LONDON (IT BOLTWISE) – Die FritzBox 5690 Pro positioniert sich mit Wi‑Fi 7 (WLAN-be) und einer ausgeprägten Anschluss- und Smart-Home-Ausstattung als High-End-Heimrouter. Im Router steckt ein Glasfaser-Modem sowohl für aktive als auch passive Netze (AON und GPON), dazu ein zweiter Anschlussweg für DSL. Im Test überzeugt sie vor allem durch den Funktionsumfang, eine sehr große Geräteeinbindung und eine schnelle WLAN-Praxisleistung im 6‑GHz-Bereich. Allerdings bleibt der Betriebsmodus eher eingeschränkt – ein WLAN-Repeater ist nicht vorgesehen.

Wer heute einen Router für Glasfaser und Smart Home sucht, landet sehr schnell bei Fritz. Die FritzBox 5690 Pro setzt dabei nicht nur auf moderne Funktechnik, sondern auch auf eine bemerkenswert breite Hardwarebasis für den Alltag. Im Kern adressiert sie Haushalte, die sowohl aktive als auch passive Glasfaserstrukturen nutzen können, ohne beim Anschlusswechsel gleich das nächste Gerät kaufen zu müssen. Dazu kommt ein Funktionspaket, das deutlich über „nur Internet“ hinausgeht: Smart-Home-Zentrale, Komfortfunktionen für Gäste und Kinder sowie eine Telefonie-Optionenvielfalt, die das Heimnetz in Richtung „All-in-one“ erweitert.
Technisch fällt zuerst die Router-Architektur ins Auge, weil sie zwei Wegvarianten abdeckt: Für Glasfaser bringt die FritzBox 5690 Pro ein integriertes Modem mit, das für aktive und passive Netze ausgelegt ist – genannt werden AON und GPON. Für Nutzerinnen und Nutzer, die noch Internet über die Telefonleitung beziehen, bleibt damit ein Routerwechsel beim Umstieg auf Glasfaser zumindest abmilderbar, weil die 5690 Pro beide Anschlusswelten mitbringt. Auf der physischen Seite setzt Fritz außerdem auf eine Anschlussdichte, die man sonst eher aus kleineren Switches kennt: fünf LAN-Ports, darunter eine 2,5-Gigabit-Schnittstelle. Diese 2,5‑Gigabit-Buchse lässt sich wahlweise als WAN konfigurieren, etwa für die Verbindung mit einem externen Glasfasermodem (ONT), falls die Netzarchitektur das erfordert.
Im Heimnetz-Setup spielt die 5690 Pro außerdem über ihre Smart-Home-Komponenten hinein. Das Modell integriert eine Zentrale fürs intelligente Zuhause und unterstützt neben DECT‑ULE auch ZigBee. Für die Praxis bedeutet das: Sensoren, Schalter und weitere kompatible Geräte können direkt eingebunden werden, statt dass erst eine zusätzliche Bridge oder ein separates Hub nötig wird. Ergänzt wird das durch Komfortfunktionen wie ein Gastnetz und eine Kindersicherung, die im Routeralltag oft genau dann gebraucht werden, wenn das Netzwerk nicht nur „technisch korrekt“, sondern auch kontrollierbar sein soll. Auf derselben Ebene ordnen sich die Telefonieoptionen ein: Eine DECT-Basis für bis zu sechs Schnurlostelefone sowie zusätzlich ein analoger Telefonanschluss.
Beim WLAN liegt der Fokus klar auf Wi‑Fi 7 (WLAN-be) – und Fritz nutzt hier mehrere Bausteine, statt nur eine Zahl in den Vordergrund zu stellen. Die Theorie des aktuellen Standards bringt unter anderem mehr Spektrum durch 6‑Gigahertz-Frequenzen, die zugleich höhere Kanalbreiten erlauben (im Text wird eine maximale Kanalbreite von 320 Megahertz genannt). Dazu kommt Multi-Link Operation, bei der ein Endgerät gleichzeitig mehrere Funkverbindungen über 2,4, 5 und 6 Gigahertz nutzen kann. Auch 4K‑QAM wird genannt, also ein Verfahren, bei dem ein WLAN-Signal mehr Informationen pro Übertragung transportiert, was aber eine sehr gute Funkverbindung voraussetzt. Genau das macht Wi‑Fi 7 im Alltag plausibel: Nicht jedes Haus bekommt überall die „Peak“-Datenrate, aber der Standard zielt auf Tempo sowie auf eine stabilere Übertragung unter wechselnden Bedingungen.
Interessant wird es bei den Einschränkungen, denn die FritzBox 5690 Pro funkt im 2,4‑Gigahertz-Band mit Wi‑Fi 6 statt Wi‑Fi 7. Multi-Link Operation steht deshalb nur für die 5‑ und 6‑GHz-Bereiche zur Verfügung – eine Differenz, die man bei der Funktionsbeschreibung klar kommuniziert, im Alltag aber oft weniger spürt, weil moderne Endgeräte ohnehin die schnelleren Bänder nutzen. Die im Test genannten Messwerte zeigen zumindest, wo der Schwerpunkt der Performance liegt: Im Nahbereich erreicht die 5690 Pro über 6 Gigahertz bis zu 2.156 Megabit pro Sekunde (Mbps). Über größere Entfernungen und bei Messung durch ein Hindernis bleibt die Leistung „ordentlich“, während im 2,4‑GHz‑Band maximal 240 Mbps gemessen wurden. Für reale Nutzung ist das vor allem deshalb relevant, weil 6‑GHz-Frequenzen typischerweise weniger Reichweite haben, dafür aber hohe Datenraten liefern – passend für schnelle Clients im gleichen Raum oder in unmittelbarer Nähe.
Neben dem WLAN zeigt sich bei FritzBox-Modellen häufig, dass die Stärke nicht nur in der Hardware steckt, sondern in der Bedienung. Auch hier wird die Einrichtung als unkompliziert und schnell beschrieben, während die Benutzeroberfläche übersichtlich bleibt und trotz vieler Funktionen intuitiv bedienbar sein soll. Für komplexere Einstellungen nennt der Test keine Spezialkenntnisse als Voraussetzung, was in der Praxis heißt: Viele Parameter sind erreichbar, ohne dass man sich durch ein Netzmenü wie durch ein Expertenhandbuch arbeiten muss. Dazu passt auch die Energiekennzahl: FritzBox 5690 Pro kommt auf eine relativ sparsame Leistungsaufnahme von 10 Watt im Betrieb. Zusätzlich nennt der Text eine lange Garantiezeit von fünf Jahren – ein Punkt, der für Geschäfts- und Technikentscheider relevant ist, weil Router Anschaffungen im Haushalt oft über mehrere Jahre „mitlaufen“ und nicht jedes WLAN-Upgrade sofort nachgerüstet wird.
Gleichzeitig sollte man beim Kauf genau auf die Betriebsmodi achten. Der Text nennt als „kleinen Wermutstropfen“, dass die FritzBox 5690 Pro kaum alternative Modi unterstützt – lediglich ein Access-Point-Modus ist vorgesehen. Das heißt konkret: Wer die Box als WLAN-Repeater für ein bestehendes Funksetup nutzen möchte, bekommt dafür keine passende Funktionalität. In einer typischen Netzplanung kann das der Unterschied zwischen „ein Gerät löst das Problem“ und „es braucht doch noch eine zweite Komponente“ sein. Dafür wirkt die 5690 Pro in anderen Bereichen besonders konsistent: Fernzugriff und VPN-Zugang, Portweiterleitung, MAC-Adressfilter sowie Konfigurationsoptionen richten sich explizit auch an anspruchsvollere Nutzerinnen und Nutzer. Medienfunktionen wie ein Media-Server und IPTV-Streaming im Heimnetz ergänzen das Profil zusätzlich – und machen die Box damit für Haushalte attraktiv, die Router, Telefonie und Smart-Home-Integration in einem System bündeln wollen.
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