LONDON (IT BOLTWISE) – Das Galaxy Z Fold 8 Ultra liefert ein deutlich flacheres Fold-Erlebnis als viele frühere faltbare Smartphones und wirkt beim Aufklappen fast „schon fertig“. Samsung bringt eine hellere interne 8-Zoll-Anzeige mit 3000 nits sowie eine neue Anti-Reflexionsschicht, die das Lesen im Freien verbessert. Trotzdem bleibt die Technik bei der Kamera an einigen Stellen kompromissbehaftet, und die größte Reibung entsteht beim Preis von 2.100 US-Dollar. Zusätzlich fokussiert Samsung die Software stark auf KI-Funktionen, die nicht alle Nutzer überzeugen werden.

Das Galaxy Z Fold 8 Ultra zeigt, wie schnell sich faltbare Spitzenklasse „in Richtung normaler Alltagstechnik“ bewegen kann: Samsung verändert das Grundprinzip nur schrittweise, aber poliert die Engstellen so lange, bis sie im Alltag kaum noch auffallen. Das beginnt beim äußeren Eindruck. Das Gerät behält eine vertraute Formensprache und bleibt im gefalteten Zustand erstaunlich handlich, während die inneren Komponenten sichtbar mächtig wirken. Die Iteration zielt dabei weniger auf ein neues Designparadigma, sondern auf die Frage, ob die Kompromisse eines Foldables gegenüber einem klassischen Flat-Phone wirklich noch spürbar sind – und genau da wird das Ultra im Test besonders interessant, weil „spürbar“ am Ende vor allem beim Preis bleibt.
Technisch fällt sofort auf, wie Samsung die Mechanik und die Bildschirmphysik zusammenzieht: Die Gesamtdicke im gefalteten Zustand liegt bei 8,9 mm bei 215 g. Unaufgeklappt misst das Fold 158,4 × 143,2 × 4,1 mm. Das Scharnier wirkt laut Testbeschreibung smooth und federt beim Öffnen spürbar angenehm, zudem schließen sich die beiden Hälften „ohne Gap“ – ein Detail, das beim täglichen Handling viel ausmacht. Samsung betont außerdem die geringe Verformung im Display: Beim 8-Zoll-Inneren Display mit 2256 × 2504 Pixeln und 120 Hz sinkt die sichtbare Falte spürbar, wofür „Titanium Flex“ als Unterstützung der OLED-Struktur genannt wird. Ganz weg ist die Crease nicht zwingend aus jedem Winkel, aber sie ist so weit reduziert, dass sie beim Gebrauch nicht als ständiger Störfaktor wahrgenommen wird.
Das zweite große Display-Thema ist die Lesbarkeit im Freien. Samsung nennt für die interne Einheit eine Peak-Helligkeit von 3000 nits, während die Abdeckung aus 6,5 Zoll FHD+ Dynamic AMOLED 2X ebenfalls mit 120 Hz kommt. In der Praxis entscheidet jedoch nicht nur die Maximalhelligkeit, sondern auch, wie stark Reflexionen die Kontraste „überlagern“. Faltbare Bildschirme kämpfen seit jeher damit, weil die Reflexionsschicht und der empfindliche Aufbau der flexiblen OLED-Stack die Spiegelung begünstigen können. Samsung setzt daher beim Z Fold 8 Ultra auf eine neue Anti-Reflexionsschicht: Reflexionen verschwinden nicht komplett, aber ihre Intensität wird reduziert – und damit steigt die Chance, dass das große Innenpanel draußen wirklich nutzbar bleibt.
Bei der Performance nimmt Samsung ebenfalls den bekannten Platz ein, nur die Formfaktorgeometrie begrenzt die Spitzenwerte. Als SoC kommt Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy zum Einsatz, also eine auf Samsungs Geräte optimierte Version mit acht schnellen Oryon-CPU-Kernen und einer Adreno-GPU, die im Vergleich mit manchen Laptop-Chips mithalten soll. Im Alltag bleibt das Gerät laut Test „snappy“, selbst wenn mehrere Apps parallel laufen. Der Unterschied zu anderen High-End-Geräten zeigt sich vor allem unter Last: In Benchmarks liegt das Fold 8 Ultra nahe am oberen Feld, aber unter Stress – etwa bei anspruchsvollen Games – fällt die Leistung typischerweise um etwa 30 bis 40 % gegenüber dem Peak, weil thermische Grenzen greifen. Samsung wirkt hier zwar besser als bei einigen früheren Modellen, aber die Physik faltbarer Bauformen bleibt eine echte Variable für dauerhaftes Top-Tempo.
Auch die Software-Story ist im Ultra stark auf KI ausgerichtet. Samsung erweitert Galaxy AI im Jahr 2026, bietet dabei jedoch weiterhin die Option, KI-Funktionen ausschließlich auf dem Gerät auszuführen. Das reduziert die Notwendigkeit, Daten in die Cloud zu übertragen, schränkt aber den Funktionsumfang ein – ein klassischer Zielkonflikt zwischen Datenschutz und Model-Fähigkeiten. Zwei Features stechen heraus: „Now Brief“ wirkt im Test eher wie ein Verteiler für bereits vorhandene Informationen – Wetter, Kalender, Nachrichtenlinks – statt wie ein wirklich zielsicherer Assistent. „Now Nudge“ liefert dagegen proaktivere Vorschläge, etwa das Hinzufügen eines Kalenderevents nach einer Textkonversation, und öffnet dabei Apps in Split-Screen, ohne den Nutzer aus dem Kontext zu reißen. Zusätzlich wird Gemini tiefer in den Alltag integriert: Gemini Notebook ist vorinstalliert und auf Drag-and-drop sowie Split-Screen optimiert, während App-Automationen per Gemini erweitert werden sollen.
Genau hier zeigt sich aber auch, warum das Ultra beim Software-Nutzen nicht nur glänzt. Die Automationen sollen Aufgaben im Hintergrund erledigen, indem Gemini die passenden Apps nutzt; unterstützt werden dabei mehr als 40 Apps, unter anderem DoorDash, Temu, Airbnb, Delta und Best Buy. Im Test dauert diese Art der Ausführung jedoch spürbar länger und liefert nicht immer zuverlässig korrekte Ergebnisse. Der Reiz „lassen Sie KI das schon richten“ wird dadurch abgeschwächt – denn wenn man ohnehin sorgfältig nachkontrollieren muss, erledigt man die Aufgabe oft schneller selbst. Als positiver Ausgleich nennt der Test jedoch Samsungs Telefon-App-Funktion zur Call-Screening-Logik nach Pixel-Vorbild: Verdächtige Anrufer können durch eine „Robot“-Antwortfunktion zunächst transkribiert werden, sodass der Nutzer mehr Kontext bekommt, bevor er entscheidet. Das ist nicht nur praktisch gegen Spam, sondern passt auch in das generelle Bedürfnis nach Kontrolle, das viele KI-Nutzer im Alltag verlangen.
Der Rest der Hardware zeigt, wo Samsung beim Ultra konsequent verbessert – und wo Kompromisse übrig bleiben. Die Akkuseite bekommt mit 5.000 mAh Rückenwind (gegenüber 4.400 mAh im Vorjahr) und unterstützt Laden bis 45 W. Der Test nennt zudem, dass Samsung mit einem kompatiblen USB-PD-Ladegerät von „leer auf 67 % in etwa 30 Minuten“ ausgeht, plus 20 W Wireless Charging. Bei der Kamera ist das Ultra klar positioniert: Während das „breitere“ Fold Z Fold 8 nur zwei Rear-Cams nutzt, bringt das Fold 8 Ultra eine Dreifach-Anordnung mit 200 MP Weitwinkel (OIS), 50 MP Ultraweitwinkel (neues Upgrade) und 10 MP 3x Tele. Das 200-MP-System arbeitet jedoch mit engerer Blende und begrenzten Sensor-Constraints faltbarer Bauformen, die Fotos werden auf 12 MP gebinnt; die Ergebnisse sind zwar dynamikstark, aber nicht frei von typischer Samsung-„Vibrance“. Beim Tele bleibt die Kritik an der Qualität, und zusätzlich stört das Design: Das Kameramodul steht weit über das Rückglas hinaus, was beim Abstellen wackeln kann und beim Verstauen in der Tasche eher „hakt“.
Damit kristallisiert sich am Ende der eigentliche Zielkonflikt heraus: Ein Foldable wie dieses wirkt mechanisch und optisch so weit ausgereift, dass es seinen Nischenvorteil tatsächlich ausspielen kann – Tablet-ähnliche Flächen, reduzierte Falte, sehr gute Lesbarkeit im Freien, schnelle Performance. Zugleich steigt aber die Preislogik in 2026 immer weiter: Das Galaxy Z Fold 8 Ultra startet bei 2.100 US-Dollar. Der Preis ist zwar nur moderat über dem Vorjahr, aber für ein Gerät, das den Alltag „nur“ dann sichtbar verbessert, wenn man wirklich viel am Handy rechnet, bleibt die Hürde hoch. Für Besitzer eines Galaxy Z Fold 6 oder für Nutzer, die mit dem zusätzlichen Screen-Space produktiv arbeiten wollen, ist das Ultra dennoch ein starker Kandidat; wer hingegen von der KI-getriebenen Bedienoberfläche noch nicht überzeugt ist, könnte das Fold 7 als wirtschaftlicheren Einstieg sehen.
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