KARLSTADT / LONDON (IT BOLTWISE) – In der Arbeitswelt steigen Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen deutlich. Laut einem Bericht des WIdO kletterten die Ausfalltage binnen zehn Jahren bei AOK-Versicherten von 284 auf 403 Tage je 100 Mitglieder. Besonders stark nahm die Zahl der Ausfalltage bei reinen Burnout-Diagnosen zu. Wie Warnsignale früh erkannt werden können und warum Arbeitgeber-Strukturen mitentscheiden, stand im Fokus des Vortrags.

Psychische Belastungen rücken in vielen Betrieben von der „gefühlten“ Alltagsfrage zur messbaren Gesundheits- und Produktivitätskomponente. Schon ein Blick auf den klassischen Indikator Arbeitsunfähigkeit zeigt, wie schnell sich die Schere öffnet: In der Klink- und Betriebsrealität werden Symptome wie Erschöpfung, Konzentrationsprobleme oder sozialer Rückzug zunehmend als Teil eines längeren Belastungsprozesses sichtbar. Genau diese Brücke zwischen individuellen Warnsignalen und den Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag haben Vortragende in Karlstadt herausgestellt.
Im Zentrum standen dabei Warnmuster, die nicht erst in einer akuten Krise auftreten. Anica Pilz, Lehrstuhl für Differentielle Psychologie an der Universität Würzburg, ordnete typische Begleiterscheinungen ein: Dazu gehören Schmerzen, Schlafstörungen, Energiemangel und Probleme, sich zu fokussieren. Gleichzeitig nannte sie weitere Faktoren wie Interessenverlust, innere Unruhe, Ärger sowie anhaltendes Grübeln. Das Muster ist dabei weniger „ein einziges Symptom“, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Ebenen, das die mentale und körperliche Belastbarkeit über Wochen oder Monate aushöhlt.
Ergänzend legte Gustav Wirtz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Bereichsleiter an der SRH RPK Karlsbad-Langensteinbach, den Blick stärker auf körperliche Reaktionen und Arbeitsverhalten. Neben anhaltender Erschöpfung und Gereiztheit gehören demnach Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und eine höhere Anfälligkeit für Infekte in das Spektrum. Im Arbeitsalltag zeigen sich Überlastungsfolgen häufig durch gehäufte Fehler, außerdem durch sozialen Rückzug. Damit wird erkennbar, warum Betroffene trotz hoher Leistungsbereitschaft zunehmend „funktionale Ausfälle“ erleben, die sich zunächst oft als Qualitäts- oder Organisationsproblem tarnen.
Auf internationaler Ebene macht auch die Einordnung des Begriffs Burnout die Dimension des Phänomens deutlich. Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert Burnout in der ICD-11 nicht als eigenständige Krankheit, sondern als arbeitsbezogenes Syndrom, das aus chronischem, nicht erfolgreich verarbeitetem Arbeitsstress entsteht. Diese Differenzierung ist wichtig, weil sie die Debatte verschiebt: Weg von einer reinen Etikettierung („Jemand ist eben ausgebrannt“) hin zu einer Ursachenanalyse rund um Belastungsdauer, Bewältigungsressourcen und die tatsächliche Arbeitsgestaltung.
Die Zahlen aus Krankenkassen-Reports untermauern diesen Trend. Dem Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zufolge stiegen die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen bei versicherten Beschäftigten binnen zehn Jahren um knapp 42 Prozent: von 284 Arbeitsunfähigkeitstagen je 100 Mitglieder im Jahr 2016 auf 403 Tage im Jahr 2025. Auf 100 Mitglieder entfielen 2025 im Durchschnitt 14,1 Fälle mit einer Dauer von 28,5 Tagen je Fall. Bei reinen Burnout-Diagnosen verzeichnete das Institut im selben Zeitraum einen Anstieg der Ausfalltage um 77 Prozent von 11,0 auf 19,5 Tage je 100 AOK-Mitglieder.
Auch andere Erhebungen deuten auf eine anhaltende Verschiebung hin. Für das erste Halbjahr 2026 berichtet die DAK-Gesundheit von 184 Fehltagen je 100 Versicherte bei psychischen Erkrankungen, was einem Zuwachs von neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Krankschreibungsdauer bei psychischen Diagnosen laut DAK bei gut 34 Tagen. Gleichzeitig ist die betriebliche Konsequenz klar: Je länger Ausfallzeiten, desto höher sind Folgekosten durch Vertretungsaufwand, Wissensverluste und Projektverzögerungen, selbst wenn die direkte Ursache individuell ausgelöst erscheint.
Als Gegenmaßnahmen wurden sowohl persönliche Bewältigung als auch betriebliche Verantwortung betont. Pilz hob hervor, dass Resilienz trainierbar sei und nannte Beispiele, die Krankenkassen teils über anerkannte Entspannungsmethoden unterstützen, etwa autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Daneben empfahl sie alltagstaugliche Techniken wie die 4-7-8-Atemübung, das konsequente Einhalten fester Pausen sowie ein bewusstes Ritual zum Feierabend. Wirtz warnte zugleich davor, Stress allein als Einstellungsproblem zu behandeln: Wenn Belastung überwiegend aus Arbeitsbedingungen entsteht, können Achtsamkeit oder Sport strukturelle Anpassungen im Betrieb nicht ersetzen. Für Betroffene empfahl man, die eigene Lage systematisch zu analysieren, Prioritäten gemeinsam mit Führungskräften neu zu ordnen, Vertretungen zu regeln und klare Grenzen bei der Erreichbarkeit zu ziehen; bei Beschwerden über mehrere Wochen wurde zudem der Gang zum Hausarzt oder in eine psychotherapeutische Sprechstunde nahegelegt.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen: Anstieg um 42 Prozent" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen: Anstieg um 42 Prozent" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen: Anstieg um 42 Prozent« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!