLTWISE) – Clicks liefert seine MagSafe-kompatible Power Keyboard-Tastatur für Smartphones aus und will damit die Eingabe mit Touch-Displays ersetzen. Das ausklappbare Keyboard sitzt über MagSafe oder Qi2 am Gerät und nutzt eine integrierte 2.150-mAh-Batterie. Für zusätzliche Funktionen lassen sich Tasten per Clicks-App anpassen, inklusive Cursor Mode und Apple Shortcuts. Gleichzeitig zeigt der Prototyp-Charakter: Gerade in Hochformaten mit großen Phones kann die Mechanik spürbar unhandlich werden.

Clicks Technology, ein Startup mit dem Ziel, wieder physische Tastaturen auf Smartphones zu bringen, hat mit der Power Keyboard eine erste Hardware-Variante in den Markt gestartet. Das Gerät wird für 99 US-Dollar verkauft und ist laut Hersteller seit diesem Sommer erhältlich, allerdings mit Verzögerungen. Wie aus den Angaben zur Auslieferung hervorgeht, waren zum Stand der letzten Woche 75 % der Vorbestellungen aus dem ersten Batch bereits bei Kundinnen und Kunden angekommen. Die Power Keyboard ist damit weniger ein reines Zubehörprodukt als eine Vorschau auf das, was später als erstes eigenes Smartphone folgen soll: das Communicator genannte, ebenfalls tastaturfokussierte Gerät.
Technisch setzt Clicks auf eine Mechanik, die eine slide-out Tastatur mit taktilen Tasten in den Alltag integriert, ohne dass das Phone dauerhaft wie ein Case umgebaut werden muss. Die Power Keyboard lässt sich sowohl im Hoch- als auch im Querformat nutzen und soll sich dabei an unterschiedliche Displaygrößen anpassen. Befestigt wird das Keyboard über MagSafe oder Qi2; für Geräte ohne entsprechende Schnittstellen nennt Clicks Alternativen wie einen Adhäsionsring oder ein Case, das das magnetische Ladeprofil nachbildet. Genau hier liegt auch der Kernnutzen: Wer die Geschwindigkeit und Verlässlichkeit einer kleinen physischen Tastatur von früher vermisst, bekommt eine Alternative zur Bildschirmtastatur, ohne sofort das gesamte Ökosystem eines neuen Smartphones zu wechseln.
Im Betrieb zeigt sich zugleich, warum dieses Konzept nur für bestimmte Nutzergruppen optimal ist. In Tests wirkt die Power Keyboard in Kombination mit großen Geräten im Hochformat teils „top-heavy“ und damit schwerer zu halten, wenn ein schweres oder breites Phone zusätzlich in ein Setup mit ausklappbarer Mechanik eingebunden ist. Clicks adressiert das zwar über eine ausbalancierte Einrastfunktion der Slider und einstellbares LED-Backlight für das Tippen bei Dunkelheit, die körperliche Umstellung bleibt aber real: Nach Jahren der Touch-Eingabe braucht es einen Lernprozess, bis die Tastenpositionen automatisch greifen. Gleichzeitig lobt die Praxis, dass die Lernkurve spürbar flacher ausfällt als beim früheren Clicks-Keyboard-Case, weil das Unternehmen aus bisherigen Erfahrungen an der Bedienlogik und dem Formfaktor gearbeitet hat.
Ein großer Unterschied zur älteren Case-Generation liegt im Energiemodell: Während das frühere Modell Strom über USB-C vom Smartphone gezogen haben soll, integriert die Power Keyboard eine eigene 2.150-mAh-Batterie. Das macht das Zubehör schlanker als manche klassische Snap-on-Batteriepacks, mit Abmessungen von 119,7 × 76,6 × 15,2 mm, und das zusätzliche Gewicht bleibt mit 180 Gramm im Rahmen eines Zubehörtiers. Allerdings bleibt auch das ein Komfortthema; in der Praxis passt es laut Einschätzung eher nicht sauber in eine enge Hosentasche und kann sich beim schnellen Verstauen an der Rückseite verfangen, vor allem wenn das Slider-Design bei Druck auf das Gerät unbeabsichtigt geöffnet wird. Dafür liefert die integrierte Batterie zugleich eine zweite Funktion: Sie kann kabelloses Laden für MagSafe- und Qi2-kompatible Geräte übernehmen und lässt sich in der Clicks Companion App so konfigurieren, dass die Wireless-Funktion deaktiviert oder die Akkuleistung anteilig für Keyboard und Laden reserviert wird.
Besonders relevant für Power-User ist die hohe Anpassbarkeit, weil das Keyboard nicht nur „Tasten“ im klassischen Sinn bereitstellt, sondern eine Art steuerbares Eingabe-Backend über die App. Nutzer können die Clicks-Taste als Tab-Button umfunktionieren oder den „Cursor Mode“ aktivieren, bei dem Sym + CMD bestimmte Buchstaben auf dem Tastenfeld als Richtungsbefehle interpretiert, um den Cursor zu bewegen. Dazu kommen Einstelloptionen wie Idle-Timeout, Batterie-Reserven für Wireless-Charging, Helligkeit und Verhalten der Return-Taste als hard oder soft return. Auch eine eigene Number-Row-Logik gehört dazu: Kombiniert man eine Nummer mit der Sym-Taste, lassen sich z. B. Esc, Lautstärkesteuerung, Play/Pause sowie Page Up/Down auslösen. Noch stärker wird es bei der Integration von Apple Shortcuts für bestimmte Tastenkombinationen, die Aktionen wie Anrufstart, Wetterabruf, Taschenlampe, AirDrop, Textversand oder App-spezifische Workflows ermöglichen sollen.
Bei der Alltagstauglichkeit hängt der Gesamteindruck allerdings stark vom Zielgerät ab. Laut Angabe hat Clicks das Modell mit verschiedenen Phones getestet, darunter iPhone Air, mehrere iPhone-Pro-Varianten sowie Pixel-Geräte, außerdem Galaxy Fold und andere Android-Modelle. In der praktischen Nutzung wurde der Einstieg insbesondere im Querformat als deutlich leichter beschrieben, während das Tippen mit einem größeren iPhone-Case als schwierig galt; besser wurde es, als das Gerät ohne Case verwendet wurde. Die Bluetooth-Kopplung selbst verlief in einem Android-Szenario zunächst direkt, beim Wechsel auf ein iPhone zeigte sich jedoch ein Kopplungsproblem, das sich nach Rückkehr in die Anleitung mit einem speziellen Pairing-Schritt lösen lässt: Man soll dabei neben dem Power-Button eine Zahlentaste betätigen, um ein zweites Bluetooth-Gerät hinzuzufügen. Damit adressiert Clicks ein wiederkehrendes Randproblem vieler Zubehör-Setups: dass „Vergessen“ und Neu-Kopplung je nach Plattform unterschiedlich gehandhabt werden.
Unterm Strich positioniert Clicks die Power Keyboard als erschwingliche Übergangslösung für alle, die ihre BlackBerry-ähnliche Eingabe vermissen, bis das Communicator-Smartphone später in diesem Jahr erscheint. Interessant ist auch die Konsequenz aus der eigenen Story: Prototypen beim CES-Setup im Januar sollen sich deutlich leichter bedienen lassen, was im Kern darauf zurückgeführt wird, dass Clicks dann nicht nur Zubehör entwirft, sondern das Zielgerät konstruktiv mitdenkt. Wer die Power Keyboard künftig nicht als „Daily Driver“ möchte, kann sie laut Konzept außerdem mit jedem Gerät verwenden, das externe Bluetooth-Tastaturen unterstützt – etwa Tablets, Smart-TVs oder AR-/VR-Headsets – damit lassen sich Eingaben für Passwörter oder E-Mail-Adressen in Szenarien mit unpraktischer Bildschirmbedienung zumindest temporär vereinfachen.
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