WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – In den USA sind ultraverarbeitete Lebensmittel allgegenwärtig und machen die Hälfte der durchschnittlichen Ernährung aus. Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen, die durch eine Gesetzeslücke ermöglicht werden, die es Herstellern erlaubt, fragwürdige Inhaltsstoffe ohne staatliche Kontrolle zu verwenden.

Ultraverarbeitete Lebensmittel sind in den USA weit verbreitet und machen etwa die Hälfte der durchschnittlichen Ernährung aus. Diese Produkte stehen im Zentrum einer Debatte über ihre gesundheitlichen Auswirkungen, da sie oft mit Fettleibigkeit und Mangelernährung in Verbindung gebracht werden. Robert F. Kennedy Jr. hat auf eine 67 Jahre alte Gesetzeslücke hingewiesen, die es Herstellern ermöglicht, Inhaltsstoffe zu verwenden, die als allgemein sicher anerkannt sind, ohne dass eine staatliche Kontrolle erforderlich ist.
Diese Gesetzeslücke, bekannt als GRAS (Generally Recognized As Safe), wurde 1958 eingeführt und erlaubt es Unternehmen, die Sicherheit ihrer Inhaltsstoffe unabhängig zu überprüfen. Kennedy argumentiert, dass diese Regelung von der Industrie ausgenutzt wurde, um den Markt mit ultraverarbeiteten Lebensmitteln zu überschwemmen, die Inhaltsstoffe enthalten, die nicht umfassend auf Sicherheit geprüft wurden. Die Food and Drug Administration (FDA) hat laut Kennedy keinen Überblick über die genaue Anzahl der verwendeten Inhaltsstoffe, die Schätzungen zufolge zwischen 4.000 und 10.000 liegen könnten.
Der ehemalige FDA-Chef Dr. David Kessler beschreibt ultraverarbeitete Lebensmittel als energiedicht, hochgradig schmackhaft und schnell absorbierbar, was zu einer Veränderung unseres Stoffwechsels und einem Anstieg chronischer Krankheiten geführt hat. Diese Lebensmittel sind laut Kessler ein Haupttreiber für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und andere Gesundheitsprobleme. Er betont, dass viele dieser Produkte die Belohnungskreisläufe im Gehirn ansprechen und zu übermäßigem Essen führen, ohne ein Sättigungsgefühl zu vermitteln.
In einem Versuch, die öffentliche Wahrnehmung zu ändern, hat Kennedy neue Ernährungsrichtlinien herausgegeben, die erstmals von hochverarbeiteten Lebensmitteln abraten. Er plant, die GRAS-Status für bestimmte raffinierte Kohlenhydrate zu widerrufen, es sei denn, die Unternehmen können deren Sicherheit nachweisen. Diese Initiative könnte eine größere Gesundheitskrise darstellen als die Tabakindustrie, da sie mehr Menschen betrifft. Kennedy ist entschlossen, mit wissenschaftlichen Standards die Sicherheit der Inhaltsstoffe zu überprüfen und die Öffentlichkeit besser zu informieren.
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