LONDON (IT BOLTWISE) – Die europäischen Aktienmärkte stehen unter Druck, da geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise die Anleger verunsichern. Der EuroStoxx 50 verzeichnete einen leichten Rückgang, während der britische FTSE 100 dank Rohstoffgewinnen zulegen konnte. Die Unsicherheit über den Iran-Konflikt und die Inflation in der Eurozone tragen zur angespannten Marktlage bei.

Die europäischen Aktienmärkte erlebten am Donnerstag einen leichten Rückgang, wobei der EuroStoxx 50 um 0,2 Prozent auf 5.805,48 Punkte fiel. Dieser Rückgang setzt den Trend der letzten Handelstage fort, in denen die Kurse kontinuierlich abbröckelten. Besonders auffällig waren die Bewegungen bei Einzelwerten, die auf eine Reihe von Quartalszahlen reagierten.
Außerhalb des Euro-Währungsraums konnte der britische FTSE 100 dank der Gewinne bei Öl- und Rohstoffaktien um ein Prozent auf 10.309,08 Punkte zulegen. Der Schweizer SMI zeigte sich mit einem leichten Plus von 0,18 Prozent auf 13.054,85 Punkte nahezu unverändert. Die geopolitischen Spannungen, insbesondere der Iran-Konflikt, sowie der steigende Ölpreis, der zeitweise den höchsten Stand seit 2022 erreichte, mahnen zur Vorsicht.
Der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater, warnte, dass die festgefahrene diplomatische Lage zwischen den USA und dem Iran die Weltwirtschaft näher an einen Energieinfarkt bringen könnte. Die Lagerbestände nehmen ab, während der Rohölpreis steigt. Diese Entwicklungen spiegeln sich in den neuen Daten zur Inflation und zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone wider, die auf eine drohende Stagflation hindeuten.
Besonders betroffen waren die Bankensektoren, die unter enttäuschenden Zahlen aus Frankreich litten. BNP Paribas verzeichnete einen Rückgang von 4,8 Prozent, während Societe Generale und Credit Agricole noch stärkere Verluste hinnehmen mussten. Im Gegensatz dazu konnten Banken aus anderen Ländern wie BBVA und ING leichte Gewinne verzeichnen, was auf positive Analystenbewertungen zurückzuführen ist.
Auch die Automobilwerte standen unter Druck, wobei Stellantis einen Abschlag von 7,7 Prozent hinnehmen musste. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal nur einen schmalen Gewinn erzielt, was an der Börse schlecht aufgenommen wurde. Michelin hingegen konnte trotz eines schwierigen Umfelds seine Jahresziele bestätigen, verzeichnete jedoch einen Rückgang von 1,6 Prozent nach der Veröffentlichung der Umsatzzahlen.
Einige Sektoren konnten jedoch leichte Zuwächse verzeichnen. ArcelorMittal profitierte von einem höheren als erwarteten operativen Gewinn, während der Konsumgüterkonzern Unilever nach positiven Quartalszahlen um knapp zwei Prozent zulegte. Diese Entwicklungen zeigen, dass trotz der allgemeinen Unsicherheit einige Unternehmen in der Lage sind, positive Ergebnisse zu erzielen.
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