BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat neue Richtlinien zur Krebsprävention veröffentlicht, die eine pflanzenbasierte Ernährung in den Mittelpunkt stellen. Studien zeigen, dass eine solche Ernährungsweise das Risiko für bestimmte Krebsarten erheblich senken kann. Gleichzeitig wird auf die Bedeutung des Mikrobioms und die Auswirkungen von CO2 auf die Nährstoffdichte von Lebensmitteln hingewiesen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat kürzlich neue Richtlinien zur Krebsprävention vorgestellt, die eine pflanzenbasierte Ernährung als zentrale Maßnahme hervorheben. Diese Empfehlungen basieren auf umfangreichen wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass eine Ernährung reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten das Risiko für bestimmte Krebsarten um bis zu 39 Prozent senken kann. Der Begriff ‘Fibermaxxing’ beschreibt diesen Trend, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Ein zentraler Aspekt der neuen Richtlinien ist die Rolle des Darmmikrobioms. Auf dem DGE-Kongress in Kassel wurde betont, dass eine vielfältige pflanzliche Ernährung die guten Bakterienstämme im Darm fördert, während Zucker und gesättigte Fette diese reduzieren können. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit, sondern könnte auch depressive Verstimmungen begünstigen.
Parallel dazu zeigt eine Studie der Universität Granada, dass gesättigte Fette, rotes Fleisch und Alkohol den Schlaf stören, während Kohlenhydrate, fettreicher Fisch und Olivenöl ihn fördern. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung, die über die reine Kalorienaufnahme hinausgeht.
Der Markt für Bio-Lebensmittel reagiert auf diese Entwicklungen. Laut einer Studie der AMI stieg der Umsatz mit Bio-Produkten im ersten Quartal 2026 um sechs Prozent. Dennoch wächst die Bio-Anbaufläche nur langsam, was den Druck auf die heimische Produktion erhöht. Der Deutsche Bauernverband fordert daher eine Stärkung der regionalen Erzeugung.
Ein weiteres Problem stellt der Nährstoffschwund durch den steigenden CO2-Gehalt dar. Eine Studie in Global Change Biology zeigt, dass der Gehalt an Proteinen, Eisen und Zink in wichtigen Nutzpflanzen seit den 1980er Jahren gesunken ist. Dies könnte das Risiko für Eisenmangel insbesondere bei Frauen und Kindern erhöhen.
Die Verschmelzung von Ernährungswissenschaft und Digitalisierung wird sich fortsetzen. KI-gestützte Apps und tragbare Sensoren ermöglichen es, die Ernährung in Echtzeit anzupassen. Politisch könnten verpflichtende Kennzeichnungssysteme wie der Nutri-Score und steuerliche Anreize für gesunde Lebensmittel an Bedeutung gewinnen.
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