ARKAIM / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie hat das Geheimnis der Ausbreitung der frühesten bekannten Pest gelüftet. Forscher entdeckten DNA des Pestbakteriums Yersinia pestis in den Überresten eines domestizierten Schafes aus der Bronzezeit. Diese Entdeckung könnte erklären, wie sich die Seuche über weite Teile Eurasiens ausbreitete, lange bevor der Schwarze Tod im Mittelalter wütete.

Die Entdeckung von Yersinia pestis in den Überresten eines 4.000 Jahre alten Schafes aus der Bronzezeit hat neue Einblicke in die Verbreitung der frühesten bekannten Pest gegeben. Diese Entdeckung, die an der archäologischen Stätte Arkaim in den südlichen Uralbergen Russlands gemacht wurde, zeigt, dass Tiere eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit gespielt haben könnten. Bisher war das Bakterium nur in menschlichen Überresten nachgewiesen worden, was Fragen über die Verbreitungswege aufwarf.
Die Forscher, darunter der Archäologe Taylor Hermes von der Universität Arkansas, analysierten DNA-Proben aus den Knochen und Zähnen von Rindern, Ziegen und Schafen aus der Bronzezeit. Diese Proben sind oft stark fragmentiert und mit DNA von Organismen kontaminiert, die den Körper des Tieres während seines Lebens und nach seinem Tod bewohnten. Trotz dieser Herausforderungen gelang es dem Team, die DNA des Pestbakteriums in einem Schafszahn zu identifizieren.
Interessanterweise handelt es sich bei dem gefundenen Y. pestis-Stamm um eine alte Variante, die noch nicht in der Lage war, Flöhe als Überträger zu nutzen, wie es später im Mittelalter der Fall war. Diese Erkenntnis wirft ein neues Licht auf die Frage, wie sich die Pest in der Bronzezeit so weit verbreiten konnte. Die Forscher vermuten, dass domestizierte Tiere wie Schafe, die über die weiten Graslandschaften der Eurasischen Steppe zogen, das Bakterium von wilden Tieren aufnahmen und es dann auf Menschen und andere Herden übertrugen.
Die Studie, die in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht wurde, hebt die Bedeutung von Tieren als mögliche Überträger von Krankheiten in der Geschichte hervor. Während die genaue Rolle der Tiere bei der Verbreitung der Pest noch weiter erforscht werden muss, zeigt diese Entdeckung, dass die Dynamik zwischen Menschen, Nutztieren und der natürlichen Umgebung komplexer war als bisher angenommen. Die Forscher betonen, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um das Reservoir des Pestbakteriums in der Bronzezeit vollständig zu verstehen.
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