BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Google steht erneut im Fokus der europäischen Regulierungsbehörden. Nach einer Milliardenstrafe wegen wettbewerbswidriger Praktiken hat das Unternehmen nun Maßnahmen vorgeschlagen, um die Bedenken der EU-Kommission zu adressieren. Diese sollen die Funktionsweise von Googles Werbetechnologiegeschäft in der EU verändern, ohne den Markt zu destabilisieren.

Die Alphabet-Tochter Google sieht sich erneut mit regulatorischem Druck aus Europa konfrontiert. Nachdem die Europäische Kommission eine Milliardenstrafe verhängt hatte, weil Google seine eigenen Online-Display-Werbetechnologie-Dienste auf Kosten von Konkurrenten bevorzugt haben soll, hat das Unternehmen nun Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen. Diese sollen die Funktionsweise des Werbetechnologiegeschäfts in der EU ändern, ohne den Markt zu destabilisieren.
Google hat angekündigt, Verlagen die Möglichkeit zu geben, unterschiedliche Mindestpreise für verschiedene Bieter auf der Ad Manager-Plattform festzulegen. Zudem soll die Interoperabilität zwischen den Google-Tools und den Produkten anderer Unternehmen verbessert werden, um den Verlagen und Werbetreibenden mehr Auswahl zu bieten. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die von der EU-Kommission festgestellten Interessenkonflikte zu beseitigen.
Die im September verhängte Geldbuße ist die zweithöchste Kartellstrafe, die die EU jemals verhängt hat. Sie folgt auf eine frühere Strafe gegen Google im Jahr 2018. EU-Vertreter betonten, dass Google gegen die Wettbewerbsregeln verstoßen habe, indem es seine eigenen Dienste bevorzugte. Die Kommission fordert Google auf, seine Praktiken der Selbstbevorzugung zu beenden und Maßnahmen zu ergreifen, um die bestehenden Interessenkonflikte entlang der Werbetechnologie-Lieferkette zu beseitigen.
Ein Sprecher der Kommission bestätigte den Erhalt des Abhilfemaßnahmen-Angebots von Google und erklärte, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen nun analysiert würden, um zu bewerten, ob sie die Praktiken der Selbstbevorzugung effektiv beenden und die Interessenkonflikte angehen. Im vorbörslichen NASDAQ-Handel zeigte sich die Alphabet-Aktie zeitweise 0,31 Prozent schwächer bei 277,70 US-Dollar.
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