BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die EU-Kommission hat ein neues Verfahren gegen Google eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsverstöße zu untersuchen. Der Konzern steht im Verdacht, Nachrichtenseiten in den Suchergebnissen zu benachteiligen, was zu erheblichen finanziellen Einbußen für Verlage führen könnte. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Google empfindliche Strafen.

Die Europäische Kommission hat ein weiteres Verfahren gegen Google eingeleitet, um mögliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass Google Nachrichtenseiten und Verlage in seinen Suchergebnissen benachteiligt. Diese Praxis könnte erhebliche Auswirkungen auf die Einnahmen der betroffenen Verlage haben, insbesondere in einer Zeit, in der die Medienbranche ohnehin unter Druck steht.
Der Verdacht der EU-Kommission richtet sich darauf, dass Googles Spam-Filter möglicherweise dazu führen, dass Webseiten von Nachrichtenseiten und Verlagen in den Suchergebnissen weiter unten erscheinen, wenn sie kommerzielle Inhalte von Dritten enthalten. Diese Praxis könnte als unfaire Benachteiligung gewertet werden, da sie die Sichtbarkeit und damit die Einnahmen der Verlage beeinträchtigt.
Kommissionsvizepräsidentin Teresa Ribera äußerte sich besorgt über die möglichen Auswirkungen von Googles Richtlinien auf die Medienbranche. Sie betonte, dass die Kommission sicherstellen wolle, dass Nachrichtenverlage fair und ohne Diskriminierung behandelt werden. Die Untersuchung soll klären, ob Google gegen das EU-Digitalrecht verstößt, das faire und nicht-diskriminierende Zugangsbedingungen vorschreibt.
Google hingegen verteidigt seine Richtlinien und bezeichnet die Ermittlungen als fehlgeleitet. Der Konzern argumentiert, dass die Richtlinien notwendig seien, um Manipulationen im Ranking zu verhindern. Google betont, dass die Zusammenarbeit mit den Brüsseler Ermittlern in der Vergangenheit stets konstruktiv gewesen sei.
Die EU-Kommission plant, die Untersuchung innerhalb eines Jahres abzuschließen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Google Geldbußen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. In schweren Fällen könnten sogar strukturelle Maßnahmen wie eine Aufspaltung des Konzerns in Betracht gezogen werden.
Bereits in der Vergangenheit hat die EU-Kommission Google mit mehreren Wettbewerbsstrafen belegt, die sich insgesamt auf rund acht Milliarden Euro belaufen. Die höchste Strafe wurde wegen des Geschäfts mit dem Google-Betriebssystem Android verhängt. Diese neuen Ermittlungen könnten die Spannungen zwischen der EU und dem US-Technologieriesen weiter verschärfen.
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