BONN / LONDON (IT BOLTWISE) – Vier große Telekommunikationsanbieter in Europa wollen sich gemeinsam um Funkfrequenzen bewerben, die Mobilfunkverbindungen über Satelliten ermöglichen. Die Pläne zielen auf ein Direct-to-Device-Dienstmodell: Smartphones sollen auch in Funklöchern eine Verbindung aufbauen, ohne zuerst einen terrestrischen Mast zu brauchen. Als Einsatzfelder werden insbesondere unterversorgte Regionen und eine höhere Resilienz für kritische Kommunikation genannt. Unklar bleibt noch, welcher Satellitenbetreiber die Versorgung aus dem Orbit sicherstellt.

Damit Nutzer in Europa nicht mehr nur dann online gehen können, wenn irgendwo ein Funkmast steht, rücken Satellitenfrequenzen stärker in den Fokus der Mobilfunkbranche. Die Deutsche Telekom, Vodafone aus Großbritannien, Telefónica aus Spanien und Orange aus Frankreich haben eine Absichtserklärung unterschrieben, um sich gemeinsam um Funkfrequenzen zu bewerben, die Direct-to-Device-Verbindungen über den Weltraum ermöglichen. Der Zeitrahmen ist dabei deutlich: Die Frequenzen sollen wohl erst 2029 frei werden und sind bislang unter anderem für Internetverbindungen im Flugzeug genutzt worden.
Technisch betrachtet geht es bei dem Vorhaben nicht um „Volldatenkomfort“ wie hochauflösendes Streaming in jedem Winkel, sondern zunächst um minimale, belastbare digitale Datenverbindungen. Im Kern wird das Smartphone selbst zum Endpunkt der Satellitenstrecke: Gerät sich das Mobilteil in Gegenden ohne Funkversorgung, soll es automatisch auf eine Satellitenverbindung schalten. Das wird als Lösung für sogenannte Funklöcher beschrieben – also Gebiete, in denen nicht einmal das veraltete 2G-Netz zuverlässig verfügbar ist, sodass der Wechsel zu einem terrestrischen System gar nicht erst gelingt.
Für die Einordnung liefert die Bundesnetzagentur konkrete Flächenanteile: Im Juni lag der Anteil der nicht versorgten Fläche bei der Deutschen Telekom bei 1,2 Prozent, bei Vodafone bei 1,7 Prozent und bei O2 Telefónica bei 1,6 Prozent. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Größe dieser Prozentwerte als die Folge: Auch auf Reisen im europäischen Ausland können Handynutzer immer wieder in Situationen geraten, in denen die Verbindung zu nahegelegenen Funkmasten abreißt. Genau diese Lücke soll das Direct-to-Device-Modell schließen, indem der nächste logische Schritt nicht ein weiterer terrestrischer Hand-off ist, sondern die direkte Funkstrecke zum Satelliten im Orbit.
Die Branche nutzt den Begriff D2D-Satelliteninternet bewusst nicht gleichbedeutend mit dem klassischen Satelliteninternet, bei dem am Hausdach oder auf dem Boot eine eigene Antenne nötig ist und der Nutzerverkehr erst über diese Antenne ins Netz gelangt. Beim hier beschriebenen Ansatz steht dagegen die Funklogik des Mobiltelefons im Mittelpunkt: Wenn kein terrestrisches Netz erreichbar ist, wird eine Satellitenverbindung hergestellt. Damit verschiebt sich auch der Architekturgedanke vom „Spezialanschluss“ hin zu einem Mobilfunkbetrieb, der länderspezifische Lücken toleriert und damit Resilienz in der Fläche verspricht.
Politisch und marktstrategisch ist die europäische Dimension ein zentraler Treiber. Laut den Unternehmen soll die Zusammenarbeit vor allem die eigenständige Position Europas bei der Weltrauminfrastruktur absichern. Dazu gehört, dass man zentrale Infrastrukturen am Boden sowie wichtige Koordinierungs- und Steuerungsfunktionen in Europa aufbauen will. Gleichzeitig wird der Blick auf die Abhängigkeit von US-Anbietern deutlich, weil die ungeklärte Frage im Raum steht, wie stark US-Tech-Firmen ihren technologischen Vorsprung für politische Zwecke instrumentieren könnten.
Gerade an dieser Stelle wird es organisatorisch komplex, denn die Telekommunikationsbranche ringt parallel mit bestehenden Partnerschaften. Die Deutsche Telekom hatte erst im März eine Kooperation mit dem US-Internetdienst Starlink bekanntgegeben, um ab 2028 Handynutzer in bisherigen Funklöchern mit Satelliten im Weltall zu verbinden. Die neue Absichtserklärung der vier Firmen soll jedoch keine bestehenden Satellitenpartnerschaften ersetzen, so die übereinstimmende Darstellung der Beteiligten. Ergänzend kommt Zeitdruck durch die Regulierungsagenda: Knapp drei Monate nach der Starlink-Partnerschaft hat die EU-Kommission angekündigt, künftige Anbieter von Satelliten-Mobilfunkdiensten von Teilen des 2-Gigahertz-Frequenzbandes auszuschließen. Der Frequenzbereich soll dafür gedrittelt werden: Ein Drittel ist der Empfehlung nach für staatliche Nutzung reserviert, die zwei anderen Drittel sollen für kommerzielle Nutzung bereitstehen, wobei jeweils unterschiedliche Vergabestrategien für EU-Anbieter beziehungsweise Betreiber innerhalb und außerhalb der EU geplant sind.
Die Zustimmung aus der Politik fällt entsprechend klar aus, auch wenn noch nicht alle technischen und kommerziellen Fragen geklärt sind. Der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Schätzl, sagte: „Es ist absolut zu begrüßen, dass Europas Telekommunikationsbranche gemeinsam vorgeht und damit unsere digitale Souveränität stärkt“. Er verweist zudem darauf, dass Europa beim Internet noch immer zu stark von den USA abhängig sei. „Das Vorhaben ist ein Schritt in die richtige Richtung, damit wir global nicht erpressbar sind“, ergänzte Schätzl. Offen bleibt vorerst vor allem, welcher Satellitenbetreiber tatsächlich zum Zug kommt und wie schnell sich das Ökosystem im Massenmarkt etablieren lässt, nachdem ein Smartphone zwar D2D-fähig sein muss, diese Funktion aber nach Angaben aus der Branche bislang nicht flächendeckend integriert ist.
Für Unternehmen, die KI-gestützte Dienste und proaktive Netzfunktionen betreiben, steckt in diesem Schritt dennoch auch eine operative Chance: Wenn Satellitendaten und terrestrische Funkabdeckung künftig nahtloser ineinandergreifen, verlagert sich der Wert von reinen Verfügbarkeitskennzahlen hin zu stabilen Service-Levels über heterogene Netzinfrastrukturen. Die wichtigsten nächsten Schritte liegen damit nicht nur bei der Frequenzbewerbung, sondern auch bei der Koordination von Bodeninfrastruktur, Steuerungslogik und Gerätedurchsatz. Ob das Modell am Ende tatsächlich bei „Funklöchern“ und nicht bei datenintensiven Anwendungen den Standard setzt, wird sich in der Zeit nach der Frequenzfreigabe abzeichnen – spätestens wenn 2029 näher rückt und die technische Umsetzung mit dem Markteintritt im Alltag zusammenlaufen muss.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Europas Telekom will Direct-to-Device per Satellit ausbauen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Europas Telekom will Direct-to-Device per Satellit ausbauen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Europas Telekom will Direct-to-Device per Satellit ausbauen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!