LONDON (IT BOLTWISE) – AVM bringt FritzOS 8.50 als nächsten großen Versionssprung für die FritzBox-Plattform. Wer möchte, kann bereits Labor-Versionen mit Build-Nummern wie 8.40-xyz testen. Im Update stehen unter anderem eine überarbeitete Sicherheitsarchitektur, eine Matter-Bridge-Funktion sowie neue DNS-Filter. Auch bei WireGuard, der Kindersicherung und der NAS-Verwaltung legt FritzOS 8.50 spürbar nach.

Der nächste große Versionssprung für die FritzBox steht bevor: Mit FritzOS 8.50 will AVM die Funktionsvielfalt seiner Heimnetz-Router weiter verdichten. Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Feature-Satz als die Richtung: Das System soll gleichzeitig komfortabler werden, neue Smart-Home-Interaktionen ermöglichen und die sicherheitsrelevanten Stellschrauben im Alltag besser führen. Für Nutzer heißt das vor allem, dass der Wechsel vom bisherigen Funktionsumfang hin zu einem „erweiterten“ Betrieb nicht mit einem Schlag passiert, sondern über Labor-Versionen stückweise vorbereitet wird.
Schon jetzt setzt AVM auf einen gestaffelten Ansatz über die sogenannten Labor-Versionen. Die Vorabversionen tragen dabei Build-Nummern im Format 8.40-xyz, die nach einem Update-Check direkt im FritzLabor verfügbar sind, bevor die finale FritzOS-8.50-Auslieferung startet. Nach Angaben des Textes wird es voraussichtlich weiterhin ein Rollout in Wellen geben, sobald die Tests durchlaufen sind. Der praktische Nutzen: Early Adopter können Funktionen wie die neue MyFritzApp-Grundlage oder neue Smart-Home-Mechaniken früher im heimischen Setup prüfen, während AVM im Hintergrund Fehlerbilder und Kompatibilitäten sammelt.
Technisch und organisatorisch rückt FritzOS 8.50 besonders dort in den Fokus, wo Nutzer im Alltag schnell an Grenzen stoßen: Sicherheit, Namensauflösung, Verbindungsqualität und Gerätekontrolle. AVM nennt eine erneuerte Sicherheitsarchitektur als Zielbild für die Fritz-Produkte. Dazu passt die Kombination aus einem neuem DNS-Filter, der Werbung, Tracker und Malware blocken soll, und einer verbesserten Priorisierung, die automatisch die beste Verbindung für einzelne Geräte auswählen soll. Ergänzend nennt der Text Warnungen bei riskanten Portfreigaben: Wenn Freigaben das Heimnetz unnötig angreifbar machen könnten, soll die FritzBox Nutzer gezielter vor Fehlkonfigurationen schützen.
Im Bereich VPN setzt FritzOS 8.50 ebenfalls auf mehr Bedienbarkeit und Absicherung. Bei WireGuard werden Verbindungen nach Textangabe auch manuell für Benutzereinwahl eingerichtet, Portfreigaben sollen zudem bei VPN-Firmenkopplungen möglich sein. Der Killswitch spielt dabei eine zentrale Rolle: Wenn eine WireGuard-Verbindung ausfällt, werden Daten, die für den VPN-Betrieb vorgesehen sind, nicht über die normale Internetverbindung gesendet. Das adressiert ein häufiges Problem in Heimumgebungen – nämlich unbemerktes „Fallback“-Routing – und macht die Konfiguration für anspruchsvollere Nutzer planbarer.
Smart-Home-Fans bekommen gleich mehrere konkrete Anknüpfungspunkte. Mit der Matter-Bridge-Funktion (genannt wird die FritzBox 5690 Pro) soll Matter-kompatibler Betrieb in den eigenen vier Wänden einfacher werden; die Brücke reduziert dabei typischerweise Reibung zwischen Ökosystemen, weil zentrale Übersetzungsaufgaben nicht mehr komplett außerhalb des Routers stattfinden müssen. Zusätzlich erlaubt die FritzBox nach Textangabe das Einbinden smarter Steckdosen wie Fritz Smart Energy 200 und 210, die sich bei Überschreiten einer definierten Leistung nach einer festgelegten Dauer ausschalten. Für Routinen ist außerdem eine Wenn-Dann-Verknüpfung mit mehreren Auslösern vorgesehen, wodurch sich komplexere Logiken als „ein Trigger, eine Aktion“ abbilden lassen.
Auch das Notfall- und Geräte-Ökosystem wird erweitert: Bis zu vier Kontakte werden im Notfall automatisch per SOS-Notruf nacheinander angerufen, und die Softkeys des FritzFons lassen sich als konfigurierbare Schnellwahltasten nutzen – entweder für Rufnummern oder für Funktionen. Daneben kommt Mesh „ohne Tastendruck“ über die Router-Oberfläche ins Spiel, was den Alltag besonders dann erleichtert, wenn Geräte nicht direkt zugänglich sind oder mehrere Installationsorte betreut werden. Bei Funkkommunikation nennt AVM außerdem eine verbesserte DECT-Kompatibilität, um die Zusammenarbeit mit einer größeren Zahl kompatibler Geräte stabiler zu gestalten.
Über diese Smart-Home-Funktionen hinaus stecken in FritzOS 8.50 zahlreiche Verbesserungen für Verwaltungs- und Sicherheitsaufgaben. Die Kindersicherung wird überarbeitet: Die Funktion zur Verlängerung der Onlinezeit um 45 Minuten soll nun auch bei gemeinsam genutzten Budgets gelten. Bei der automatisierten Erneuerung von Let’s-Encrypt-Zertifikaten verspricht der Text robustere und zuverlässigere Abläufe, damit verschlüsselte Verbindungen zur FritzBox langfristig ohne manuelle Eingriffe abgesichert bleiben. Außerdem ergänzt die FritzBox zusätzliche lokale Hostnamen wie fritzbox.local, gateway.local, box.local oder router.local, und bei Internetradio sollen Senderlisten für mehr Länder voreingestellt sein.
Für Heimnetzwerke und kleine Unternehmen ist zudem die NAS-Seite ein klarer Hebel: Laut Text steigt die maximale Anzahl an NAS-Freigaben von 20 auf 250. Genau dort wird spürbar, wie AVM die FritzBox als zentrale Konfigurations- und Verteilinstanz ausbaut – wer viele Dienste, Geräte oder Projekte parallel betreibt, gewinnt dadurch weniger durch „ein neues Feature“, sondern durch mehr Kapazität im bestehenden Betrieb. Bis die finale Version bereitsteht, bleibt es dennoch beim Labor-Charakter: Wer heute startet, folgt einem strukturierten Weg über das Menü „System / Update“, sichert die Einstellungen und spielt anschließend das Labor-Image ein, das je nach Routermodell bereits mit einer 8.40-Vorabnummer ausgewiesen ist. Damit ist FritzOS 8.50 weniger eine einzelne Aktualisierung, sondern ein Übergang in Richtung einer modernisierten, besser geführten Heimnetz-Administration.
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