BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Europäische Parlament hat seine Unterstützung für die Pläne der Europäischen Zentralbank zur Einführung eines digitalen Euro bekräftigt. Diese Initiative zielt darauf ab, die monetäre Souveränität der EU zu stärken und die Abhängigkeit von nicht-europäischen Zahlungsanbietern zu verringern. Die Abgeordneten betonten die Bedeutung der Unabhängigkeit der Zentralbank, um Preisstabilität und Marktvertrauen zu gewährleisten.

Das Europäische Parlament hat in einer entscheidenden Abstimmung die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Einführung eines digitalen Euro unterstützt. Diese Initiative wird als strategisches Instrument angesehen, um die monetäre Souveränität der Europäischen Union zu stärken, insbesondere in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen. Die Abgeordneten stimmten mit 443 Stimmen dafür, 71 dagegen und 117 Enthaltungen, und unterstützten damit Änderungen, die den digitalen Euro als „wesentlich“ für die Stärkung der monetären Souveränität der EU, die Reduzierung von Fragmentierungen im Einzelhandel und die Stärkung der Integrität des Binnenmarktes beschreiben.
Ein zentrales Anliegen der Abgeordneten war die Unabhängigkeit der EZB. Sie argumentierten, dass die Autonomie der Zentralbank entscheidend für die Aufrechterhaltung der Preisstabilität und des Marktvertrauens sei. Johan Van Overtveldt, ehemaliger belgischer Finanzminister und Mitglied des Europäischen Parlaments, betonte, dass die Unabhängigkeit der EZB kein technisches Detail sei. Er warnte, dass politische Einmischung in Zentralbanken historisch gesehen zu Inflation, finanzieller Instabilität und politischem Chaos geführt habe.
Die Unterstützung des Parlaments für den digitalen Euro erfolgt inmitten eines breiteren Vorstoßes von Zentralbankern und Ökonomen, den digitalen Euro als öffentliches Gut und geopolitische Absicherung zu positionieren. Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, bezeichnete das Projekt als „öffentliches Geld in digitaler Form“ und verknüpfte es direkt mit Bedenken hinsichtlich der „Waffenisierung aller erdenklichen Werkzeuge“. Er argumentierte, dass Europa ein Zahlungssystem benötige, das vollständig unter europäischer Kontrolle stehe und auf europäischer Infrastruktur basiere.
Während die EZB an der Entwicklung eines digitalen Euro arbeitet, betont die verabschiedete Resolution, dass Bargeld weiterhin eine wichtige Rolle in der Eurozone spielen sollte. Sowohl physische als auch digitale Euros werden als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Europa in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit nicht von ausländischen Zahlungssystemen abhängig ist und die Kontrolle über seine monetäre Infrastruktur behält.
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