TORONTO / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine kanadische Forschergruppe hat fünf Hauptfaktoren identifiziert, die das Risiko von Nahrungsmittelallergien bei Kindern erhöhen. Diese Erkenntnisse könnten neue Präventionsstrategien ermöglichen und Eltern beruhigen, dass sie nicht allein verantwortlich sind.

Eine umfassende Analyse von Forschern aus Kanada hat fünf wesentliche Risikofaktoren identifiziert, die bei Kindern früh im Leben das Risiko für die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien erhöhen können. Diese Faktoren umfassen unter anderem das Vorhandensein von Ekzemen im Säuglingsalter, eine familiäre Vorgeschichte von Nahrungsmittelallergien und die verzögerte Einführung von allergieauslösenden Lebensmitteln wie Erdnüssen oder Fisch nach dem zwölften Lebensmonat. Die Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics veröffentlicht wurde, basiert auf der Auswertung von Daten aus 2,8 Millionen Teilnehmern in 40 Ländern.
Die steigende Prävalenz von Nahrungsmittelallergien weltweit stellt eine erhebliche Herausforderung dar, da sie potenziell lebensbedrohliche Reaktionen wie Anaphylaxie verursachen können. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse zu neuen Präventionsstrategien führen könnten. Eine der wichtigsten Empfehlungen ist die frühe Einführung von Erdnüssen in die Ernährung von Säuglingen, um das Risiko von Erdnussallergien zu senken. Eine US-amerikanische Studie hat gezeigt, dass die Einführung von Erdnüssen ab einem Alter von vier Monaten die Allergierate um bis zu 40 Prozent reduzieren kann.
Dr. Derek Chu, der leitende Autor der Studie und Assistenzprofessor an der McMaster University, betont, dass Eltern sich keine Sorgen machen sollten, ob sie etwas falsch gemacht haben. Die Entwicklung von Nahrungsmittelallergien sei meist das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren und nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Die Studie hebt auch die Bedeutung einer guten Hautpflege bei Säuglingen hervor, insbesondere bei solchen mit genetischer Veranlagung zu Allergien. Eine frühzeitige Behandlung von Ekzemen könnte das Risiko von Nahrungsmittelallergien verringern.
Ein weiterer identifizierter Risikofaktor ist die Verwendung von Antibiotika im ersten Lebensmonat, die möglicherweise das Mikrobiom des Körpers stören und so zur Entwicklung von Allergien beitragen könnten. Dennoch betont Dr. Chu, dass Antibiotika bei schweren Infektionen unverzichtbar sind. Weitere Studien sind erforderlich, um die genauen Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren und der Entwicklung von Nahrungsmittelallergien zu klären. Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit dazu beiträgt, das Verständnis für die Entstehung von Allergien zu vertiefen und neue Wege zur Prävention zu eröffnen.
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