MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die europäische Raumsonde Hera hat auf ihrem Weg zum Asteroiden Didymos einen bemerkenswerten Zwischenstopp eingelegt, der nicht nur die Flugbahn optimierte, sondern auch spektakuläre Bilder des Mars-Mondes Deimos lieferte.

Die europäische Raumsonde Hera hat auf ihrer Reise zum Asteroiden Didymos einen faszinierenden Zwischenstopp am Mars eingelegt. Dabei gelang es der Sonde, den Mars-Mond Deimos aus einer Entfernung von nur 1000 Kilometern zu fotografieren. Diese Nähe ermöglichte es, hochauflösende Bilder des kleinen, nur 12,4 Kilometer großen Mondes zu erfassen, die neue Erkenntnisse über seine Entstehung liefern könnten.
Wissenschaftler diskutieren seit langem über den Ursprung von Deimos. Zwei Haupttheorien stehen im Raum: Entweder entstand der Mond durch Trümmer eines Meteoriteneinschlags auf dem Mars, oder er ist ein eingefangener Asteroid. Die neuen Daten von Hera könnten helfen, diese Fragen zu klären und die Entstehungsgeschichte von Deimos besser zu verstehen.
Für die Beobachtungen setzte Hera drei ihrer wissenschaftlichen Instrumente ein: eine Asteroid-Framing-Kamera für hochauflösende Schwarz-Weiß-Aufnahmen, den Hyperscout H für hyperspektrale Bilder in verschiedenen Wellenlängen und die Infrarotkamera TIRI zur Messung der Oberflächentemperatur. Diese Instrumente lieferten nicht nur Bilder, sondern auch wertvolle Daten zur Zusammensetzung und den physikalischen Eigenschaften von Mars und Deimos.
Der Vorbeiflug am Mars diente nicht nur wissenschaftlichen Zwecken. Durch die Nutzung der Schwerkraft des Planeten konnte Hera ihre Flugbahn optimieren, ein als Gravity-Assist bekanntes Manöver. Dieses verkürzt die Reisezeit zum Zielasteroiden Didymos um mehrere Monate und spart zudem Treibstoff. Das Team für Missionsanalyse und Flugdynamik am ESOC in Deutschland leistete großartige Arbeit bei der Planung dieses Manövers.
Heras Hauptmission liegt noch vor ihr. Im Dezember 2026 soll die Sonde das Asteroidensystem Didymos erreichen, um die Auswirkungen des gezielten Einschlags der NASA-Sonde DART zu untersuchen, die im September 2022 die Umlaufbahn des kleineren Asteroiden Dimorphos verändert hat. Diese Mission ist Teil der Bemühungen, Techniken zur Abwehr potenziell gefährlicher Asteroiden zu entwickeln und zu testen.
Hera ist jedoch nicht die erste Sonde, die Deimos aus der Nähe untersucht hat. Bereits 2009 machte der Mars Reconnaissance Orbiter der NASA Aufnahmen aus einer Entfernung von etwa 22.500 Kilometern. Die neuen Bilder von Hera bieten jedoch eine deutlich höhere Auflösung und könnten bisher unbekannte Details offenbaren.
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