HANNOVER / LONDON (IT BOLTWISE) – Die erste bundesweite Tarifrunde für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland endete ohne Einigung. Die Verhandlungen, die rund 585.000 Beschäftigte betreffen, wurden nach zwei Tagen vertagt. Die Gewerkschaft fordert höhere Löhne zur Stärkung der Kaufkraft, während die Arbeitgeberseite auf Lohnzurückhaltung pocht.

Die Tarifverhandlungen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach zwei intensiven Verhandlungstagen in Hannover konnten sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) nicht auf eine Einigung einigen. Die Gespräche werden Ende Februar in Wiesbaden fortgesetzt, um eine Lösung für die rund 585.000 Beschäftigten in 1.700 Betrieben zu finden.
Im Zentrum der Verhandlungen stehen die Forderungen der Gewerkschaft nach höheren Entgelten, um die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu stärken. Die Arbeitgeberseite hingegen fordert Lohnzurückhaltung und argumentiert, dass die Branche in den letzten Jahren erheblich an Substanz verloren habe. Ein konkretes Angebot wurde von den Arbeitgebern während der Gespräche nicht vorgelegt, was die Gewerkschaft als unzureichend kritisierte.
Die IG BCE lehnt eine Nullrunde strikt ab und fordert neben höheren Löhnen auch tarifvertragliche Instrumente zur Sicherung der Beschäftigung. Oliver Heinrich, Verhandlungsführer der IG BCE, betonte, dass die Arbeitgeber sich deutlich bewegen müssten, um eine Einigung zu erzielen. Auf der anderen Seite verteidigte Matthias Bürk vom BAVC die Forderung nach einer tarifpolitischen Atempause und wies darauf hin, dass eine Erhöhung der Arbeitskosten die Krise verschärfen könnte.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Forderung der Gewerkschaft nach einer tariflichen Beschäftigungssicherung, die von den Arbeitgebern abgelehnt wird. Bürk argumentierte, dass sichere Arbeitsplätze nicht verordnet werden könnten und stattdessen ein Sofortprogramm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig sei. Die Perspektiven für die Beschäftigung würden sich verbessern, je schneller die Branche wieder wettbewerbsfähig werde.
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