LONDON (IT BOLTWISE) – Google testet in Beta-Versionen der Play Services einen KI-basierten Einrichtungsassistenten, der nach dem ersten Login personalisierte Vorschläge ausspielt. Dabei ersetzt „Ask Gemini“ das starre Formular-Setup durch einen dialogorientierten Ablauf inklusive Hinweise zu Wiederherstellung, Wallet-Setup und Adressverifizierung. Parallel kündigt Google den Assistant-Ausstieg auf Android, Wear OS und kompatiblen Kopfhörern für den 4. September 2026 an. Danach übernimmt Gemini als Standard-Assistent, während Google gleichzeitig seine KI-Entwickler-Tools stärker bündelt.

Gemini ersetzt Android-Setup: Google Assistant läuft ab
Gemini ersetzt Android-Setup: Google Assistant läuft ab (Foto: IT BOLTWISE)
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Google treibt die Ablösung des klassischen Google Assistant auf Android weiter in Richtung „Standard, nicht Option“ voran. Im Fokus steht dabei nicht nur die eigentliche Sprachsteuerung, sondern schon die erste Nutzererfahrung: Ein neuer, KI-basierter Setup-Assistent soll künftig die Ersteinrichtung von Android-Geräten begleiten und so Entscheidungen aus dem Menü-Charakter der Vergangenheit lösen. Aktuell läuft dieser Ansatz als Test in Beta-Versionen der Google Play Services, die Ende Juli veröffentlicht wurden – ein Hinweis darauf, dass der Wechsel organisatorisch vorbereitet wird, bevor er breit ausgerollt wird.

Für die konkrete Bedienung ist vor allem das Setup-Bauteil relevant, das in der Beta-Version 26.30.31 der Play Services identifiziert wurde. Nach der Anmeldung mit dem Google-Konto erhalten Nutzer unmittelbar maßgeschneiderte Vorschläge; das System fordert unter anderem dazu auf, Wiederherstellungsinformationen zu bestätigen, digitale Geldbörsen einzurichten und die Lieferadresse zu verifizieren. Technisch wirkt das wie eine stärker kontextualisierte Orchestrierung der Einrichtungs-Schritte: Statt statischer Pflichtfelder entsteht ein Ablauf, der sich am Nutzerprofil orientiert und Inhalte direkt in die Konfiguration einwebt.

Im Zentrum des neuen Ansatzes steht dabei das Eingabefeld „Ask Gemini“. Während der Ersteinrichtung können Nutzer damit direkt Fragen an die KI stellen oder Einstellungen personalisieren; auch App-Empfehlungen werden individuell angepasst. Die praktische Konsequenz: Der Prozess fühlt sich weniger nach einem einmal abzuarbeitenden Formular an, sondern eher wie ein dialogischer Co-Pilot innerhalb des Setups. Genau an dieser Stelle wird häufig Reibung erzeugt – etwa wenn Wiederherstellungswege unklar sind oder wenn ein Wallet-Setup nicht in einem einzigen, gut verständlichen Schritt abgebildet wird.

Der Einrichtungsassistent fällt zeitlich mit einem deutlich sichtbaren Umbruch zusammen. Google stellt den klassischen Assistant am 4. September 2026 auf Android, Wear OS und verbundenen Kopfhörern ein; die Umstellung soll sich über mehrere Wochen erstrecken. Danach übernimmt Gemini als Standard-Assistent: Wer künftig „Hey Google“ sagt oder den Power-Button gedrückt hält, aktiviert Gemini statt des bisherigen Assistant. Ausnahmen gelten laut Quelle nur für ältere Geräte, die die technischen Anforderungen nicht erfüllen, sowie für Regionen, in denen Gemini noch nicht verfügbar ist – für Nutzer hierzulande dürfte der Wechsel damit in vielen Fällen nahtlos verlaufen.

Parallel konsolidiert Google seine KI-Entwicklungstools. Am 31. Juli 2026 bestätigte der Konzern die Einstellung der eigenständigen AI-Studio-Mobile-App – zuvor hatten sich rund 800.000 Nutzer aus 168 Ländern vorab registriert. Stattdessen sollen die Funktionen direkt in das Gemini-Ökosystem integriert werden, während die Web-Version von AI Studio weiterhin für Entwicklungszwecke verfügbar bleibt. Für Entwickler bedeutet das vor allem: weniger Fragmentierung über App- und Web-Frontends, aber auch eine weitere Verschiebung hin zu Workflows, die auf der Web-Umgebung aufsetzen.

Auch bei den Produktfunktionen wird Gemini breiter gedacht. In der Android-App testet Google maßgeschneiderte KI-Agenten, die Vorlagen für konkrete Aufgaben nutzen – etwa Nachhilfe, Finanzverwaltung oder Marketing. Damit wandert ein Muster, das bisher stärker im Unternehmens-Desktop-Kontext verankert war, auf das Smartphone. Gleichzeitig steigt mit mehr KI-Integration die Bedeutung regelmäßiger Systemaktualisierungen: In der aktuellen Beta von Android 17 (QPR2 Beta 2) finden sich neue Einstellungen für „Associated Devices“, die gerätespezifische UI-Automation und die Synchronisierung persönlicher Kontexte ermöglichen sollen. Die Idee dahinter ist, dass Gemini besser mit vertrauten Geräten im eigenen Netzwerk interagiert – etwa für automatische Aufgaben oder den Datenaustausch zwischen Smartphone, Tablet und Laptop.

Darüber hinaus weitet Google Gemini Spark aus, das zuletzt als Beta für macOS in den USA startete. Dabei soll die KI lokale Dateien organisieren und mit Produktivitätstools wie Google Tasks und Keep zusammenarbeiten. Für den weiteren Ausbau werden erweiterte Web-Automation in Aussicht gestellt, inklusive der Verwaltung von Reisebuchungen über Chrome – allerdings nur, sofern Nutzer die entsprechende Zahlungsfreigabe erteilen. Für Unternehmen und IT-Verantwortliche ist das vor allem ein Signal: Wenn KI-Assistenz tiefer in den Geräte-Workflow wandert, verlagert sich die Aufmerksamkeit von einzelnen App-Funktionen auf die gesamte Kette aus Identität, Geräte-Setup, Berechtigungen, Kontextdaten und Update-Zyklen.

Unterm Strich bedeutet der Duo-Schritt aus neuem Gemini-Setup und Assistant-Ausstieg ab 4. September 2026, dass Künstliche Intelligenz nicht mehr nur „zusätzliche“ Sprachfunktion ist, sondern den Einstieg in das Betriebssystem mitprägt. Wer Geräte administriert oder Rollouts plant, sollte deshalb das Verhalten bei der Ersteinrichtung und die Rolle von „Ask Gemini“ in den Blick nehmen, bevor der Wechsel breit durchläuft. Und wer Gemini und die Agenten-Funktionen nutzt, sollte parallel grundlegende Android-Sicherheitspraktiken konsequent mitdenken – einschließlich Updates und dem sorgfältigen Umgang mit Konto- und Wiederherstellungsoptionen. Wie in vielen Produktbereichen gilt außerdem: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung; Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr, Änderungen jederzeit möglich.


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