SYDNEY / LONDON (IT BOLTWISE) – Electro Optic Systems steht vor einem herausfordernden Jahr. Trotz eines beeindruckenden Auftragsbestands von 518 Millionen AUD kämpft das Unternehmen mit einem verschobenen Millionenvertrag in Südkorea und einem schwächeren Cashflow. Die Aktie reagierte mit einem Rückgang von 4 Prozent, während die Unsicherheit über den Abschluss des Südkorea-Deals anhält.

Electro Optic Systems (EOS) hat kürzlich ein Quartal mit gemischten Ergebnissen abgeschlossen. Während das Unternehmen einen Rekordauftragsbestand von 518 Millionen AUD verzeichnete, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht, steht es vor Herausforderungen durch einen verschobenen Millionenvertrag mit Südkorea. Diese Unsicherheiten haben zu einem Rückgang der Aktien um 4 Prozent geführt.
Der Auftragsbestand von EOS umfasst bedeutende neue Aufträge für Fernbedienungswaffensysteme und Drohnenabwehr, die aus verschiedenen Regionen stammen. Die Lieferungen sind hauptsächlich für die Jahre 2026 und 2027 geplant. Trotz dieser positiven Aussichten zeigt der operative Cashflow eine andere Entwicklung. Er sank von 19,3 Millionen AUD im Vorquartal auf 9,5 Millionen AUD, was auf das Timing von Meilensteinzahlungen und gestiegene Produktionskosten zurückzuführen ist.
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor ist der verschobene 80-Millionen-USD-Laservertrag mit Südkorea, der ursprünglich bis Ende März bedingungslos werden sollte. Die Verzögerung in das zweite Quartal ohne Garantie auf Abschluss hat die Marktstimmung gedämpft. Ein Short-Seller-Bericht von Grizzly Research hatte zuvor die Bonität des südkoreanischen Partners Goldrone in Frage gestellt, was die Unsicherheiten weiter verstärkt.
Auf der anderen Seite zeigt sich das europäische Geschäft von EOS stabiler. Im August 2025 sicherte sich das Unternehmen einen 71-Millionen-Euro-Auftrag aus den Niederlanden für ein 100-Kilowatt-Laserwaffensystem. Dieses ITAR-freie Apollo-System ist besonders für europäische NATO-Mitglieder attraktiv, die weniger abhängig von US-Rüstungsgütern sein wollen. Gespräche mit weiteren europäischen Regierungen laufen, wobei erste Entscheidungen im ersten Halbjahr 2026 erwartet werden.
Das Management von EOS plant, 40 bis 50 Prozent des Auftragsbestands noch in diesem Jahr als Umsatz zu verbuchen, was einem Zielkorridor von 180 bis 230 Millionen AUD entspricht. Der Breakeven liegt bei rund 200 Millionen AUD, was wenig Puffer lässt und das Unternehmen stark vom zweiten Halbjahr abhängig macht. Die Hauptversammlung am 19. Mai in Sydney wird weitere Klarheit darüber bringen, ob der Südkorea-Deal zustande kommt und ob EOS seine ambitionierten Umsatzpläne für 2026 halten kann.
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