LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Forschungen zeigen, dass Menschen, die in großen Höhen leben, seltener an Diabetes erkranken. Eine aktuelle Studie an Mäusen legt nahe, dass rote Blutkörperchen eine Schlüsselrolle bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels spielen könnten. Diese Entdeckung könnte die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von Diabetes beeinflussen.

Die Entdeckung, dass Menschen in großen Höhen seltener an Diabetes erkranken, hat Wissenschaftler lange Zeit vor ein Rätsel gestellt. Eine neue Studie an Mäusen bietet nun eine mögliche Erklärung: Rote Blutkörperchen könnten eine entscheidende Rolle bei der Senkung des Blutzuckerspiegels spielen, indem sie Glukose in eine Verbindung umwandeln, die die Sauerstofffreisetzung in Gewebe erleichtert. Sollte sich dieser Mechanismus auch beim Menschen bestätigen, könnten Medikamente entwickelt werden, die diesen Weg nachahmen.
In der Studie wurden Mäuse in einer Umgebung mit niedrigem Sauerstoffgehalt gehalten, die die Bedingungen in großen Höhen simulierte. Diese Mäuse zeigten einen geringeren Anstieg des Blutzuckerspiegels nach Glukoseinjektionen im Vergleich zu Mäusen, die unter normalen Sauerstoffbedingungen lebten. Dies deutet darauf hin, dass die Mäuse in der Lage waren, Glukose schneller aus ihrem Blut zu entfernen. Interessanterweise hielt dieser Effekt auch an, nachdem die Mäuse wieder in normale Sauerstoffbedingungen zurückgebracht wurden.
Die Forscher untersuchten auch, wie viel Glukose von den Hauptorganen und -geweben aufgenommen wurde, konnten jedoch einen großen Teil der verschwindenden Glukose nicht erklären. Dies führte zu der Hypothese, dass die Zellen im zirkulierenden Blut selbst die Glukose verbrauchen könnten. Um diese Idee weiter zu testen, manipulierten sie die Anzahl der roten Blutkörperchen direkt. Die Ergebnisse zeigten, dass die Anzahl der roten Blutkörperchen allein den Glukosespiegel beeinflusste.
Ein weiterer interessanter Aspekt der Studie war die Entdeckung, dass rote Blutkörperchen, die unter sauerstoffarmen Bedingungen produziert wurden, höhere Mengen eines Proteins namens GLUT1 enthielten, das den Glukoseeintritt in die Zelle erleichtert. Diese Zellen nahmen etwa dreimal mehr Glukose auf als normale rote Blutkörperchen. Diese strukturellen Veränderungen der Zellen könnten erklären, warum Menschen in großen Höhen niedrigere Blutzuckerspiegel haben.
Die Ergebnisse der Studie könnten weitreichende Auswirkungen auf die Behandlung von Diabetes haben. Während die direkte Transfusion von roten Blutkörperchen keine praktikable Therapie darstellt, könnten die Erkenntnisse dazu führen, dass rote Blutkörperchen so modifiziert werden, dass sie als bessere Glukosesenken fungieren. Dies könnte die Tür zu einer völlig neuen Art der Diabetesbehandlung öffnen.
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