COLUMBUS, GEORGIA / LONDON (IT BOLTWISE) – Columbus State University hat das „Lt. Gen. Harold & Julia Moore Institute for the Study of the American Military Experience“ ins Leben gerufen. Der Name wurde am 7. Oktober 2026 vom University System of Georgia Board of Regents genehmigt. Das Institut bündelt Lehre, Forschung und öffentliches Engagement rund um die Rolle des US-Militärs in der Gesellschaft. Zudem soll es Archivmaterialien ausbauen, Oral History sichern und die Zusammenarbeit mit nahegelegenen Militär- und Geschichtseinrichtungen vertiefen.

Columbus State University verankert seine Programme zur Militärgeschichte künftig in einer eigenen, multidisziplinären Einrichtung: Das am 7. Oktober 2026 gegründete „Lt. Gen. Harold & Julia Moore Institute for the Study of the American Military Experience“ soll Unterricht, Forschung und öffentliche Formate enger miteinander verbinden. Die Zuständigkeit liegt organisatorisch beim University System of Georgia Board of Regents, das die Namensgebung in seiner Sitzung am selben Datum genehmigte. Damit bekommt der Standort Columbus, Georgia eine klar erkennbare institutionelle „Klammer“, unter der sich bisher verteilte Aktivitäten zusammenführen lassen – vom akademischen Austausch bis zur Bewahrung historischer Quellen. Im Kern geht es darum, das amerikanische Militärerleben nicht nur als Vergangenheit zu behandeln, sondern als Bestandteil gesellschaftlicher Verständigungsarbeit.
Technisch wirkt das zunächst wie eine klassische Ausweitung von Bildungs- und Archivstrukturen, in der Praxis jedoch ist die Ausrichtung konkret: Das Institut will die bestehenden Programme rund um informierte öffentliche Debatten stärken, kritische historische Aufzeichnungen besser sichern und zusätzliche Bildungsangebote schaffen. Besonders wirksam wird dieser Ansatz, weil Columbus State direkt in ein Umfeld eingebettet ist, in dem Militär und Geschichtsinstitutionen räumlich eng beieinander liegen. Genannt werden unter anderem das U.S. Army Maneuver Center of Excellence sowie Fort Benning und als kulturelle Anker das National Infantry Museum und das National Civil War Museum. Diese Nähe erleichtert Kooperationen mit Forschenden, Studierenden und Militärexperten, weil der Transfer zwischen Seminarraum und Praxisstandort kurze Wege hat.
Personell erhält das Vorhaben zudem einen klaren Führungspunkt: Laut den Angaben der Hochschule wird Dr. David Kieran als inauguraler Direktor starten. Kieran ist seit 2022 am Lehrkörper von Columbus State tätig und bekleidet dort den „Col. Richard R. Hallock Distinguished University Chair of Military History“. Inhaltlich beschreibt die Einrichtung ihn als passenden Projektträger, weil die Mission nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch ein verantwortliches Verständnis für die gesellschaftliche Einbettung militärischer Arbeit fördern soll. Im Institut soll die Perspektive auf diejenigen erweitert werden, die dienen, aber ebenso auf Familien und die Communities, in denen sie leben. Für die Universität bedeutet das auch, die Bildungsgänge so zu gestalten, dass Inhalte anschlussfähig an Biografien und Erfahrungsräume bleiben – ohne den wissenschaftlichen Anspruch zu verlieren.
Damit verknüpft die Initiative mehrere Stränge, die bereits länger existieren, nun aber als „Ökosystem“ sichtbarer werden. Kieran beschreibt das Moore Institute als zentrale Drehscheibe für Zusammenarbeit innerhalb der Universität und darüber hinaus: Es soll Unterrichtsformate in Richtung breitere Klassenzimmerbeteiligung entwickeln, innovative Forschung anstoßen, Archivbestände erweitern und neue Möglichkeiten für Praktika, öffentliche Programme und sogar internationale Studien eröffnen. Zu den genannten Bausteinen gehört das Col. Richard R. Hallock Endowment for Military History, das 2010 eingerichtet wurde und sowohl wissenschaftliche als auch öffentliche Projekte unterstützt. Ebenfalls relevant ist die „Myriam & Richard Hallock Distinguished Lecture in Foreign Policy & National Security“ sowie ein 2026 geschaffener Fonds, der an die Laufbahn einer langjährigen Diplomatin anknüpft und ergänzend zu den ursprünglichen Stiftungsmitteln wirkt.
Im Bereich der Quellenarbeit nennt die Hochschule eine neu etablierte Archivstruktur: die 1st Lt. William A. Donahoe Jr. and Corporal Charles Foster Vault for American Military History Preservation. Diese „Vault“ soll nationale bedeutende Sammlungen bündeln und konservieren, die Militärgeschichte von der Amerikanischen Revolution bis in die Gegenwart dokumentieren. Als Beispiele werden unter anderem Unterlagen und Artefakte aus der Laufbahn des ehemaligen Secretary of the Army John O. Marsh sowie Beiträge von James Martin (als Pionier der Army-Sozialarbeit) genannt. Auch Robert McNamara „whiz kid“ Pierre Sprey wird als Teil der neu hinzukommenden Konvolute erwähnt. Für die Institutebene ist das ein wichtiger Punkt, denn Archivzugang entscheidet häufig darüber, ob Lehre nur referiert oder wirklich quellenbasiert arbeiten kann. Ergänzend erwähnt Columbus State Kooperationen, die über klassische Seminarformate hinausgehen, etwa Partnerschaften mit Fort Benning, Verbindungen zu nahegelegenen historischen Orten und die Einbindung des ROTC Cougar Battalion. Laut Angaben der Universität hat dieses über die vergangenen 50 Jahre mehr als 720 Offiziere der U.S. Army ausgebildet und zählt zugleich zu den führenden Einheiten im U.S. Army Cadet Command.
Finanziell startet das Moore Institute mit einer Mischung aus privaten und öffentlichen Mitteln, wobei die Hochschule die Zweckbindung in Richtung Schutz und Erhalt von historischen Artefakten betont. Als Teil der Anfangsförderung werden persönliche philanthropische Beiträge der Donahoe- und Foster-Familien genannt; außerdem wird Maj. Gen. (ret.) Patrick Donahoe als ehemaliger Fort-Benning-Kommandeur erwähnt. Ihre Unterstützung soll nach Darstellung der Universität unersetzliche Objekte sichern und zudem die Oral-History-Sammlung von Generationen aus Soldaten und Militärfamilien bewahren. Dazu kommt öffentliche Förderung in Form von 175.000 US-Dollar aus einem parteiübergreifenden Legislativpaket für Militärgeschichte-Erhaltung, das früh im Jahr 2026 erlangt worden sein soll – mit Unterstützung durch die US-Senatoren Jon Ossoff und Rev. Raphael Warnock, die jeweils Georgien vertreten. Selbst die Namenswürdigung ist dabei nicht nur symbolisch: Präsident Stuart Rayfield beschreibt die Moore-Nachfolge als „enduring blueprint“ für Studierende und Community und verbindet das Institut mit dem Leitgedanken des „servant leadership“.
Für die weitere Entwicklung ist außerdem entscheidend, wie Columbus State die Brücke zwischen akademischer Tiefe und öffentlicher Vermittlung baut. Die Hochschule kündigt dafür einen Gründungs- und Namensfeier-Event im Rahmen eines Veterans-Day-Programms an, das am Mittwoch, 11. November, um 19:00 Uhr im Columbus PowerHouse stattfinden soll. Als prominenter Programmpunkt wird Patrick Murphy genannt, der als erster Veteran des Irak-Kriegs in das U.S.-Repräsentantenhaus gewählt wurde und später unter anderem als 32. Under Secretary of the Army sowie kurzzeitig als acting secretary of the Army tätig war. Genau solche Formate zeigen, dass das Institut nicht nur „Material“ verwaltet, sondern aktiv Debatten in Gang setzen will – und zwar an einem Ort, an dem militärische Geschichte für viele Menschen nicht abstrakt ist, sondern Teil von Familienerfahrungen und regionaler Identität.
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