HANNOVER / LONDON (IT BOLTWISE) – Die deutsche Industrie zeigt sich gespalten in Bezug auf humanoide Roboter. Während einige Unternehmen die Technologie als kostspielig und überbewertet betrachten, sehen andere darin das Potenzial, die Produktivität erheblich zu steigern. Eine aktuelle Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom beleuchtet die unterschiedlichen Standpunkte und die Zukunftsaussichten dieser Technologie.

Die Diskussion um humanoide Roboter in der deutschen Industrie ist von gegensätzlichen Meinungen geprägt. Eine Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom, die anlässlich der Hannover Messe vorgestellt wurde, zeigt, dass fast ein Drittel der Industrieunternehmen humanoide Roboter als einen vorübergehenden Hype betrachten. Gleichzeitig sind 41 Prozent der Meinung, dass die Kosten den Nutzen übersteigen. Diese Skepsis steht im Kontrast zu den 64 Prozent der Unternehmen, die glauben, dass humanoide Roboter die Produktivität steigern können.
Die Befürworter humanoider Roboter sehen in ihnen einen wichtigen Bestandteil der Industrie 4.0. Tanja Rückert, Vizepräsidentin von Bitkom, betont die Bedeutung digitaler Zwillinge und Künstlicher Intelligenz in Kombination mit humanoiden Robotern, um ein neues Kapitel in der industriellen Entwicklung aufzuschlagen. Dennoch ist der Einsatz dieser Technologie in der Praxis noch begrenzt. Nur 6 Prozent der Unternehmen nutzen derzeit humanoide Roboter, während 10 Prozent deren Einsatz planen und 8 Prozent darüber diskutieren.
Die Zukunftsaussichten für humanoide Roboter sind ebenfalls umstritten. Während 20 Prozent der Unternehmen erwarten, dass humanoide Roboter in den nächsten zehn Jahren weit verbreitet sein werden, halten 54 Prozent dies erst in einem Zeitraum von 11 bis 20 Jahren für realistisch. Einige Unternehmen, wie BMW in den USA und Mercedes-Benz, setzen bereits spezialisierte humanoide Roboter für bestimmte Aufgaben ein. Diese Roboter sind jedoch oft auf einfache Tätigkeiten wie das Stapeln von Kisten oder das Sortieren von Batteriezellen beschränkt.
Technologische Fortschritte wie Agentic AI und Vision-Language-Action Models (VLA) ermöglichen es humanoiden Robotern, komplexe Sätze zu verstehen. Dennoch bleibt die Herausforderung, universelle Roboter zu entwickeln, die vielseitig einsetzbar sind. Tesla arbeitet mit dem Optimus Gen 3 an einem solchen Roboter, der jedoch derzeit noch auf spezifische Aufgaben beschränkt ist. Die Entwicklung humanoider Roboter in Deutschland könnte durch eine verstärkte nationale Initiative beschleunigt werden, wie es 68 Prozent der befragten Unternehmen befürworten.
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