LONDON (IT BOLTWISE) – Energy Vault hat im ersten Quartal 2026 die Erwartungen verfehlt, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Dennoch setzt das Unternehmen auf eine strategische Neuausrichtung hin zu einem unabhängigen Stromproduzenten, unterstützt durch einen milliardenschweren Auftragsbestand. Diese Neuausrichtung könnte langfristig entscheidend für den Erfolg des Unternehmens sein.

Energy Vault hat im ersten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten nicht erfüllt. Der Umsatz lag bei 21,9 Millionen Dollar, während Analysten mit 36,3 Millionen Dollar gerechnet hatten. Auch der Verlust je Aktie fiel mit minus 0,12 Dollar höher aus als die prognostizierten minus 0,07 Dollar. Trotz dieses schwachen Starts ins Jahr verweist das Unternehmen auf ein starkes Wachstum im Jahresvergleich, mit einem Umsatzplus von 156 Prozent.
Die finanzielle Lage von Energy Vault zeigt sich dennoch robuster als im Vorjahr. Die Kassenbestände des Unternehmens stiegen um 148 Prozent auf 117,1 Millionen Dollar. Das Management strebt bis Ende 2026 eine Liquidität von 150 bis 200 Millionen Dollar an. Diese finanzielle Stabilität könnte entscheidend sein, um die strategische Neuausrichtung des Unternehmens zu unterstützen.
Der Fokus von Energy Vault liegt zunehmend auf der Stromversorgung für KI-Anwendungen und Rechenzentren. Rund 80 Prozent des aktuellen Auftragsbestands von 1,35 Milliarden Dollar sind an Projekte im Bereich der unabhängigen Stromproduktion (IPP) gebunden. Die kontrollierte Kapazität des Unternehmens erreichte 1.066 Megawatt, was einem Anstieg von 461 Prozent im Jahresvergleich entspricht.
Besonders bemerkenswert sind die jüngsten Schritte in Texas und Japan. In Texas erwarb Energy Vault ein Batteriespeicherprojekt mit einer Kapazität von 175 MW/350 MWh, das bis Dezember 2027 ans Netz gehen soll. In Japan sicherte sich das Unternehmen eine 850-MW-Pipeline, von der 350 Megawatt in der zweiten Jahreshälfte 2027 für den nächsten Genehmigungsschritt bereit sein sollen.
Die Aktie von Energy Vault reagierte nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen schwankungsanfällig. Dies spiegelt die hohen Erwartungen des Marktes wider, der nicht nur die aktuellen Zahlen, sondern vor allem den langfristigen Ausbauplan des Unternehmens einpreist. Die Aktie schloss zuletzt bei 4,27 Euro, was einem Plus von 363,91 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten entspricht.
Für die Zukunft bleibt entscheidend, ob Energy Vault den Übergang zum IPP-Modell erfolgreich umsetzen kann. Das Unternehmen hält an einem Ziel von rund 4 Gigawatt bis 2030 fest und stellt ein annualisiertes EBITDA von etwa 1,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Diese ambitionierten Ziele könnten Energy Vault zu einem bedeutenden Akteur im Bereich der erneuerbaren Energien machen.
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