LEOGANG / LONDON (IT BOLTWISE) – Cube bringt 2027 drei zentrale Plattform-Änderungen in die Modellpalette: Fritzz kehrt mit einem High-Pivot-Hinterbau zurück, TWO15 geht vom Race-Konzept in die Serie und auch das Stereo bekommt eine neue Rahmenarchitektur. Beim Fritzz landet ein C: 62-Carbon-Chassis mit verstellbarer Dämpferprogression, Flipchip und Stauraum im Unterrohr in der Ausstattungsliste. Beim Two15 SLX setzt der Hersteller zudem auf den erhöhten Hauptdrehpunkt samt Kettenumlenkung und eine serienreife Geometrieverstellung. Das neue Stereo SLT nutzt ebenfalls C: 62-Carbon, während Cubes Einsteiger-Hardtails mit leicht nachgeschärfter Geometrie nachziehen.

Cube dreht für 2027 spürbar an den großen Hebeln im Enduro-, Downhill- und Trail-Segment. Im Zentrum steht der Schritt weg von bekannten Rahmenfamilien: Das neue Fritzz kommt als High-Pivot-Enduro-Bike zurück, TWO15 bekommt einen Serienrahmen mit erhöhtem Hauptdrehpunkt und das Stereo verabschiedet sich optisch und konstruktiv von seinem bisherigen One-Layout. Schon im Kontext des Enduro World Cup in Leogang hatte sich andeutungsweise gezeigt, dass Cube an einer neuen Hinterbau-Philosophie arbeitet: Laut Beschreibung des Prototypen griff das neue Konzept dort im Kern bereits vor Serienstart, inklusive High-Pivot-Umlenkrolle und mehreren Rahmendetails.
Technisch bleibt das Fritzz C: 62 Super TM damit nicht bei einer Namenskorrektur, sondern übersetzt eine komplette Chassis-Idee in ein klares Bauprinzip. Der Hinterbau nutzt einen erhöhten Hauptdrehpunkt mit Umlenkrolle; dazu kommen C: 62-Carbon-Rahmenmaterial, eine verstellbare Dämpferaufnahme und ein Stauraum im Unterrohr. Besonders praxisnah ist der Flipchip-Ansatz an der Dämpferaufnahme: Cube positioniert die Progression so, dass sich sowohl Luft- als auch Stahlfederdämpfer im Setup ändern lassen sollen. Zusätzlich rückt der Steuersatz in den Fokus, weil der Lenkwinkel per winkelverstellbarem Steuersatz von 63,8° bis 64,4° justierbar bleibt. Für unterschiedliche Fahrstile lässt Cube beim Super TM zudem zwei Laufrad-Setups zu: als Mullet (29 Zoll vorn / 27,5 Zoll hinten) oder als 29/29-Variante – ermöglicht über ein Flipchip im oberen Dämpferauge.
Beim Federweg und der Funktionsabstimmung setzt Cube Zahlen als Orientierung, ohne die Modellhistorie komplett zu leugnen: Das neue Fritzz arbeitet mit 170 mm an der Gabel und 175 mm am Heck, während das zuvor bekannte Stereo-One77-Layout in den beschriebenen Daten mit 170 mm vorn und hinten angesetzt war. Damit dürfte das Fritzz im Programm faktisch dort andocken, wo das One77-Hinterbaukonzept zuletzt Eindruck hinterlassen konnte. Interessant ist auch die zeitliche Einordnung: Schon 2013 existierte ein Cube Fritzz als langhubiges Enduro mit 160 beziehungsweise 180 mm Federweg, technisch soll die Neuauflage aber mit dem damaligen Alu-Bike auf 27,5-Zoll-Laufrädern kaum noch etwas gemeinsam haben. Als Plattformfokus nennt Cube das C: 62-Carbon-Chassis und die gemeinsame Nutzung eines UDH sowie der modularen Computerhalterung als Teil des modernen Standards, während die geteilte Dämpferanlenkung über ein Polygon-Interface mit Klemmung gelöst wird.
Konsequent wirkt die Ausstattungsidee im Super TM: RockShox Zeb Ultimate und Vivid Ultimate bilden das Federungspaket, dazu kommt SRAM X0 AXS Transmission, Maven Silver-Bremsen und Continental Kryptotal in DH-Karkasse. Der Hersteller nennt für das Bike 17,2 kg, was bei dieser Komponentenwahl vor allem zeigt, wie stark Cube trotz High-Pivot-Mechanik und Heavy-Duty-Reifen auf ein kontrollierbares Gesamtsetup zielt. Der Preis von 4.999 Euro adressiert damit vor allem Fahrerinnen und Fahrer, die Downhill-Anklänge im Enduro-Hinterbau suchen, also nicht nur mehr Federweg, sondern auch ein Fahrgefühl, das stark auf Stabilität und Traktion in ruppigen Passagen ausgelegt ist.
Mit TWO15 adressiert Cube parallel die Downhill-Performance-Realität – aber in einer klarer serialisierten Form. Cube arbeitet seit Jahren im Downhill-Kontext an einer Plattform mit erhöhtem Hauptdrehpunkt und Viergelenker-Hinterbau; laut Beschreibung fließt dabei ein Konzept ein, das bereits als Prototyp unter Renneinsatzbedingungen getestet wurde. Für die Serie hält das Two15 SLX den hohen Hauptdrehpunkt bereit, ergänzt um eine Umlenkrolle für die Kette sowie eine anpassbare Dämpferprogression. Dazu kommt ein spezieller Acros-Steuersatz, der sowohl Reach-Einstellungen als auch den Lenkwinkel über Einsätze variieren soll. Beim Serienbike bleibt Cube dabei konservativer als der erwähnte Race-Prototyp: Während der Prototyp mit sehr hohem Reach von 490 mm beschrieben wird, liegen die Reach-Werte im SLX in M bei 445/447 mm, in L bei 465/467 mm und in XL bei 485/486 mm. Der Lenkwinkel kann zwischen 63,3° und 63,8° wechseln.
Im High-Value-Bereich wird das Two15 SLX als vollständiger Gravity-Baukasten aufgebaut: Fox 40 Factory Grip X2 und ein Fox Float X2 Factory übernehmen die Dämpfung, SRAM Maven Silver liefert die Bremskraft. Cube setzt beim Rahmen auf HPA-Aluminium, während der Federweg mit rund 200 mm hinten und 203 mm vorn in der Downhill-Nähe bleibt; dazu nennt der Hersteller 19,1 kg. Der Preis liegt bei 3.999 Euro. Das macht die Strategie deutlich: Cube macht den High-Pivot-Downhill-Gedanken nicht nur als Prototyp-Gefühl zugänglich, sondern als Serienwerkzeug, bei dem Geometrieanpassung und Progressionstechnik auch im Alltag von Teams und ambitionierten Fahrern nutzbar bleiben.
Auch beim Stereo entscheidet Cube für 2027 über mehr als „noch ein bisschen Federweg“. Das Stereo C: 62 SLT ersetzt das bisherige Layout: Der One-Zusatz fällt weg, das Dämpferpaket sitzt nun fast horizontal unter dem Oberrohr, und der Hinterbau wird als neu gestalteter Viergelenker inklusive kompakter Umlenkhebel- und Yoke-Anlenkung beschrieben. Gleichzeitig wandert die Geometrie stärker in Richtung Trail-Nutzung: Statt 65,4° bis 66,0° Lenkwinkel beim bisherigen One44 nennt Cube beim neuen Stereo 64,2° bis 64,8°, während in Größe L der Reach von rund 473/474 auf 478/480 mm steigt. Die Kettenstreben sollen von 434 auf 439 mm anwachsen, und weil die neue Rahmenkonstruktion mehr Platz für lange Vario-Sattelstützen schafft, sind im SLT in L und XL bis zu 210 mm Hub möglich. Das SLT selbst kostet 5.499 Euro und wird mit Fox 36 Factory sowie Float X Factory samt Shimano XTR Di2 angeboten, wobei Cube 13,6 kg als Herstellergewicht nennt.
Ergänzend zeigt Cube, wie die neuen Standards bis in günstigere Klassen durchrutschen. Das Stereo HPC Race bleibt zwar als Mischbau mit C: 62-Hauptrahmen und Aluminiumhinterbau unterhalb der 2.000-Euro-Schwelle, hält aber die generelle Plattformidee mit verstellbarem Steuersatz und Vario-Sattelstützen bis 200 mm bei 150/145 mm Federweg am Laufen. Beim Aim SLT legt Cube eine komplett neue Aluminium-Rahmenplattform auf, ohne die Alltagskompatibilität zu verlieren: interne Leitungsführung bleibt, ebenso Gewinde für Schutzblech, Ständer und Gepäckträger, und die Sattelstützenaufnahme wird auf 30,9 mm ausgerichtet, inklusive Vario-Vorbereitung. Sogar kleine Geometrieanpassungen wie der Lenkwinkelwechsel von 68,5° auf 68,2° werden mit Blick auf größere Rahmengrößen in Kennzahlen gegossen. Beim Reaction SLX wiederum setzt Cube im Wesentlichen auf die aktuelle Shimano-Generation (XT M8200) sowie eine Sattelstützenaufnahme von 30,9 mm; Preis und Grundkonzept bleiben damit als evolutionärer Pfad erhalten. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet das: Wer 2027 plant, findet nicht nur neue Modellnamen, sondern eine durchgehende Richtung bei Hinterbau-Mechanik, Geometrieverstellung und integrierten Rahmen-Features – vom High-Pivot-Enduro bis in die Einstiegsklasse.
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