BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die EU hat ihre Sanktionen gegen Russland weiter verschärft, indem sie den Import von Erdölerzeugnissen, die aus russischem Rohöl in Drittländern hergestellt wurden, verbietet. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Umgehungsgeschäfte über Länder wie Indien oder die Türkei zu unterbinden. Unternehmen müssen nun strikte Compliance-Maßnahmen ergreifen, um hohe Bußgelder oder strafrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Die Europäische Union hat ihre Sanktionen gegen Russland weiter verschärft, indem sie den Import von Erdölerzeugnissen, die aus russischem Rohöl in Drittländern hergestellt wurden, verbietet. Diese Maßnahme, die Teil des 18. Sanktionspakets ist, soll Umgehungsgeschäfte über Länder wie Indien oder die Türkei unterbinden. Für Unternehmen mit bestehenden Altverträgen bedeutet dies, dass sie ihre Lieferketten anpassen müssen, um den neuen Vorschriften zu entsprechen.
Ab dem 21. Januar 2026 ist der Import solcher Produkte in die EU verboten. Die Beweislast liegt nun vollständig beim Importeur, der lückenlos nachweisen muss, dass das verwendete Rohöl nicht aus Russland stammt. Ohne diesen Ursprungsnachweis drohen die Verweigerung der Einfuhr durch den Zoll, hohe Bußgelder oder sogar strafrechtliche Konsequenzen. Ein kostenloser Praxis-Guide bietet ausfüllbare Muster für Lieferantenerklärungen und Checklisten, um die Herkunftsnachweise schnell und rechtsicher zu dokumentieren.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) überwacht die Einhaltung dieser Regelungen. Branchenverbände warnen vor dem bürokratischen Aufwand, der mit der Beschaffung verlässlicher Nachweise von Lieferanten in Drittländern verbunden ist. Die EU schließt damit systematisch Sanktionslücken, um auf die Anpassungsfähigkeit Russlands und seiner Handelspartner zu reagieren. Frühere Pakete verboten den direkten Handel, während neuere Maßnahmen gezielt auf Umwege über Drittstaaten abzielen.
Für betroffene Unternehmen ist die Zeit des Abwartens vorbei. Experten empfehlen ein konsequentes Vorgehen, das eine Risikoanalyse aller Importgeschäfte und die Etablierung robuster Dokumentationsprozesse mit Partnern in Drittländern umfasst. Die Konsultation von Spezialisten für Außenwirtschaftsrecht oder Zollagenten wird dringend empfohlen, um die komplexe EU-Verordnung korrekt umzusetzen. Der heutige Stichtag ist nur ein Meilenstein in einem dynamischen Prozess, der für deutsche Unternehmen mit internationalem Geschäft zu einer Daueraufgabe im Compliance-Management wird.
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