LONDON (IT BOLTWISE) – Das erste faltbare iPhone, das offenbar als „iPhone Ultra“ in den Markt kommt, soll sehr teure Hardware-Ansätze mit mehreren sichtbaren Kompromissen verbinden. Dem Vernehmen nach fehlen unter anderem Ultra-Wide- und Telephoto-Funktionen, ein physischer SIM-Slot sowie mmWave-5G in bestimmten Regionen. Statt Face ID könnte eine Touch-ID-ähnliche Lösung über eine Seiten-Taste kommen, während das Kamera-Setup auf zwei Rücklinsen reduziert sein soll. Unklar bleibt noch, ob die faltbare Variante MagSafe am Ende vollständig unterstützt.

iPhone Ultra: Diese vermutlich fehlenden Features würden den Preis rechtfertigen – oder auch nicht
iPhone Ultra: Diese vermutlich fehlenden Features würden den Preis rechtfertigen – oder auch nicht (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Gerüchte verdichten sich rund um Apples erstes faltbares iPhone, das in den aktuellen Leaks als „iPhone Ultra“ bezeichnet wird. Schon das Timing sorgt für Spannung: Das Gerät soll offenbar gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max auf dem „Surprise and Shine“-Event am 9. September vorgestellt werden. Gleichzeitig wird die Erwartungshaltung durch eine sehr aggressive Preiserwartung hochgesetzt; je nach Quelle liegt der Einstiegspreis bei mindestens 1.999 US-Dollar, mit Schätzungen in einer Spanne von 2.000 bis 2.500 US-Dollar. Genau in dieser Preisklasse entscheidet sich, ob der faltbare Formfaktor als Premium-Produkt wahrgenommen wird – oder ob die technischen Abzüge die Kaufentscheidung spürbar verärgern.

Ein Kernpunkt dabei sind die fotografischen und biometrischen Funktionen, die bei „Ultra“ nicht im gleichen Umfang wie bei den Pro-Modellen stehen könnten. Für die Rückseite wird berichtet, dass dem faltbaren Modell zwei Kameras statt eines Pro-typischen Dreifach-Sets erhalten bleiben sollen: 48-Megapixel-Weitwinkel und 48-Megapixel-Ultraweitwinkel, aber keine zusätzliche Telephoto-Linse der Pro-Reihe. Bei der Authentifizierung soll es ebenfalls zu einer Abweichung kommen, weil die TrueDepth-Kamera-Anordnung für Face ID offenbar nicht in die extrem dünne Gehäusearchitektur passen würde. Stattdessen wird erwartet, dass Apple auf eine Touch-ID-Variante an einer Seitentaste umschwenkt, also die Biometrie außerhalb eines schmalen Displaybereichs verlagert. Interessant ist dabei der Hinweis, dass es weiterhin eine Frontkamera für beide Displays geben soll, wobei eine unter dem Display platzierte Lösung im Gespräch ist; die Authentifizierung selbst würde dann aber über den Fingerabdruck-Reader erfolgen.

Auch das Bedienelement-Design könnte beim „iPhone Ultra“ stärker von den bisherigen Apple-Konventionen abweichen. In den Dummy-Modellen wird seit Monaten auf das Fehlen des Action-Buttons hingedeutet: Es sollen zwar ein Power-Button sowie Lautstärketasten vorhanden sein, aber die linke Kante wirkt offenbar vollständig „nackt“. Damit wäre das faltbare iPhone möglicherweise das erste iPhone ohne Action-Button und ohne Silent-Switch-Alternative – und das rund drei Jahre, nachdem Apple die Action-Taste im iPhone 15 Pro als Ersatz für den Schalter eingeführt hatte. Der technische Hintergrund hinter dieser Entscheidung wird in den Leaks mit einem Layout erklärt, das die interne Leitungsführung minimieren soll: Wenn die Platine seitlich sitzt, könnten Lautstärketasten direkt nach oben geführt werden, statt Kabel über das Displaygebiet zu verlegen. Für Nutzer ist das mehr als Kosmetik, denn die Action-Taste war in vielen Workflows zur Abkürzung von Routinen geworden.

Bei der Mobilfunktechnik geht es weniger um „nice to have“, sondern um regional relevante Leistungsunterschiede. Laut den aktuellen Einschätzungen soll das „iPhone Ultra“ in allen Märkten, in denen es startet, auf eSIM setzen und damit keinen physischen SIM-Slot besitzen. Das bedeutet: Wer im Alltag noch stark auf klassische SIM-Karten angewiesen ist, müsste je nach Verfügbarkeit frühzeitig umstellen. Noch deutlicher könnte der Effekt bei der 5G-Ausprägung ausfallen: mmWave-5G könnte fehlen, falls Apple bei der faltbaren Variante auf ein eigenes Modem namens C2 setzt, das Berichten zufolge derzeit noch nicht alle mmWave-Fähigkeiten abdeckt. In den USA behalten Pro-Modelle dagegen typischerweise Qualcomm-Hardware, weil dort mmWave-Bänder eine Rolle spielen; außerhalb der USA verkauft Apple dem Vernehmen nach keine mmWave-fähigen iPhones. Technisch würde das die „Peak“-Geschwindigkeit in Regionen mit mmWave-Abdeckung reduzieren, während sub-6-GHz-5G weiterhin der Standard bliebe.

Daneben ist MagSafe das Bauteil, das in den Leaks zuletzt die größte Unsicherheit erzeugt hat. Anfangs deuteten Dummy-Modelle darauf hin, dass der faltbaren Variante möglicherweise keine vollständige MagSafe-Integration zuteilwird – später wurden jedoch magnetische Indizien an den Gehäusen gesichtet, die wiederum für ein Magnet-Array sprechen. In einer aktuellen Darstellung wird Mark Gurman mit der Aussage zitiert, dass MagSafe „in for this foldable phone“ sein dürfte. Entscheidend ist dabei weniger die Frage, ob Magnete grundsätzlich vorhanden sind, sondern ob die komplette Magnetpositionierung und die Lade-Kompatibilität so umgesetzt werden, dass Zubehör und Ladeschalen aus dem bisherigen Ökosystem zuverlässig funktionieren. Genau an dieser Stelle kann ein „fehlendes Feature“ schnell zum „fehlenden Alltag“, weil MagSafe in der Praxis längst nicht nur als Ladeoption, sondern als Zubehör-Anker genutzt wird.

Die wirtschaftliche Dimension liegt damit auf der Hand: Wenn das „iPhone Ultra“ zu Preisen nahe 2.100 bis 2.299 US-Dollar in den USA oder zwischen 2.000 und 2.500 US-Dollar je nach Konfiguration eingeordnet wird, dann werden Käufer zugleich mehr als nur den Formfaktor kaufen. Gerade das iPhone 17 Pro startet in den aktuellen Angaben bei 1.099 US-Dollar und bringt dabei offenbar viele der genannten Pro-Features mit, während das iPhone 18 Pro zusätzlich um 200 bis 300 US-Dollar teurer werden soll. In dieser Gegenüberstellung wirkt jede Reduktion – etwa beim Telephoto-Modul, bei der TrueDepth-/Face-ID-Strategie, beim SIM-Layout oder bei mmWave – wie ein bewusstes „Kostenhebel“-Manöver. Für Unternehmen und Entwickler bedeutet das wiederum: Ein so teuer positioniertes Gerät wird in der App-Optimierung und im Gerätestandard-Testing eine echte Rolle spielen, selbst wenn es im Detail nicht die volle Pro-Feature-Spezifikation trifft.

Unterm Strich deutet das Gerütekonzept auf eine klare Priorisierung hin: Apple will den faltbaren Formfaktor offenbar so schnell wie möglich marktfähig machen, akzeptiert dafür aber spürbare Abweichungen bei Kamera-Stack und Funk-„High-End“. Gleichzeitig bleibt genug offen, dass eine finale Bewertung erst nach dem Launch am 9. September sauber möglich ist: Ob MagSafe final zuverlässig integriert ist, ob die biometrische Entscheidung wirklich als Seiten-Taste umgesetzt wird und wie stark mmWave- und Kamera-Limitierungen in der realen Nutzererfahrung durchschlagen. Für Tech-affine Käufer dürfte die zentrale Frage also nicht lauten, ob das faltbare iPhone „fortschrittlich“ ist, sondern ob die konkreten Einsparungen in den Bereichen zählen, die man bei einem 2.000-Dollar-Gerät wirklich als selbstverständlich erwartet.


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