SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Grenze zwischen Mensch und Maschine im Internet wird zunehmend unscharf. Ein deutscher Unternehmer arbeitet an einer Technologie, die dies ändern soll. Alex Blania, in Zusammenarbeit mit Sam Altman, entwickelt einen Iris-Scanner, der die Online-Identität verifizieren soll.

In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Mensch und Maschine zunehmend verschwimmen, ist die Notwendigkeit für eine vertrauenswürdige digitale Identität dringender denn je. Der deutsche Unternehmer Alex Blania hat sich dieser Herausforderung angenommen und arbeitet gemeinsam mit Sam Altman, dem Schöpfer von ChatGPT, an einer bahnbrechenden Technologie. Ihr Projekt, bekannt als World, nutzt einen Iris-Scanner, um die Echtheit von Online-Identitäten zu bestätigen. Das Unternehmen hinter dieser Innovation, Tools for Humanity, wurde 2019 in San Francisco gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk aus echten Menschen zu schaffen.
Der Kern dieser Technologie ist der sogenannte Orb, ein Gerät, das die Iris eines Nutzers scannt und einen digitalen Fingerabdruck erstellt. Dieser Fingerabdruck wird verschlüsselt auf dem Smartphone des Nutzers gespeichert und dient als Beweis für die Echtheit der Person im Internet. Die World-ID soll es ermöglichen, online zwischen Menschen und Bots zu unterscheiden, ohne dass weitere persönliche Daten preisgegeben werden. Die Iris gilt als eines der sichersten biometrischen Merkmale, was diese Technologie besonders vielversprechend macht.
Aktuell hat das Unternehmen einen Wert von 2,5 Milliarden Dollar und bereits 37 Millionen Menschen nutzen die App. Rund 20 Millionen von ihnen haben ihre Iris scannen lassen, um Zugang zu den Funktionen der World-App zu erhalten. In Deutschland ist dies derzeit in München möglich. Die App bietet nicht nur eine sichere Identitätsverifikation, sondern auch Zugang zu einer eigenen Kryptowährung, dem Worldcoin. Kritiker sehen darin eine Bezahlung für biometrische Daten, doch das Unternehmen betont, dass der Wert des Netzwerks in den Menschen liegt, die es nutzen.
Die Sicherheit und der Datenschutz sind zentrale Themen bei der Nutzung biometrischer Daten. Naama Ben Zvi, Biometrie-Kommissarin der israelischen Cyberbehörde, warnt vor den Risiken, die mit der Weitergabe solcher Daten an private Unternehmen verbunden sind. Sie sieht jedoch auch Potenzial in der Technologie, wenn die Daten ausschließlich auf dem Gerät des Nutzers gespeichert und verarbeitet werden. Alex Blania ist überzeugt, dass World bereits eine Größenordnung erreicht hat, in der ein „menschverifiziertes Internet“ Realität werden kann.
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