LUXEMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Fidelity zeigt mit dem FAST Emerging Markets Fund, wie ein aktiv gemanagtes Long/Short-Exposure in Schwellenländern in 2026 bislang überzeugt. Das Portfolio kombiniert ein hohes Aktien-Exposure von 111,6 Prozent mit gezielten Short-Positionen, um Krisenrisiken und Bewertungsfallen abzufedern. In der Jahres- und Dreijahresbetrachtung werden dabei deutliche Outperformance-Werte gegenüber dem MSCI Emerging Markets-Index sichtbar. Besonders bemerkenswert ist, dass die erzielte Rendite laut den Kennzahlen bei vergleichbarer Schwankungsneigung erreicht wird.

Fidelity FAST Emerging Markets: Long/Short-Strategie trotzt der Volatilität
Fidelity FAST Emerging Markets: Long/Short-Strategie trotzt der Volatilität (Foto: IT BOLTWISE)
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Emerging Markets liefern 2026 bislang ein bemerkenswert stabiles Kursbild, und das nicht nur wegen einzelner Schwergewichte aus dem Halbleitersektor. Wie die Entwicklung auf Indexebene zeigt, profitieren Anleger davon, dass die Rallye breiter getragen wird als in manchen vorherigen Tech-Zyklen. Per Mitte Juni verzeichnete der MSCI Emerging Markets (Euro-Basis) einen Zuwachs von +26,40 Prozent, wobei der Index auch weiter gefasste „Schwellenländer plus“ wie Südkorea und Taiwan abdeckt. Genau in diesem Umfeld stellt der Fidelity FAST Emerging Markets Fund seine strategische DNA unter Beweis: Er setzt auf aktives Management und nutzt Long/Short-Komponenten, um auch in volatilen Phasen strukturierte Chancen mitzunehmen.

Der Kern des Produkts liegt dabei weniger in einem klassischen „Long-only“-Fahrplan, sondern in der Ableitung einer aktiven Strategie aus Derivaten und einer bewusst gesteuerten Aktienquote. Das Kürzel FAST steht für „Fidelity Active Strategy“ und signalisiert, dass der Fondsmanager nicht nur Unternehmen auswählt, sondern auch die Risikobudgets operativ managt. Laut Beschreibung liegt das Aktienmarkt-Exposure aktuell bei 111,6 Prozent: 140 Long-Positionen stehen 80 Short-Positionen gegenüber. In der Praxis heißt das, dass das Team nicht ausschließlich hofft, dass der Gesamtmarkt steigt, sondern Fehlbewertungen und Schwächephasen selektiv abfedern will – ein Ansatz, der gerade in Emerging Markets mit sprunghaften Nachrichtenzyklen relevant wird.

Technisch betrachtet ist die Strategie ein Portfolio-Engineering zwischen Fundamentalanalyse und dynamischer Risikosteuerung. Die Fondsmanager Nick Price und Chris Tennant formulieren ihren Titelauswahlprozess über Kennzahlen zu Wachstum und Bewertung, Unternehmensfinanzen, Kapitalrendite und Cashflows. Ergänzend werden die Qualität der Unternehmensführung, die Branchenperspektiven sowie makroökonomische Rahmenbedingungen in die Auswahl einbezogen. Im Unterschied zu rein quantitativen Selektionen folgt daraus eine klar beschriebene Disziplin: Das Portfolio soll zwischen strukturellen Gewinnern und Verlierern unterscheiden. Diese Unterscheidung bildet die Grundlage für das Zusammenspiel aus Long- und Short-Komponenten sowie für den Einsatz von Derivaten zur Steuerung von Risiko und zur Erzeugung zusätzlichen „Alpha“.

Die Portfoliologik lässt sich dabei auch in Exposure- und Allokationsdaten ablesen. Unter normalen Marktbedingungen hält der FAST EM-Fonds demnach einen im Vergleich zum reinen Long-Engagement höheren Anteil aktiver Positionen; das Aktien-Exposure bewegt sich grob bei 100 bis 110 Prozent des Fondsvermögens. In der Länderallokation steht Taiwan mit einer Netto-Gewichtung von 34,7 Prozent auf dem ersten Platz, berechnet aus 39,7 Prozent Long- und 5,0 Prozent Short-Anteil. Südkorea folgt mit 23,3 Prozent. China liegt mit 16,3 Prozent auf Rang drei, während Brasilien (11,2 Prozent), Südafrika (10,1 Prozent) sowie Kanada, Mexiko und Indien das Bild abrunden. So entsteht eine Mischung aus Tech- und Rohstoff-/Finanzexponierung, die in Emerging Markets häufig stärker schwankt als in entwickelten Märkten.

Marktseitig lohnt der Blick auf die Wettbewerbslandschaft, weil Long/Short-Ansätze in Emerging Markets zwar bekannt sind, aber selten im gleichen Maß als „Strategiefonds“ operationalisiert werden. Während Index-ETFs und „beta-nahe“ Vehikel, beispielsweise aus dem iShares-Universum von BlackRock, vor allem auf Kosten- und Abbildungslogik setzen, zielt Fidelity hier explizit auf aktive Steuerung durch selektive Netto-Exposure-Entscheidungen. Das macht den Ansatz wettbewerbsfähig, aber auch anspruchsvoll: Shorts müssen in Timing und Qualität überzeugen, während Derivate korrekt in das Risikomanagement integriert werden müssen. Experten betonen in solchen Kontexten häufig den Mehrwert, wenn Outperformance nicht nur in steigenden Märkten entsteht, sondern auch dann, wenn Korrekturen oder Bewertungswechsel auftreten.

Diese Erwartung stützt die Datenlage aus der Fondsberichterstattung. Über den letzten Fünfjahreszeitraum werden laut Darstellung +74,60 Prozent kumuliert für den Fidelity-Fonds genannt, gegenüber +50,70 Prozent auf Indexebene. Noch wichtiger für viele Entscheider dürfte die Kontinuität sein: In jedem der letzten drei Kalenderjahre (2023 bis 2025) erzielte der Fonds eine Mehrrendite zur Benchmark, die zwischen 4,40 und 19,00 Prozent p.a. lag. Ergänzend werden für den Dreijahreshorizont konkrete Risikokennzahlen genannt: Volatilität rund 22,47 Prozent vs. 22,01 Prozent beim Vergleich, Beta bei 0,90 (drei Jahre) bzw. 1,00 (ein Jahr). Damit wirkt das Renditeprofil nicht „auf Kosten“ einer stark ausufernden Risikokurve, was gerade bei aktiven Emerging-Markets-Strategien entscheidend ist.

Für die Zukunft ist die Frage weniger, ob Schwellenländer künftig weiter schwanken, sondern wie Fonds mit diesen Schwankungen arbeiten – und wie das Setup skaliert, wenn Marktregime kippen. Der Fonds investiert laut Strategie schwerpunktmäßig in Aktien aus Regionen wie Lateinamerika, Asien, Afrika, Osteuropa und dem Nahen Osten, entweder an der Börse notiert oder mit Hauptsitz bzw. Geschäftsschwerpunkt in diesen Regionen. In einer Phase, in der Zins- und Wechselkursbewegungen die Volatilität weiter treiben können, ist ein Long/Short-Design tendenziell resilienter gegenüber „einseitigen“ Marktregimen. Allerdings steigt dabei der operative Anspruch: Liquidität, Kontrahentenrisiken und Modellannahmen rund um Derivate müssen dauerhaft überwacht werden. Hinzu kommt regulatorisch der Rahmen, der Transparenzanforderungen an Risikoindikatoren, KID/PRIIPs-Dokumentation und Reporting festlegt – gerade für Derivate-gestützte Strategien.

Aus Sicht von Unternehmen und institutionellen Intermediären – etwa Bankenberater, Vermögensverwalter oder Family Offices – lässt sich daraus ein praktischer Nutzungspunkt ableiten: Der Fidelity FAST Emerging Markets Fund eignet sich weniger als „Set-and-forget“-Wette auf den Markt, sondern als Baustein in einem Gesamtportfolio, in dem aktive Risikoreduktion und selektive Teilabsicherung eine Rolle spielen. In der Branchenallokation zeigt sich zudem die operative Ausrichtung: Informationstechnologie mit 54,3 Prozent Nettoengagement (inklusive Long- und Short-Komponenten), gefolgt von Finanzen (26,6 Prozent) und Industrials (18,1 Prozent). Für die nächsten Quartale wird daher besonders relevant, ob die Manager Gewinner weiterhin sauber identifizieren, während Shorts die richtigen Gegenpositionen im Portfolio halten. Wenn das gelingt, dürfte die Strategie auch bei neuen Nachfrage- und Bewertungswellen – etwa durch Halbleiterzyklen oder geopolitisch getriebene Kapitalflüsse – ihren Wettbewerbsvorteil verteidigen.


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