LONDON (IT BOLTWISE) – Die Deutsche Telekom wird in einem ISG-Report als globaler „CX Star Performer 2026“ hervorgehoben. Gleichzeitig beschreibt der Bericht, wie deutsche Unternehmen ihre Netze zunehmend von Legacy-Ansätzen auf softwaredefinierte Modelle umstellen. Im Fokus stehen dabei vor allem Resilienz, vereinheitlichtes Richtlinien-Management und der Umbau zu Zero-Trust-Architekturen. Ergänzend rücken KI-gestützter Betrieb und Self-Healing-Funktionen in den Vordergrund, um Engpässe im IT-Personal abzufedern.

Die Auszeichnung als globaler „ISG CX Star Performer 2026“ klingt zunächst wie ein reiner Kundenerlebnis-Index. In dem Bericht, auf den sich die Einschätzung stützt, wird jedoch eine technische Entwicklung sichtbar, die über Marketing hinausgeht: Netzwerk- und Sicherheitsarchitekturen werden zunehmend als durchgängige Betriebs- und Managementplattform gedacht. Laut dem am 28. Juli 2026 veröffentlichten „Provider Lens“-Bericht des Marktforschungsunternehmens ISG modernisieren deutsche Unternehmen ihre IT-Infrastrukturen mit hoher Geschwindigkeit, weil Cloud-Anwendungen und Künstliche Intelligenz (KI) neue Anforderungen an Skalierung, Verfügbarkeit und Steuerbarkeit stellen.
Im Kern steht dabei der Schritt weg von streng hardwaregetriebenen Netzwerken hin zu softwaredefinierten Modellen. Der Bericht beschreibt, dass Legacy-Netzwerke in immer mehr Umgebungen durch Software-Defined Networking ersetzt werden, um öffentliche, private und hybride Clouds in eine einheitliche Struktur zu überführen. Entscheidend ist nicht nur die vereinfachte Integration, sondern das zentrale, richtlinienbasierte Management, das die Steuerung komplexer Netze zusammenführt. Genau dieser Ansatz reduziert typischerweise den Aufwand bei Änderungen, weil Regeln statt Einzelkonfigurationen im Vordergrund stehen und sich die Zielarchitektur konsistenter durchsetzen lässt.
Ein weiterer technischer Treiber ist die Konvergenz von Konnektivität und Sicherheit. ISG ordnet die wachsende Verschmelzung von SD-WAN mit SSE- und SASE-Lösungen ein, insbesondere im Kontext der Umsetzung von Zero-Trust-Architekturen. Für Unternehmen bedeutet das in der Praxis: Der Schutz von Unternehmensdaten muss auch in einer dezentraleren Arbeitswelt funktionieren, in der Nutzer, Endgeräte und Workloads nicht mehr innerhalb klarer Netzgrenzen agieren. Während klassische Perimeter-Modelle vor allem auf „vertrauenswürdige Zonen“ setzen, verlagert Zero Trust die Bewertung auf laufende Prüfungen und segmentiert den Zugriff stärker. Diese Architektur bildet eine Brücke zwischen Netzwerkautomatisierung und Sicherheitskontrollen, weil Zugriffsentscheidungen nicht erst am Ende der Kette getroffen werden, sondern in den gesamten Datenpfad eingebettet sind.
Damit geraten auch Betriebsmodelle und Personalkapazitäten in den Fokus. Der Bericht nennt Managed Services und Automatisierung als Schwerpunkt, weil der IT-Sektor mit anhaltendem Fachkräftemangel konfrontiert ist. KI-gestützter Betrieb wird dabei als Antwort auf wiederkehrende Betriebsaufgaben beschrieben: Predictive Analytics soll Netzwerkprobleme proaktiv erkennen, während Self-Healing-Systeme Störungen beheben sollen, bevor sie den Geschäftsbetrieb spürbar beeinträchtigen. Technisch lässt sich dieses Muster als Erweiterung klassischer Monitoring- und Incident-Workflows verstehen: Statt nur Alarme zu liefern, lernen die Systeme Muster aus Telemetriedaten und leiten automatisierte Korrekturmaßnahmen ab, sofern definierte Policies und Sicherheitsgrenzen das zulassen.
Der Provider Lens ordnet insgesamt 36 Anbieter in drei Marktsegmente ein, darunter Managed SD-WAN, Edge-Technologien inklusive privater 5G-Netzwerke sowie SASE. Als „Leaders“ in allen drei Quadranten nennt ISG Accenture, die Deutsche Telekom, HCLTech, Logicalis und Orange Business. Weitere Dienstleister konnten sich in zwei Kategorien als Leader platzieren, darunter Colt, Computacenter, GTT, Verizon Business, Vodafone und Wipro. In jeweils einem Quadranten wurden Axians, BT International, Capgemini, Riedel Networks und Tech Mahindra als „fokussierte“ Anbieter eingestuft. Auffällig ist dabei weniger die reine Rangliste als die gemeinsame Stoßrichtung: Netzwerk und Sicherheit werden zunehmend gemeinsam vermarktet und geliefert, während Managed- und Automationskomponenten als differentiierender Bestandteil gelten.
Für die Deutsche Telekom kommt die Bewertung zum einen aus dem CX-Kontext, zum anderen aus der Marktpositionierung. ISG hebt das Unternehmen als globalen „ISG CX Star Performer 2026“ hervor, was die Bedeutung der Kundenerfahrung im Rahmen von Service- und Betriebsmodellen unterstreicht. Gleichzeitig rückt die Abwehr gezielter Angriffe wie Phishing in moderne Sicherheitsstrategien, weil Angriffsflächen in Cloud- und Edge-Szenarien oft schneller entstehen als klassische Schutzmechanismen nachziehen. In der Berichterstattung finden sich zudem „Rising Stars“ wie Computacenter, Vodafone und Wipro. Damit wird ein Gesamtbild deutlich: Softwaredefinierte Infrastrukturen sollen für deutsche Unternehmen das Rückgrat für digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit bilden, und der Trend führt weg von rein hardwarebasierten Lösungen hin zu flexiblen, softwaregesteuerten Netzwerkumgebungen.
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