BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Deutschland hat einen ambitionierten Wettbewerb ins Leben gerufen, um die Entwicklung von Quantencomputern auf europäischem Spitzenniveau voranzutreiben. Mit einem Förderprogramm in Millionenhöhe sollen bis 2030 mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantenrechner realisiert werden. Ziel ist es, die technologische Souveränität des Landes zu stärken und die Lücke zwischen theoretischer Exzellenz und praktischer Anwendung zu schließen.

Deutschland hat einen bedeutenden Schritt unternommen, um seine technologische Souveränität im Bereich der Quantencomputing-Technologie zu sichern. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat die Quantum Computing Competition (QCC) ins Leben gerufen, die Teil der Hightech-Agenda der Bundesregierung ist. Ziel ist es, bis 2030 mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau zu entwickeln. Diese Initiative soll die technologische Führungsrolle Deutschlands im Bereich der Quantencomputing-Technologie stärken und die Lücke zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung schließen.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betont die Bedeutung dieser Technologie, die weit über die reine Rechenleistung hinausgeht. Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie, die Durchbrüche in Bereichen wie der Medikamentenentwicklung und der Echtzeitsteuerung komplexer Verkehrsströme verspricht. Besonders vielversprechend ist der erwartete Synergieeffekt mit Künstlicher Intelligenz, der neue Ansätze im maschinellen Lernen ermöglichen könnte.
Der Wettbewerb ist technologieoffen gestaltet und fördert Projekte in den drei derzeit am weitesten fortgeschrittenen Technologieplattformen: Supraleiter, neutrale Atome und Ionenfallen. Diese Vielfalt soll die spezifischen Vorteile der unterschiedlichen physikalischen Ansätze nutzen. Ein Schwerpunkt der Förderung liegt auf der Überwindung der größten Hürde der aktuellen Hardware-Generation: der Fehleranfälligkeit. Ziel ist es, die technischen Voraussetzungen für fehlerkorrigiertes Quantencomputing zu schaffen und gleichzeitig Pilotlinien für die Produktion zu etablieren.
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt, wobei Interessenten zunächst Projektskizzen einreichen müssen, bevor in einer zweiten Phase die förmlichen Förderanträge folgen. Die Fördersummen liegen zwischen 20 und 55 Millionen Euro pro Firma beziehungsweise Verbundprojekt. Mit diesem Vorgehen will das BMFTR sicherstellen, dass Deutschland den Anschluss an die Weltspitze hält und seine Position als Standort für Quantentechnologien festigt.
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