NIEDERLANDE / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat kürzlich das erste Metallteil, das im Weltraum 3D-gedruckt wurde, zur Erde zurückgebracht. Dieses bahnbrechende Experiment könnte die Art und Weise, wie wir in Zukunft im Weltraum produzieren, revolutionieren. Die Ingenieure bei ESTEC untersuchen nun, wie die Schwerelosigkeit den Druckprozess beeinflusst hat.

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat einen bedeutenden Schritt in der Raumfahrttechnologie gemacht, indem sie das erste Metallteil im Weltraum 3D-gedruckt hat. Dieses Experiment, das auf der Internationalen Raumstation (ISS) durchgeführt wurde, könnte die Zukunft der Raumfahrt grundlegend verändern. Die Fähigkeit, Teile direkt im Weltraum herzustellen, reduziert die Abhängigkeit von teuren und zeitaufwändigen Nachschubmissionen von der Erde.
Der 3D-Drucker, der von einem von Airbus geführten Team entwickelt wurde, wurde im Januar 2024 auf die ISS gebracht und von ESA-Astronaut Andreas Mogensen installiert. Bereits wenige Monate nach der Installation konnte das Gerät erfolgreich ein erstes Metallteil drucken. Dieses Teil wurde nun zur Erde zurückgebracht und wird von Ingenieuren bei ESTEC, dem technischen Zentrum der ESA in den Niederlanden, genau untersucht.
Die Untersuchung des gedruckten Metallteils konzentriert sich darauf, wie die Mikrogravitation den Druckprozess beeinflusst hat. Caterina Iantaffi, Materialingenieurin bei der ESA, erklärt, dass das im Weltraum gedruckte Teil mit einem identisch geformten Teil verglichen wird, das auf der Erde mit demselben Drucker hergestellt wurde. Ziel ist es, Unterschiede zu identifizieren, die auf die unterschiedlichen Schwerkraftbedingungen zurückzuführen sind.
Der 3D-Druck im Weltraum nutzt die Laser-Wire Directed Energy Deposition-Technologie, bei der ein Laser als lokalisierte Wärmequelle dient, um ein Edelstahl-Substrat und einen Draht zu schmelzen. Diese Technik ermöglicht es, das Material Schicht für Schicht aufzubauen und so das gewünschte Teil zu formen. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment könnten dazu beitragen, zukünftige Drucker für den Einsatz im Weltraum zu optimieren.
Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in den kommenden Monaten veröffentlicht, um sie mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu teilen. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer Zukunft, in der die Herstellung im Weltraum ein integraler Bestandteil nachhaltiger Raumfahrtaktivitäten wird. Die Möglichkeit, Werkzeuge und Ersatzteile direkt im Weltraum herzustellen, könnte die Effizienz und Autonomie zukünftiger Missionen erheblich steigern.
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