LONDON (IT BOLTWISE) – Hyundai stellt auf dem Pariser Autosalon die zweite Generation des Bayon vor und vergrößert den Crossover deutlich. Mit 4,25 Metern Länge und einem kantigeren Auftritt rückt das Modell näher an größere SUV-Modelle heran. Im Innenraum setzen neue, gebogene 12,3-Zoll-Displays sowie Komfort-Features wie beheizte und belüftete Vordersitze Akzente. Zum Marktstart im Jahr 2027 plant Hyundai außerdem einen Hybridantrieb, während zunächst Turbobenziner die Basis bilden.

Der Bayon war lange ein Modell, das sich im Grenzbereich zwischen Kleinwagen und SUV-Gefühl positionierte. Mit der zweiten Generation zieht Hyundai diese Kante spürbar weiter nach oben: Der Crossover wächst, die Proportionen wirken erwachsener, und das Design folgt stärker dem typischen SUV-Vokabular der Marke. Das ist mehr als Kosmetik, denn Hyundai nutzt die Modellpflege zugleich, um den Bayon technisch aus seinem „i20-nahen“ Umfeld herauszuziehen und ihn im Markt klarer als Mini-SUV zu definieren.
Technisch bleibt der Bayon zwar weiterhin im Umfeld der Plattformarchitektur des Kleinwagen i20 verankert, doch die neue Auslegung zielt klar auf SUV-typische Außenmaße und damit auf eine andere Wahrnehmung im Alltag. Die Länge steigt auf 4,25 Meter, also um 6,5 Zentimeter gegenüber dem Vorgänger. In der Breite wächst der Bayon auf 1,81 Meter; je nach Version erreicht er in der Höhe bis zu 1,57 Meter, der Radstand liegt bei 2,60 Metern. Im direkten Vergleich wird die Verschiebung sichtbar: Der Kona kommt auf 4,35 Meter und ist damit nur noch rund zehn Zentimeter länger, während der i20 mit 4,07 Metern deutlich abfällt. Für Käufer bedeutet das in erster Linie mehr Platzwirkung und einen souveräneren Auftritt im Stadtverkehr, gerade bei Ein- und Ausparkmanövern sowie auf dem Weg in den Feierabendstau.
Auch der äußere Auftritt wurde gezielt „kantiger“ gemacht. Hyundai führt eine schärfere Front mit einer horizontalen Lichtsignatur ein, setzt auf ausgeprägte Radhäuser und nutzt Kunststoffbeplankungen, die den Offroad-Charakter visuell stützen. Eine Dachreling gehört ebenfalls zum neuen Konzept, und je nach Version sind Räder bis 18 Zoll verfügbar. Am Heck greift Hyundai die breite Lichtgrafik wieder auf, womit der Bayon eine klar wiedererkennbare Silhouette erhält. Neu ist außerdem eine N-Line-Version, die mit eigenen 18-Zoll-Rädern, schwarzen Akzenten, geänderten Stoßfängern und einem Heckdiffusor mit Doppelendrohren auf sportlichere Optik setzt.
Im Cockpit rückt Hyundai näher an das aus größeren Modellreihen bekannte Bedien- und Informationsdesign. Je nach Ausstattung kombiniert der Bayon ein 12,3-Zoll-Infotainmentdisplay mit einem ebenso großen digitalen Kombiinstrument; beide Bildschirme sind gebogen angeordnet. Das ist in dieser Klasse ein wichtiger Schritt, weil es die Nutzerführung stärker bündelt: Navigations- und Medieninhalte werden ebenso sichtbar wie Fahrzeuginformationen, ohne dass sich der Fahrer durch viele Menüs „durchklicken“ muss. Beim Komfort legt Hyundai nach: Für die Vordersitze gibt es je nach Ausstattung Heizung und Belüftung, außerdem eine Lordosenstütze für den Fahrer sowie eine Höhenverstellung für beide Sitze. Im Fond nennt Hyundai mehr Beinfreiheit, neigungsverstellbare Rücklehnen sowie eine Mittelarmlehne mit Getränkehaltern; je nach Ausstattung kommen Sitzheizung und eigene Luftauslässe hinzu. Das Kofferraumvolumen liegt bei den Benzinern bei 440 Litern, beim später folgenden Hybrid bei 397 Litern.
Besonders auffällig ist die Dichte der Assistenzsysteme für die Fahrzeugklasse. Zum Paket gehören unter anderem ein Autobahnassistent, eine 360-Grad-Kamera, eine Totwinkelanzeige, ein Notbremsassistent 2.0, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stopp-Funktion, Spurfolgeassistent, Querverkehrsassistent sowie eine Einparkhilfe mit Notbremsfunktion hinten. Damit setzt Hyundai den Bayon dort an, wo Kundinnen und Kunden häufig nachkaufen oder beim Neuwagenkauf aktiv darauf achten: Entlastung im Alltag, weniger Stress bei Rangier- und Spurwechsel-Situationen, und zusätzliche Sicherheits-Schichten im dichten Verkehr. Für den technischen Betrieb solcher Systeme ist vor allem wichtig, dass Sensorik und Software sauber aufeinander abgestimmt sind; erst dann funktionieren Funktionen wie Querverkehrserkennung oder Notbremsen zuverlässig und in vorhersehbaren Situationen.
Unter der Haube startet der neue Bayon mit zwei 1,0-Liter-Turbobenzinern. Die Basis leistet 90 PS, darüber rangiert eine Variante mit 115 PS. Beide treiben die Vorderräder an und werden mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe angeboten. Bei der Höchstgeschwindigkeit nennt Hyundai je nach Motorisierung Werte von bis zu 180 Kilometern pro Stunde. Später folgt ein Hybridantrieb mit einem 1,6-Liter-Benziner, einem Elektromotor und einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe; die Systemleistung gibt Hyundai mit 101 Kilowatt beziehungsweise 138 PS an. Für die Käuferperspektive ist das relevant, weil der Hybrid nicht nur auf Verbrauchswerte einzahlt, sondern auch den Charakter im Stadtverkehr verändert: Mehr Drehmoment-Unterstützung und die Möglichkeit, einzelne Streckenabschnitte energieeffizienter zu fahren. Produziert wird der Bayon für Europa im türkischen Hyundai-Werk; bestellbar sein soll das Modell voraussichtlich im ersten Quartal 2027 bzw. im Frühjahr 2027. Offizielle Preise nennt Hyundai noch nicht; Berichten zufolge dürfte der Einstieg knapp unter 25.000 Euro liegen, während der aktuelle Bayon derzeit bei 23.900 Euro startet.
Für die Marktpositionierung ist klar: Hyundai versucht, den Bayon vom „Zwischending“ zu einem klaren Mini-SUV mit modernen Display- und Assistenzfunktionen zu machen. In einem Segment, in dem viele Wettbewerber bereits sehr ähnlich zugeschnittene Design- und Ausstattungsniveaus anbieten, entscheidet oft die Summe aus Abmessungen, Cockpit-Inszenierung und Fahrerassistenz-Funktionalität. Dass Hyundai für den Marktstart keine langen Übergangsphasen in Kauf nehmen will, zeigt auch der Hybrid-Fahrplan: Der Bayon soll nicht nur größer und „SUV-iger“ wirken, sondern perspektivisch auch in Richtung elektrifizierte Antriebe wachsen. Wer den Bayon jetzt betrachtet, bekommt damit einen konkreten Eindruck, wie Hyundai die nächsten Jahre in der Kompaktklasse ausrollt – mit mehr SUV-Charakter, digitalerem Innenraum und einem Stufenplan hin zum Hybrid, der 2027 als zeitliches Leitmotiv erkennbar wird.
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