LONDON (IT BOLTWISE) – DGIST berichtet, dass fünf Startup-Teams aus dem eigenen Nachwuchsprogramm bei „GRAVITY 2026“ zu den Preisträgern gehörten, darunter zwei Grand Prizes. Insgesamt gingen KRW 420 Millionen Preisgeld an die DGIST-Vertretung. Die Gewinner decken mehrere Deep-Tech-Bereiche ab – von einer KI-gestützten IP-Plattform bis zu einem Quantenpunkt-basierten Infrarot-Sensorkonzept. Für die Teams folgt anschließend ein mehrstufiges Programm mit Global Acceleration und Auslands-Tests am Markt.

DGIST dominiert „GRAVITY 2026“ mit fünf Teams und zwei Grand Prizes
DGIST dominiert „GRAVITY 2026“ mit fünf Teams und zwei Grand Prizes (Foto: IT BOLTWISE)
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„GRAVITY 2026“ ist als Startup-Wettbewerb bewusst so aufgesetzt, dass aus Forschungsideen möglichst schnell kommerzialisierbare Produkte werden. Der Prozess startet mit einem breiten Bewerberfeld: Laut den Angaben zu der Veranstaltung gingen in diesem Jahr 310 Teams an den Start, am Ende qualifizierten sich 20 für die Finalrunde – bei einem Verhältnis von 15,5 zu 1. Ausgerichtet wurde die Bühne als gemeinsames Student-Event der vier südkoreanischen Institute DGIST, KAIST, GIST und UNIST; begleitet wird das Format durch das Ministerium für Science and ICT. Für DGIST wird das Event damit nicht nur zur Standortbestätigung, sondern zum Testlauf für den eigenen Anspruch, Deep-Tech-Entwicklungen in Richtung Markt zu beschleunigen.

Besonders auffällig ist die Verteilung der Finalplätze und der Preissumme zugunsten von DGIST: Das Institut schickte sieben Teams ins Finale, was 35% der 20 Finalisten entspricht. Von diesen sieben Teams wurden fünf ausgezeichnet, also gleich fünf Preisträger unter der DGIST-Delegation. Rechnet man die Bilanz auf die Gesamtzahl der preisgekrönten Teams um, landet DGIST mit fünf von 10 Award-winning Teams in der Erfolgsspur: Insgesamt erhielt die Gruppe KRW 420 Millionen Preisgeld. Die Einteilung der Wettbewerbskategorien spiegelt dabei unterschiedliche Reifegrade wider: In der Undergraduate League traten fünf Teams mit serviceorientierten Modellen an, während in der Graduate League zwei Teams ihre Strategien mit Blick auf fortgeschrittene Vermarktung und proprietäre Technologien ausspielten.

Technisch und inhaltlich wird die Breite der DGIST-Ergebnisse im jeweiligen Award sichtbar. In der Undergraduate League holte Markworks den Grand Prize (President’s Award) mit einer „AI patent attorney platform“, die den kompletten Prozess zur Sicherung von Rechten an geistigem Eigentum automatisiert. Das ist weniger ein einzelnes Modell als vielmehr ein Workflow-Ansatz: KI wird hier nicht nur als Analysekomponente verstanden, sondern als Taktgeber für wiederkehrende Schritte rund um IP-Anmeldungen und damit als Brücke zwischen Dokumentenarbeit und Entscheidungslogik. Im Abschluss- und Technologiereifebereich gewann in der Graduate League QD den zweiten Grand Prize (President’s Award) für eine „next-generation quantum dot-based infrared sensor manufacturing technology“, die darauf zielt, importierte Materialien zu ersetzen. Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Software- oder Service-Ebene hin zur Fertigungskette – vom Materialeinsatz bis zur Skalierbarkeit eines Bauteils, das für Infrarot-Erfassung in industriellen wie medizin-nahen Szenarien relevant sein kann.

Daneben wurden weitere Projekte mit klaren, technisch beschriebenen Schwerpunkten prämiert. In der Undergraduate League erhielt QUESTER den Excellence Award für eine „robot learning data infrastructure for the era of Physical AI“ – also für eine Dateninfrastruktur, die Robotik- und Lernprozesse für eine Interaktion mit der realen Welt besser speisen soll. Upperbound und Clebrain bekamen jeweils einen Encouragement Award. Upperbound setzte auf einen KI-Marketing-Agenten, der für 800.000 Food-Service-Unternehmen ausgerichtet ist, Clebrain auf „AI piano lessons“, die Aufführungen anhören und sofort Korrekturen liefern. Diese Beispiele zeigen auch, wie DGIST im Nachwuchs sowohl daten- als auch produktgetriebene Ansätze fördert: Während der eine Schwerpunkt auf Lern- und Datenpipelines zielt, adressiert der andere unmittelbare Nutzerinteraktionen im Alltag – in beiden Fällen mit dem Ziel, den Weg vom Prototyp zur wiederholbaren Leistung zu verkürzen.

Für die Market-Readiness ist entscheidend, was nach der Preisvergabe kommt. Laut den Veranstaltungshinweisen erhalten die Gewinner neben dem Geld zusätzliche Unterstützung: Dazu zählen ein globales Acceleration-Programm (Startup Planning und Entwicklung), Proof-of-Concept-Tests im Ausland zur Validierung in konkreten Marktumgebungen sowie Verbindungen zu Investitionsmöglichkeiten. DGIST ordnet diese Maßnahmen als konsequente Weiterführung ein: Die Idee ist, kreative Forschungsresultate nicht bei der Präsentation stehen zu lassen, sondern sie in echte Markteintritte und globale Kommerzialisierung zu übersetzen. Für Entscheider in Unternehmen ist das auch eine frühe Signalfunktion: Startups, die bereits in dieser Phase mit klaren Vermarktungsmodellen antreten, reduzieren später typischerweise den Aufwand für Pilotprojekt-Design und Modellanpassung – weil die Anforderungen an Produkt, Daten und Einsatzumgebung von Beginn an mitgedacht werden.

Auf Institutionsebene knüpft DGIST die Ergebnisse direkt an die eigene Infrastruktur an. Seit Juli betreibt das Institut mit dem Innovation Startup Center eine dedizierte Organisation, die als zentraler Anlaufpunkt fungiert. Das Konzept wird als „full-cycle support“ beschrieben: von der Identifikation potenzieller Entrepreneur-Talente über die Technologie-Weiterentwicklung bis hin zur Auslands-Expansion. Mit gemeinsam genutzter Infrastruktur auf dem Campus will DGIST die Effizienz bei der Prototypenentwicklung erhöhen und ein Startup-Ökosystem schaffen, das Deep-Tech-Anbieter beim Schritt in globale Märkte unterstützt. Präsident Kunwoo Lee bewertet die Resultate entsprechend als Nachweis dafür, dass die unternehmerische Energie der Studierenden und die Forschungsstärke tatsächlich in Kommerzialisierung übergehen; zugleich kündigt er an, die Startup-Strukturen weiter auszubauen, damit Studierende sich zu Deep-Tech-Unternehmern entwickeln können, die mit ihrem technischen Profil international führen.


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