KÖLN / LONDON (IT BOLTWISE) – Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) plant, das in der Antarktis erprobte Gewächshaus EDEN ISS in ein Trainingsmodul für Mondmissionen zu verwandeln. Diese Initiative soll Astronauten auf den Anbau von Pflanzen unter extremen Bedingungen vorbereiten. Die Erfahrungen aus der Antarktis sollen helfen, die Versorgung mit frischem Gemüse auf dem Mond zu sichern.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in den letzten Jahren mit dem Gewächshaus EDEN ISS in der Antarktis wertvolle Erfahrungen gesammelt, die nun für zukünftige Mondmissionen genutzt werden sollen. Das Gewächshaus, das ursprünglich nur 400 Meter von der deutschen Antarktisstation Neumayer III entfernt stand, hat gezeigt, wie Pflanzenanbau ohne Erde unter künstlichem Licht funktionieren kann. Diese Erkenntnisse sind nicht nur für die Raumfahrt von Bedeutung, sondern auch für klimatisch anspruchsvolle Regionen auf der Erde.
In den kommenden Monaten wird das Gewächshaus EDEN ISS zu EDEN LUNA umgebaut, um als Teil der Test- und Trainingseinrichtung LUNA in Köln zu dienen. Hier sollen Astronauten den Anbau von Gemüse, Salaten und Kräutern unter Mondbedingungen trainieren. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA durchgeführt. Ziel ist es, die Astronauten optimal auf ihre Missionen vorzubereiten und die Technik sowie die notwendigen Prozeduren zu verfeinern.
Das Gewächshaus EDEN ISS hat in der Antarktis über vier Jahre hinweg mehr als eine Tonne frisches Gemüse produziert. Diese Erfolge sind auf die Entwicklung eines geschlossenen Systems zurückzuführen, das unabhängig von Wetter, Sonne und Jahreszeiten arbeitet. Die Forscher konnten dabei wertvolle Erkenntnisse über die Integration menschlicher Arbeitsabläufe, den effizienten Ressourceneinsatz und die Mikrobiologie beim Anbau gewinnen. Besonders bemerkenswert war der positive Einfluss der Pflanzenarbeit auf das Wohlbefinden der isolierten Crew.
Die zukünftige Version des Gewächshauses, EDEN LUNA, wird mit modernster Technik ausgestattet. Ein robotischer Arm soll die Astronauten bei ihrer Arbeit unterstützen, während KI-gesteuerte Systeme die Überwachung und Versorgung der Pflanzen optimieren. Zudem wird die Aufbereitung von Urin als Nährstofflösung in den Kreislauf integriert. Diese Innovationen sollen nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die psychische und körperliche Gesundheit der Astronauten fördern, indem sie die Möglichkeit haben, ihre eigenen Pflanzen anzubauen.
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