LONDON (IT BOLTWISE) – AVM rollt FritzOS 8.50 für ausgewählte FritzBox-Modelle aus und führt dabei mehrere sicherheits- und netzwerknahe Funktionen zusammen. Nutzer erhalten unter anderem einen DNS-Filter gegen unerwünschte Domains, eine neue Smart-Check-Ansicht in der MyFritz-App sowie eine automatische Datenpriorisierung für Gaming und Videokonferenzen. Bei WireGuard ergänzt FritzOS zudem einen Killswitch, der nach Verbindungsabbrüchen verhindert, dass Daten über die normale Internetverbindung laufen. Parallel erweitert das Update Smart-Home-Workflows per Geofencing und verbessert die Optionen für Smart-Home-Integration via Matter-Bridge.

FritzOS 8.50 startet: DNS-Filter, Smart Check, WireGuard-Killswitch
FritzOS 8.50 startet: DNS-Filter, Smart Check, WireGuard-Killswitch (Foto: IT BOLTWISE)
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Mit FritzOS 8.50 rückt AVM einmal mehr die Router-Software in den Fokus, die im Alltag oft unsichtbar bleibt, aber bei Stabilität, Sicherheit und Komfort direkt spürbar wirkt. Der Rollout startet laut den Angaben in der Vorlage schrittweise zunächst mit der FritzBox 7690; weitere aktuelle Modelle sowie Repeater sollen in den kommenden Wochen folgen. Genau in diesem Zeitfenster lohnt sich für IT-Verantwortliche der Blick auf die konkreten Funktionsblöcke: Das Update ist nicht nur „neue Oberfläche“, sondern adressiert mehrere klassische Schwachstellen moderner Heim- und Kleinunternehmensnetzwerke – von der Namensauflösung über den Schutz bei VPN-Verbindungen bis hin zur Automatisierung im Smart Home.

Technisch besonders relevant ist der neue DNS-Filter. Er soll unerwünschte Internetadressen blockieren – genannt werden in der Vorlage unter anderem Werbung, Tracker, Schadsoftware, Phishing-Seiten und Botnets. In der Praxis verschiebt das weg von reaktiven Maßnahmen hin zu einer vorgelagerten Kontrolle: Bevor eine Verbindung überhaupt aufgebaut wird, entscheidet der Router anhand von Domain- bzw. Adresssignalen, ob der Zugriff über die Namensauflösung gestattet ist. Das ergänzt damit auch die anderen Sicherheitsfunktionen des Systems, ohne dass dafür zwingend einzelne Clients in der IT-Landschaft angepasst werden müssen.

Auch die Diagnose- und Betriebsseite wird erweitert: In der MyFritzApp kommt ein „Smart Check“ hinzu, der den Zustand der FritzBox einordnet und Hinweise, Warnungen sowie konkrete Lösungsvorschläge zu Internet, WLAN, Telefonie, Heimnetz und Sicherheit geben soll. Diese Kombination ist mehr als Bequemlichkeit, denn sie kann Supportaufwände reduzieren, wenn ein Problem nicht im Gerät selbst, sondern in der Internetanbindung, im WLAN-Setup oder in der Telefonie-Registrierung liegt. Ergänzend setzt FritzOS 8.50 auf automatische Datenpriorisierung: Das System erkennt laut Vorlage Gaming und Videokonferenzen und priorisiert entsprechende Anwendungen automatisch, um die Verbindungsstabilität zu verbessern. Gerade bei gemischten Workloads im Heimnetz – etwa wenn jemand parallel streamt oder konferiert – ist das eine typische Stelle, an der sich „gefühlt“ gute Latenz und „gemessen“ stabile Sessions unterscheiden.

Beim Thema Ausfallsicherheit erweitert AVM zudem den „Internetausfallschutz“: FritzBox-Modelle mit 4G und 5G sollen bei einer Störung der Festnetzverbindung einen Internetzugang über LAN nutzen und anschließend auf Mobilfunk umschalten. Für Unternehmen mit Homeoffice-Charakter oder für Familien, die auf Telefonie und Videodienste angewiesen sind, kann das den Unterschied zwischen einem kurzen Abbruch und stundenlangen Ausfallzeiten ausmachen. Ergänzt wird das System durch Funktionen rund um FritzFon – inklusive eines vereinfachten Modus für die Menüführung, frei belegbarer Schnellwahltasten sowie einem SOS-Ruf, der bis zu vier Notfallkontakte im Ernstfall nacheinander anruft. Damit zieht das Update klassische „Notfalllogik“ enger in die Alltagsschnittstellen ein.

Smart Home bekommt in FritzOS 8.50 gleich mehrere Hebel. Über Geofencing lassen sich vordefinierte Routinen wie „Haus verlassen“, „Nach Hause kommen“ oder „Urlaub“ auslösen. Dafür nutzt die Software eine Logik, die Ereignisse an den Standort koppelt; dadurch entsteht weniger manueller Aufwand und weniger Abhängigkeit von einzelnen Schaltern. Daneben führt die Vorlage auch „kombinierbare Auslöser“ an: Mehrere Bedingungen können miteinander verknüpft werden, etwa die Abwesenheit aller Bewohner. Außerdem kommt für die FritzBox 5690 Pro eine Matter-Bridge hinzu, mit der sich Smart-Home-Geräte in Matter-Netzwerke von Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa integrieren lassen. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Heimgeräte in voneinander getrennten Ökosystemen „gefangen“ bleiben.

Abseits der Komfortfunktionen liegt ein weiterer Schwerpunkt klar in der Netzwerksicherheit: Bei WireGuard erweitert FritzOS 8.50 die Möglichkeiten für Benutzereinwahl und nennt in der Vorlage auch manuelle Einrichtung. Wichtig für sicherheitsbewusste Setups ist außerdem der Killswitch. Nach Ausfall einer WireGuard-Verbindung sollen die vorgesehenen Daten nicht über die Internetverbindung gesendet werden. Genau diese Logik adressiert ein bekanntes Risiko: Ohne Killswitch besteht die Gefahr, dass Anwendungen nach einem Tunnel-Fehler „einfach weiter“ arbeiten – dann aber aus Versehen über die falsche Route. Mit dem Killswitch wird das Verhalten stärker abgesichert und die Tunnel-Intentionalität bleibt auch beim Abbruch erhalten.

Das Update bringt außerdem zahlreiche Verbesserungen an bestehenden Funktionen. Dazu zählt eine überarbeitete Kindersicherung, bei der die Verlängerung der Onlinezeit um 45 Minuten nun auch bei gemeinsam genutzten Budgets möglich sein soll. Bei der Erneuerung von Let’s-Encrypt-Zertifikaten wird die automatische Verlängerung als robuster und zuverlässiger beschrieben, damit verschlüsselte Verbindungen zur FritzBox langfristig abgesichert bleiben. Ergänzend nennt die Vorlage „zusätzliche lokale Hostnamen“, etwa fritzbox.local, gateway.local, box.local oder router.local. Für das Heimnetz ist außerdem entscheidend, dass Warnungen bei riskanten Portfreigaben eingeführt werden: Beim Einrichten von Portfreigaben soll die FritzBox potenzielle Sicherheitsrisiken anzeigen, damit Freigaben das Heimnetz nicht unnötig angreifbar machen. Daneben verbessert FritzOS die Mesh-Einbindung ohne Tastendruck über die Router-Oberfläche und erweitert die DECT-Kompatibilität für Telefone und Smart-Home-Geräte.

Interessant ist auch die Skalierung im Speicher- und Diensteumfeld: Die maximale Zahl an NAS-Freigaben soll von 20 auf 250 erhöht werden. Das zielt erkennbar auf anspruchsvollere Heimnetzwerke und kleine Unternehmen, die viele Dienste oder Netzwerkgeräte über denselben Router koordinieren. Zusätzlich nennt die Vorlage Senderlisten für Internetradio für mehr Länder. Wer das Update nicht abwarten will, kann offenbar Vorabversionen im Rahmen von FritzLabor nutzen, während der offizielle Rollout gleichzeitig vorbereitet wird. In der Praxis bedeutet das: Auf Basis einer installierten aktuellen FritzOS-Version werden Test-Images nach Anleitung entpackt, über die Benutzeroberfläche in einem bestimmten Menüpfad eingespielt und die Datei mit der Endung „.image“ ausgewählt; während des Updates blinkt die LED „Info“, anschließend startet die FritzBox neu. Für die Planung im Betrieb ist dabei relevant, dass die Labor-Versionen unter der Versionsnummer FritzOS 8.40 firmieren, auch wenn es sich um Tests für FritzOS 8.50 handelt.

Für die nächsten Wochen ergibt sich ein klares Bild: FritzOS 8.50 stärkt nicht nur Security- und Diagnosefunktionen, sondern verbindet sie mit Alltagsszenarien wie Priorisierung, Ausfallsicherheit und Smart-Home-Automatisierung. Gerade die Kombination aus vorgelagertem DNS-Filter, dem WireGuard-Killswitch und den Warnhinweisen bei Portfreigaben adressiert typische „Fehlerpfade“, die im Heimnetz selten bewusst geplant werden. Unternehmen mit stärkerem Fokus auf verlässliche Konnektivität und sichere Fernzugriffe können die Änderungen deshalb als unmittelbaren Baustein in ihrem Geräte-Standard betrachten – vorausgesetzt, die Firmware wird kontrolliert ausgerollt und die relevanten Funktionen (VPN, Portfreigaben, Smart-Home-Integrationen) werden im eigenen Setup gegengeprüft.


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