DEUTSCHLAND / LONDON (IT BOLTWISE) – Samsung stellt bei der Mittelklasse-Strategie um: Das Galaxy A37 bekommt künftig Sicherheitsupdates im vierteljährlichen Rhythmus statt monatlich. Der Support-Umfang bleibt laut Hersteller gleich, doch der Abstand zwischen den Patches wird spürbar. Gleichzeitig rollt One UI 9 auf immer mehr Geräte, während One UI 9.5 bereits für die S27-Generation vorbereitet wird. Für Nutzer heißt das vor allem: Automatische Updates und Sicherheitschecks werden noch wichtiger.

Samsung passt seine Update-Politik an, und beim Galaxy A37 fällt die Änderung besonders direkt ins Auge: Statt monatlicher Sicherheitsupdates soll das Gerät künftig nur noch im vierteljährlichen Rhythmus Patches erhalten. Laut den vorliegenden Angaben betrifft das das A37 etwa vier Monate nach dem Marktstart im März, obwohl Samsung gleichzeitig betont, dass sich am generellen Support-Umfang nichts Wesentliches ändert. Für Millionen Nutzer in Deutschland ist das vor allem deshalb relevant, weil Sicherheitsupdates nicht nur „Nice to have“ sind, sondern bekannte Schwachstellen schließen, die in realen Angriffsszenarien häufig automatisiert ausgenutzt werden.
Technisch betrachtet ist der Unterschied weniger die „Dauer“ des Supports, sondern die „Dichte“ der Korrekturen. Für das Galaxy A37 nennt Samsung sechs Jahre Sicherheitsupdates und sechs Android-Hauptversionen. Das heißt: Der Zeitraum bis zum Ende des Security-Supports bleibt erhalten, aber die Taktung der monatlichen Sicherheits-Pakete weicht auf Quartale aus. Während das A57 im monatlichen Rhythmus weiter versorgt wird und ältere Modelle wie das Galaxy A33 bereits ein Juli-Sicherheitsupdate erhalten haben, wartet das A37 auf den nächsten Termin. Preislich bewegt sich das A37 je nach Speicherausführung grob im Bereich von 450 bis 540 Euro.
Parallel dazu läuft der Software-Rollout für One UI 9 auf Hochtouren. Die stabile Version von One UI 9 basierend auf Android 17 erschien am 22. Juli 2026; zeitgleich standen die neuen Foldables Galaxy Z Fold 8, Z Fold 8 Ultra und Z Flip 8 im Startmodus. Davor hatte Samsung die Software ab dem 13. Mai bereits in mehreren Ländern getestet, darunter auch Deutschland. Bis Dezember soll One UI 9 laut Plan auf zahlreiche Geräte kommen, darunter die Galaxy-S25-, -S24- und -S23-Serien, diverse A-Modelle sowie die Tablets Tab S9 bis Tab S11. Bei älteren Flaggschiffen wie dem Galaxy S22 oder dem Z Fold 4 soll dagegen nur noch der Sicherheitsbetrieb fortgesetzt werden, während große OS-Upgrade-Zyklen bereits abgeschlossen sind.
Für die nächsten Hardware-Generationen deutet zudem einiges auf eine Fortsetzung des Software-Tempo hin: Erste Firmware-Builds von One UI 9.5 wurden offenbar für die US-Variante des Galaxy S27 Ultra entdeckt. Das legt nahe, dass die S27-Serie – ähnlich wie die S26-Reihe – direkt mit der neuen Softwaregeneration auf den Markt kommen dürfte. Genau in diesem Übergang wird die Praxis im Alltag entscheidend: Wer bei Geräten mit seltenerem Sicherheits-Intervall nicht selbst eingreift, läuft eher Gefahr, Patch-Zeitfenster länger offen zu lassen. Das ist ein Punkt, der in vielen Security-Strategien zwar bekannt ist, aber gerade im Massenmarkt häufig unterschätzt wird.
Auch beim Legacy-Support zieht Samsung die Schrauben an anderer Stelle an. Für ältere Smartphones mit One UI 2.0 oder Android 10 werden laut Angaben keine Updates für die App Samsung Find mehr ausgerollt. Funktionen wie SmartTag-Tracking und die Geräteortung sollen zwar weiter nutzbar bleiben, allerdings gibt es keine neuen Features oder Wartungsarbeiten für diese alten Systeme. Hier zeigt sich der typische Zielkonflikt: Einerseits will der Hersteller Ressourcen in neuere Plattformen investieren, andererseits entstehen durch „eingefrorene“ Apps und nicht mehr gepflegte Komponenten zusätzliche Angriffsflächen – nicht zwingend, weil die Hauptfunktionen sofort unsicher werden, sondern weil Fehlerbehebungen und Anpassungen irgendwann ausbleiben.
Aktuell bleibt Samsung auch auf Patch-Ebene aktiv. Anfang August startete der Rollout des Juli-2026-Sicherheitspatches für Galaxy A34 und A36, zunächst in Südkorea, bevor weitere Regionen folgen. In den Patch-Details werden 57 Sicherheitslücken genannt, davon 42 von Google und 15 von Samsung selbst. Solche Zahlen sind für Security-Verantwortliche vor allem deshalb relevant, weil sie die Bandbreite möglicher Angriffswege abbilden: Wenn mehrere Quellen (Plattform- und Herstellerkomponenten) betroffen sind, reicht es nicht, nur das Betriebssystem „im Großen“ im Blick zu behalten – auch Herstellercode, Systemdienste und Integrationen können Sicherheitskorrekturen benötigen.
Und bei den neuen Foldables spielt neben der Software auch die Hardware-Logik eine Rolle, weil sie Auswirkungen auf die Nutzererfahrung hat. Samsung setzt bei den neuen Foldables auf Silizium-Kohlenstoff-Akkus; laut Branchendaten sind diese für etwa 1.200 Ladezyklen ausgelegt, bevor die Kapazität auf 80 Prozent fällt. Das liegt unter den 2.000 Zyklen früherer Batteriegenerationen, während die Garantie mit zwölf Monaten unverändert bleiben soll. Entscheidend ist: Weniger Ladezyklen können die Ersatz- und Wartungsplanung beeinflussen, und zusammen mit der Frage nach Update-Taktungen ergibt sich ein konsistentes Bild über den Lebenszyklus – vom Sicherheitsintervall bis zur Energiechemie. Für Nutzer heißt das in der Praxis vor allem, dass „automatische Updates“ nicht nur bequem, sondern sicherheitspraktisch werden, gerade wenn Patches nicht mehr monatlich ankommen.
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