HARLINGEN, TEXAS / LONDON (IT BOLTWISE) – Kardiologen empfehlen vor allem Wasser und ungesüßte Getränke, um das Herz langfristig zu entlasten. In neueren Ernährungsleitlinien werden Kaffee und Tee bei moderatem Konsum als meist sicher eingeordnet. Gleichzeitig raten die Empfehlungen, Alkohol und zuckerhaltige Getränke zu begrenzen, weil sie mit höheren Risiken für Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen. Ungefilterter Kaffee wird zudem wegen des LDL-erhöhenden Inhaltsstoffs Cafestol besonders kritisch betrachtet.

Wer seine Herzgesundheit verbessern möchte, sollte mit einem scheinbar simplen Hebel beginnen: beim Getränk. Die zentrale Botschaft der aktuellen Einordnung lautet, dass die Art der Flüssigkeit nicht nur die tägliche Hydration steuert, sondern auch indirekt den Stoffwechsel beeinflusst. In der Praxis geht es dabei um mehr als „kalorienarm“ oder „gesünder“ – denn flüssige Kalorien sättigen oft weniger als feste Nahrung. Das kann das Risiko erhöhen, insgesamt mehr zu essen, als der Körper braucht, und damit Gewichtszunahme begünstigen.
Als Basis nennen die Empfehlungen ungesüßtes Wasser als „preferred choice“ für die langfristige Gesundheit. Dahinter steht eine einfache physiologische Überlegung: Ist der Körper gut mit Flüssigkeit versorgt, muss das Herz nicht so stark unter wechselnden Belastungen arbeiten. Auch die US-amerikanische Fachwelt betont in diesem Kontext die Rolle ausreichender Hydration. Ergänzend werden Kaffee und Tee als moderate Optionen eingeordnet, wobei als Faustregel zwei bis fünf Standardbecher à 8 Unzen pro Tag genannt werden. Laut der wissenschaftlichen Positionierung hängt der Nutzen weniger an „Magie“, sondern an einer Mischung aus Koffein und pflanzlichen Wirkstoffen wie Polyphenolen – also bioaktiven Substanzen, die in Getränken aus Pflanzen vorkommen.
So klar Wasser, Kaffee und Tee im Grundsatz eingeordnet sind, so differenziert wird es bei der Zubereitung. Besonders hervor tritt ungefilterter Kaffee: Französische Presse, aufgebrühter Kaffee nach türkischer Art, gekochte Varianten sowie Espresso können den LDL-Cholesterinwert erhöhen. Der Grund ist im Kern ein chemischer Bestandteil, der in ungefilterten Zubereitungen stärker präsent ist – Cafestol, das als cholesterinsteigernde Substanz beschrieben wird. Ein Filter fängt diesen Anteil ab, weshalb gefilterter Kaffee als die „gesündere“ Variante gilt. Das ist ein Punkt, der im Alltag leicht untergeht: Zwei Tassen können gleich aussehen, aber die Zubereitung entscheidet darüber, ob problematische Begleitstoffe im Getränk landen.
Bei anderen Getränkegruppen setzen die Empfehlungen ebenfalls auf klare Prioritäten. Zuckerhaltige Softdrinks werden als problematisch beschrieben, weil ihre höhere Aufnahme unabhängig von der körperlichen Aktivität mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten verbunden ist; zudem kann sie das Risiko steigern, an einem mit Adipositas zusammenhängenden Krebs zu versterben. Auch bei Energie- und „Diet“-Getränken wird differenziert argumentiert: Für Energy Drinks werden mehrere Stimulanzien als potenzieller Treiber für Rhythmusprobleme erwähnt, hinzu kommt oft zugesetzter Zucker. Für Getränke mit kalorienarmen Süßstoffen heißt es dagegen, die Evidenz zu langfristigen metabolischen und kardiovaskulären Effekten sei „inconclusive“ – die Datenlage reicht also nicht, um pauschal Entwarnung zu geben oder Vorteile als gesichert darzustellen.
Besonders kontrovers bleibt das Thema Alkohol. Die Leitlinien sehen hier keinen Grund für einen gesundheitlichen „Einstieg“ und ordnen die Beziehung zwischen Alkoholkonsum und Herzgesundheit als weiterhin kontrovers ein. Praktisch heißt das: Alkohol soll begrenzt oder vermieden werden, und falls man ihn konsumiert, dann in einem sehr moderaten Rahmen – genannt werden höchstens ein Getränk pro Tag für Frauen und zwei für Männer. Ergänzend kommt eine alltagsnahe Perspektive hinzu, die zeigt, wie stark viele Menschen ihre Getränkegewohnheiten tatsächlich reduzieren: Dr. James Stone, Kardiologe an der South Heart Clinic in Harlingen, sagt, er trinke ausschließlich Wasser, schwarzen Kaffee und ungesüßten Tee. In seinem Ansatz begründet er das mit einer Art „Evolutionstest“: „Wenn wir 800 Jahre zurückwachen würden, gäbe es Wasser. Wenn wir Teeblätter finden würden, hätten wir Glück und könnten ungesüßten Tee haben; und wenn wir Glück hätten, einen Kaffeebohnen zu finden, wäre es schwarzer Kaffee.“
Konsequent wird die Umsetzung auch in der Alltagsberatung beschrieben. Wer möchte, kann Wasser sowohl flach als auch mit Kohlensäure trinken und für Geschmack ein „Splash“ aus 100% Fruchtsaft ergänzen, solange die Gesamtstrategie bleibt: keine zusätzlichen Zuckerbomben, sondern kontrollierte Aromatik. Bei Kaffee und Tee wird empfohlen, Zucker und Sahne wegzulassen – also die Getränke so zu wählen, dass die potenziellen Effekte der Pflanzenstoffe und des Koffeins nicht durch zusätzliche Kalorien oder Fettbestandteile verwässert werden. Für Menschen, die bereits auf stark zuckerhaltige Alternativen setzen, ist der Umstieg häufig am leichtesten in kleinen Schritten: erst das Getränkebasis-Setup ändern, dann nach ein paar Wochen die Portionsgrößen und Zubereitungsvarianten optimieren.
Für die Praxis in Arztpraxen und Gesundheitsprogrammen ergibt sich daraus ein handfestes Bild: Getränke sind ein relativ einfacher Hebel, aber nur dann, wenn man die „Details“ berücksichtigt. Gefilterter Kaffee statt ungefiltert; Wasser als Standard; Zuckerhaltige Getränke und ein Teil der Stimulanzien-lastigen Produkte reduzieren. Gerade weil die Effekte nicht nur „Kalorienfrage“, sondern auch LDL-Cholesterin und weitere kardiometabolische Risiken betreffen, lohnt sich die konkrete Umsetzung stärker als pauschale „gesunde Ernährung“-Slogans. Für Organisationen, die Patient: innen beraten, ist das zugleich eine Chance, klare Regeln verständlich zu machen – ohne dass jemand komplexe Supplement- oder Extraktstrategien verfolgen muss.
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