LONDON (IT BOLTWISE) – Das Invitrogen EVOS XL Core Imaging System AMEX1000 bringt eine integrierte 3,1-Megapixel-Farbkamera in ein kompaktes invertiertes Mikroskop. Es setzt auf LED-Beleuchtung mit einer Lebensdauer von über 50.000 Betriebsstunden und unterstützt Hellfeld sowie Phasenkontrast für Routineaufgaben in der Zellkultur. Das System speichert Bilddaten direkt vor Ort und kommt ohne zusätzlichen PC aus. Damit zielt es besonders auf Laborumgebungen, in denen schnelle Dokumentation und robuste All-in-One-Bildgebung wichtiger sind als ein vollausgestatteter Fluoreszenzaufbau.

Wenn im Zellkulturraum nicht gerade Fluoreszenz, sondern vor allem Konfluenz, Zelldichte und Wachstumsverlauf dokumentiert werden sollen, spielt die Bildgebung oft „zwischen den Aufgaben“: schnell, reproduzierbar und ohne extra Installations-Overhead. Genau an dieser Stelle setzt das Invitrogen EVOS XL Core Imaging System AMEX1000 an. Thermo Fisher positioniert das Gerät als digitales, invertiertes Mikroskop für Hellfeld- und Phasenkontrastanwendungen in der Zell- und Gewebekultur – ausdrücklich mit dem Verwendungszweck „For Research Use Only“ und nicht für diagnostische Verfahren. Dass die Optik, Kamera und Anzeige in einem Tischgerät zusammenlaufen, ist dabei kein kosmetisches Detail, sondern reduziert Schnittstellen- und Setup-Aufwand im täglichen Betrieb.
Technisch betrachtet ist das EVOS XL Core als invertiertes System ausgelegt: Die Objektive liegen unterhalb der Probe, wodurch sich Zellen in Kulturflaschen und Multiwell-Platten über den Flüssigkeitsbereich hinweg beobachten lassen. Das optische System arbeitet infinity-korrigiert und nutzt RMS-Gewindeobjektive mit einer 45 mm parfokalen Distanz; diese Konstruktion ist wichtig, weil sie die Abbildungsleistung über verschiedene Vergrößerungen hinweg stabil halten soll. Standardmäßig lassen sich 4×-, 10×- und 20×-Plan-LWD-Phasenobjektive einsetzen, optional kommen 2×- und 40×-Objektive hinzu. Ein vierfacher Objektivrevolver mit manueller Steuerung erlaubt den zügigen Wechsel zwischen den Vergrößerungsstufen, was in Routineworkflows hilft, wenn vom Übersichtsbild zum Detailbild gewechselt wird.
Die Beleuchtung erfolgt über eine integrierte LED-Lichtquelle mit einer spezifizierten Lebensdauer von über 50.000 Betriebsstunden; zudem ist die LED-Intensität stufenlos anpassbar. Dadurch können Anwender die Helligkeit an Probe und Kontrastanforderung „justieren“, statt mit festen Lichtstufen zu arbeiten. Für den Kontrast stehen transmittierendes Hellfeld und Phasenkontrast bereit, unterstützt durch einen Kondensor mit drei Positionen und 60 mm Arbeitsabstand. In der Praxis deckt das vor allem Aufgaben ab, bei denen Morphologie und Zellverteilung ohne Fluoreszenz beurteilt werden: Konfluenzbestimmung, Dichteabschätzung und die Kontrolle des Zellwachstums. Ergänzend kommt hinzu, dass das System für Laborumgebungen mit typischen Klimabedingungen ausgelegt ist, mit einem Temperaturbereich von 4 °C bis 32 °C bei 30 bis 90 % relativer Luftfeuchtigkeit.
Entscheidend für die „All-in-One“-Wirkung ist die digitale Erfassung. Das Gerät integriert eine 1/2-Zoll-Farbkamera mit 2048 × 1536 Pixeln, was etwa 3,1 Megapixel entspricht. Laut Spezifikation läuft die Bildverarbeitung direkt im eingebetteten System auf dem Gerät; Bilder lassen sich über Maus oder frontseitige Tasten aufnehmen und speichern, ohne dass ein zusätzlicher Computer zwingend notwendig ist. Als Ausgabeformate nennt der Hersteller TIFF, JPG und BMP, jeweils mit 2048 × 1536 Pixeln. Über zwei USB-2.0-Ports können Daten auf USB-Speichersticks übertragen oder Peripheriegeräte angeschlossen werden, während das integrierte LCD-Display mit rund 12 Zoll Diagonale und verstellbarer Neigung die Kontrolle direkt am Mikroskop ermöglicht.
Damit bleibt das Setup kompakt genug, um in realen Zellkulturwerkbänken Platz zu finden. Die Abmessungen liegen bei etwa 40,6 cm Tiefe, 31,8 cm Breite und 53,3 cm Höhe; im Datenblatt wird darauf hingewiesen, dass die Positionierung in Werkbänken möglich ist, sofern diese mindestens rund 46 cm tief sind. Das Gesamtgewicht wird mit etwa 9,1 kg angegeben – ein Wert, der für Labore relevant ist, in denen Geräte gelegentlich umgestellt oder für verschiedene Arbeitsplätze neu ausgerichtet werden müssen. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzteil mit Eingang 100 bis 240 V bei 47 bis 63 Hz und 0,58 A maximaler Stromaufnahme; am Ausgang liefert das Netzteil 12 V DC bei 2,0 A (maximal 24 W). Diese universelle Netzspannungs-Auslegung erleichtert den Betrieb auch in Standorten mit abweichender Netzinstallation, solange passende Netzstecker verwendet werden.
Vom Lieferumfang und der Bedienphilosophie her ist das System als Routinewerkzeug für Laborpersonal gedacht. Neben dem Kernsystem nennt die Produktbeschreibung unter anderem eine Polycarbonat- und eine Glas-Stage-Plate, eine kabellose Maus, Netzadapter mit universellen Steckern, einen USB-Stick mit Benutzerhandbuch sowie einen Staubschutz. Die Bedienung erfolgt über Hardwaretasten und Softwaremenüs, die auf dem integrierten Display angezeigt werden; dabei lassen sich Fokus, Beleuchtungsintensität und Farbton anpassen und Bildformate für die Speicherung auswählen. Für Bilder, die später in Berichte oder interne Dokumentationen einfließen, ist außerdem relevant, dass das Gerät als Forschungsinstrument für lebende und fixierte Zellen zur Hellfeld- und Phasenkontrastbildgebung vorgesehen ist – inklusive Beurteilung von Konfluenz, Zelldichte und Wachstum sowie Analyse von gefärbten Gewebeschnitten.
Preislich lässt sich die Einordnung am besten über den Kontext des Gebrauchtmarkts verstehen: Für einen Katalogartikel, der das EVOS XL Core ohne Objektive umfasst, wird in der US-Produktbeschreibung zwar eine Preisabfrage („Get Pricing“) genannt, jedoch kein fixer Listenpreis. Bei gebrauchten Systemen werden laut den Angaben in der Marktübersicht typischerweise 1.900 bis 4.000 Einheiten pro System genannt, im Durchschnitt etwa 2.950. Für diese Produktnews wird als orientierender Wert rund 3.000 Euro brutto für ein gebrauchtes oder standardkonfiguriertes System herangezogen (Stand 12.08.2026). Auf dem deutschsprachigen Markt wird das Gerät als „Invitrogen EVOS XL Core Configured Cell Imager“ angeboten; als Vertriebseinheit für Deutschland wird die Fisher Scientific GmbH mit Sitz in Schwerte genannt, die Laborprodukte von Thermo Fisher Scientific vertreibt. Für Labore ist diese Preisspanne vor allem dann interessant, wenn man eine verlässliche, integrierte Bildgebung sucht, ohne in ein größeres Mikroskopsystem investieren zu müssen – etwa wenn Fluoreszenz oder Multikanal zwar perspektivisch denkbar sind, aber nicht im täglichen Kernworkflow liegen.
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